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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Verteidigung der Halbinsel Hela im September 1939

Die Halbinsel Hela wurde zwischen den beiden Weltkriegen - also in der Zeit von1918 bis 1939 - zu einer bedeutenden Küstenverteidigungsstellung ausgebaut. Die polnische Marineführung erwartete 1939 größere Landungsoperationen Deutscher Verbände auf der Halbinsel. Dazu kam es nicht.
Die polnischen Soldaten konnten auf Hela die deutschen Angriffe bis zum 1. Oktober 1939 abwehren. Damit war Hela die letzte polnische (feste) Verteidigungsanlage, die sich den deutschen Truppen ergab. Die Kapitulation wurde an diesem Tag um 17 Uhr in Sopot (Zoppot) unterzeichnet. Im Folgenden finden Sie einen chronologischen Ablauf der Kampfhandlungen im September 1939.

Kriegsdenkmal auf der Halbinsel Hela
Denkmal in der Nähe des Fischerdorfes Hela, das an die Verteidiger der Halbinsel vom September 1939 erinnert. Foto: Frank Hilbert

1. September

  • Mit dem Beschuss der Westerplatte durch das Linienschiff Schleswig-Holstein beginnt in den Morgenstunden des 1. Septembers der Zweite Weltkrieg.
  • Die deutsche Luftwaffe beschießt den Hafen von Hela. Der Zerstörer Wicher und der Minenleger Gryf, die im Hafen von Hela liegen, werden bei dem Luftangriff schwer beschädigt.
  • Die polnischen U-Boote Orzel, Wik, Sep, Rys und Zbik laufen in ihre Einsatzgebiete aus. Ihr Befehl lautet: Störung vermutetet deutscher Landeoperationen auf Hela und in der Danziger Bucht.

2. September

  • Die deutsche Luftwaffe setzt ihre Angriffe auf Hela fort.
  • Deutsche Torpedoboote greifen Hela an und verwickeln die Wicher und die Gryf in ein Gefecht. Von polnischer Seite greift die 15-cm-Batterie auf Hela in die Kämpfe ein.
  • Die bei früheren Kämpfen beschädigten Wicher und Gryf waren zu schwimmenden Batterien umfunktioniert worden.

3. September

  • Die im Hafen von Hela liegenden Schiffe Wicher und Gryf wehren zusammen mit der 15-cm-Batterie einen Angriff deutscher Zerstörer ab.
  • Die Angreifer ziehen sich im Schutz einer künstlichen Nebelwand zurück.
  • Ein deutscher Zerstörer wird von einem 15-cm-Geschütz schwer beschädigt und muss manövrierunfähig abgeschleppt werden.
  • 15 Uhr: Leutnant Lion, Stuka Pilot der Flugzeugträgerstaffel 4./186, gelingt es, den Zerstörer Wicher zu versenken. Es ist die erste Schiffsversenkung im II. Weltkrieg.
  • Flugzeuge der 3./Küstenfliegergruppe 706 versenken die Gryf.
  • Flugzeuge der 3./Küstenfliegergruppe 506 versenken das Kanonenboot General Haller.

4. September

  • Die polnischen U-Boote Wilk, Rys und Zbik legen Minensperren mit insgesamt 50 Minen ostwärts von Hela und nordwestlich von Heisternest. Auf eine der Minen läuft am 1. Oktober das Minensuchboot M 85 und sinkt.

5. September

  • Die polnische Nachrichtenagentur Polska Agencja Prasowa (PAT) meldet: "Das ganze polnische Volk beobachtet mit Bewunderung und Sorge die heldenhafte Verteidigung der Westerplatte-Besatzung. Dort schläft eine polnische Infanterieabteilung immer wieder Angriffe weit überlegener gegnerischer Kräfte, die durch Artilleriefeuer schwerer Geschütze des Linienschiffes Schleswig-Holstein unterstützt werden, zurück."
  • Westerplatte und Halbinsel Hela werden bombardiert.
  • Staatspräsident Ignacy Moscicki (1867-1946) verlässt seine Residenz in Falenica bei Warschau (Warszawa) in Richtung Lublin.
  • Die Vereinigten Staaten von Amerika geben eine Neutralitätserklärung ab.

6. September

  • Die polnische Regierung verlässt Warschau und begibt sich - wie ihr Staatspräsident - nach Lublin.

7. September

  • Um 10.15 Uhr kapituliert die Besatzung der Westerplatte.
  • Das Oberkommando der Wehrmacht gibt am 8. September bekannt: "Die Operationen in Polen nahmen gestern an vielen Stellen den Charakter einer Verfolgung an, nur an einzelnen Stellen kam es noch zu ernsteren Kämpfen [...] Die Besatzung der Westerplatte in Danzig hat sich ergeben, ihr Widerstand wurde durch Pioniere, Marine-Sturmkompanien und SS-Heimwehr unter Mitwirkung der Schleswig-Holstein gebrochen [...]"
  • Die polnischen U-Booten erhalten vom Chef der polnischen Seekriegsleitung, Konteradmiral Jerzy Włodzimierz Łšwirski, den Befehl, sich nach England abzusetzen.
  • Die Schleswig-Holstein beginnt mit dem Beschuss von Stellungen bei Hochredlau auf Hela. Der Beschuss dauert bis zum 13. September an.

15. September

  • Der Hafen von Jastarnia, in dem unter anderem polnische Minenleger liegen, wird bombardiert.
  • Die Batterie von Hela beschießt deutsche Kriegsschiffe.
  • Ein Stuka-Angriff vernichtet das größte Minendepot auf der Halbinsel Hela.

18. September

  • Deutsche Truppen unter General der Flieger Leonard von Kaupisch greifen Oxhöft in Gdingen (Gdynia) an. Unterstützt werden sie vom Linienschiff Schleswig-Holstein und mehreren Torpedo- und Minensuchbooten. Es ist das letzte Gefecht um Oxhöft vor der Kapitulation der Verteidiger.

30. September

  • Deutsche Flugzeuge werfen über Hela Flugblätter ab, in denen die polnischen Verteidiger der Halbinsel zur Kapitulation aufgerufen werden.

1. Oktober

  • Das III. Bataillon des deutschen Infanterieregiments 374 sowie die Minensuchboote M 4, M 111 und M 132 greifen die polnischen Stellungen auf Hela an.
  • Eine deutsche Heeresbatterie und eine Marine-Eisenbahnbatterie beschießen Hela.
  • Um 14 Uhr kapitulieren die polnischen Verteidiger von Hela auf Befehl des Chefs des Flottenkommandos in Hela, Konteradmiral Józef Unrug. (Unrug hatte seine Karriere in der Kaiserlichen Marine begonnen, war im Ersten Weltkrieg Kommandant eines deutschen U-Bootes und Träger des Eisernen Kreuzes.)
  • Für die Kapitulationsverhandlungen begeben sich zwei Unterhändler nach Sopot, wo sie die Verhandlungen mit den Deutschen im Grand Hotel führen. Die Kapitulationsurkunde wird um 17 Uhr unterzeichnet.

2. Oktober

  • Die Kapitulation von Hela tritt in Kraft.
  • Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: "Der letzte Stützpunkt polnischen Widerstandes, die befestigte Halbinsel Hela, hat sich gestern bedingungslos ergeben, noch bevor der von Heer und Kriegsmarine gemeinsam vorbereitete Angriff durchgeführt wurde [...]"
  • In deutsche Hände fallen unter anderem: 41 Geschütze, zwei Minensuchboote und ein unterirdisches Elektrizitätswerk.

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