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Riesengebirge - Schneekoppe

Die Schneekoppe ist mit ihrer Höhe von 1.602 m der höchste Berg des Riesengebirges. Über den Gipfel verläuft die Staatsgrenze zwischen der Volksrepublik Polen und der Tschechischen Republik. Auf dem Gipfel stehen auf der polnischen Seite die Wetterstation mit Baude und die Laurentiuskapelle (Kaplica św. Wawrzyńca). Auf der tschechischen Seite steht ein Postamt. Knapp unterhalb des Gipfels endet der Sessellift, der im tschechischen Petzer (Pec pod Snìžkou) beginnt. Auf den Gipfel führen der Zick-Zack-Weg und der Jubiläumsweg.

Blick auf die Schneekoppe vom Schlesierhaus ausPolen Fotos
Blick auf die Schneekoppe vom Schlesierhaus aus. Fotos: Frank Hilbert

Obwohl das Riesengebirge nur ein Mittelgebirge ist, herrschen hier klimatische Verhältnisse wie in einem Hochgebirge. Auf der Schneekoppe beträgt die Jahresdurchschnittstemperatur 0,4 Grad Celsius. Pro Jahr fallen auf der Schneekoppe 1.200 mm Niederschlag. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse findet man hier eine subalpine Flora mit Moosen und Flechten.

Der Mensch eroberte die Schneekoppe bereits im 15. Jahrhundert. Es ist bekannt, dass 1456 ein venezianischer Edelmann den Gipfel bestiegen hat. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ließen die Grafen von Schaffgotsch hier die Laurentiuskapelle errichten. Mehrmals im Jahr, an Kirmis- und Ablasstagen, fanden in der kleinen Kapelle Gottesdienste statt, an denen überwiegend die Bergbewohner teilnahmen. 1697 ließ Graf Leopold von Schaffgotsch in einer Sänfte auf den Berg tragen. Zu seinem Gefolge gehörten 20 Bedienstete, Forstbeamte, der Hofprediger und 100 Gepäckträger. Zu den prominenten Besuchern gehörten im Jahr 1800 auch John Quincy Adams, der von 1825 bis 1829 der sechste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war, sowie Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Luise. An den Besuch des preußischen Königs erinnert eine Gedenktafel in der Laurentiuskapelle. Am 15. September 1790 bestieg Johann Wolfgang von Goethe die Schneekoppe.

Die Kapelle diente nach der Säkularisierung in Preußen 1810 als Übernachtsmöglichkeit und als "Retauration" für Wanderer. Als Kapelle diente sie erst wieder ab 1850. In diesem Jahr errichtete der Koppenwirt Friedrich Sommer auf dem Gipfel eine Baude. Sommer war jedoch vom Pech verfolgt. 1857 brannte die Baude nieder. Ein weiterer Neubau wurde 1862 vom Blitz getroffen. Sommers dritte Baude stand bis 1967. Dann musste sie der futuristisch anmutenden Wetterstation und Baude weichen, die einer fliegenden Untertasse ähnelt und deshalb im Volksmund UFO heißt. Die Eröffnung war 1974. Für den Bau der Wetterstation wurden auf dem Jubiläumsweg Schienen für eine Schmalspurbahn verlegt, mit deren Hilfe das Baumaterial auf die Schneekoppe transportiert wurde. Bilder vom Bau hängen im meteorologischen Museum in der Wetterstation. Auf der böhmischen Seite der Schneekoppe wurde die erste Baude 1868 erichtet. Sie steht heute nicht mehr.

Blick von der Schneekoppe im Riesengebirge
Blick von der Schneekoppe im Riesengebirge.

Die ersten meteorologischen Messungen führte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der damalige Koppenwirt Carl Siebenhaar durch. Seit 1880 stand auf der Schneekoppe eine Wetterstation, die im Jahr 1900 von einer neuen turmähnlichen Wetterstation aus Holz ersetzt wurde und bis 1967 das Bild der Schneekoppe mitprägte.

Seit dem 18. Jahrhundert kamen immer mehr Touristen in das Riesengebirge. Einen enormen Aufschwung erlebte die Touristenbranche im 19. Jahrhundert, nachdem das Riesengebirge an das Schienennetz angeschlossen worden war. Um 1900 hatte die Baude auf der Schneekoppe eine Kapazität von 300 Betten. Waren alle belegt, wurde eine rote Fahne gehisst. Interessant ist in diesem Zusammenhang die nebenstehende Postkarte. Die rote Fahne ist durch eine schwarz-rot-goldene Flagge ersetzt. Die Höhe der Schneekoppe ist auf der Karte übrigens fälschlicherweise mit 1.605 m angegeben.
Dass die Schneekoppe damals ein beliebter Ausflugsort war, beweißt die Zahl der vom Gipfel abgeschickten Postkarten. Zwischen dem 9. und 16. August 1900 waren es 10.228 Stück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Schneekoppe - bis 1947 - militärisches Sperrgebiet. Erst nach dem Abschluss eines Tourismusabkommens mit der damaligen CSSR in den 1950er Jahren, konnte sich der Tourismus im Riesengebirge wieder freier entfalten. Nach der Verhängung des Kriegszustandes in Polen am 13. Dezember 1981 galten für die polnische Seite des Riesengebirges strenge Restriktionen. Im "Ufo" auf der Schneekoppe war Militär stationiert. Über den Gipfel hatten die Soldaten eine Leine gespannt, die Wanderer von der tschechischen Seite aus nicht übertreten durften. Ausländern - darunter auch denjenigen aus dem "Bruderland DDR" -, die ihren Urlaub im tschechischen Teil des Riesengebirges verbrachten, war das Wandern auf dem Pass verboten. Das ist Geschichte. Seit der politischen Wende in Polen und erst recht, seitdem Polen und Tschechien dem Schengenraum angehören, ist grenzenloses Wandern möglich. (fh)

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Schneekoppe (Śnieżka), Polen21.10.2017 – 13:52 Uhr
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