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Riesengebirge - Burg Kynast (Zamek Chojnik)

Weithin sichtbar sind die Ruinen der Burg Kynast im Riesengebirge, die auf dem 627 m hohen Berg Chojnik in Sobieszów steht, einem Stadtteil von Hirschberg (Jelenia Góra). Die Burgruine zog Wanderer und Ausflügler schon im 18. und 19. Jahrhundert magisch an. Vor allem für die im nahe gelegenen Bad Warmbrunn (Cieplice) wohnenden Kurgäste war ein Ausflug auf den Chojnik eine willkommene Abwechslung. Davon zeugen zahlreiche Zeichnungen aus jener Zeit. Ein Stich von Endler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert zeigt zum Beispiel eine Gruppe von Wanderern mit einem Bergführer vor dem Eingang der Burg. Auf anderen Bildern sind Ausflügler zu sehen, die mit Sänften auf den Chojnik hinaufgetragen werden.

Burg Kynast im Riesengebirge
Foto: pl.wiki: Jojo

Die Geschichte der Burg reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Fürst Bolko I. baute auf dem Chojnik eine Befestigungsanlage, die sein Sohn Bolko II. zwischen 1353 und 1364 zu einer Wehrburg ausbauen ließ. Die Burg hatte zu dieser Zeit einen rechteckigen Grundriss und bestand lediglich aus einem Wohnhaus und einem von einer Mauer umgebenen Burghof. Im Osten der Festungsanlage erhob sich ein Wehrturm.

Ende des 14. Jahrhunderts geht die Burg in den Besitz des Ritters Gotsch Schaff über, dessen Dynastie sich später von Schaffgotsch nennt. Der Ritter beginnt noch im 14. Jahrhundert mit dem Bau einer Kapelle über dem Eingangstor. Sie ist nach dem heiligen Georg und der heiligen Katharina benannt. Ihre Mauern bestehen aus rotem Sandstein. Fertig gestellt wird die Kapelle 1405. In den folgenden 250 Jahren bauen die Burgherren die Festungsanlage mehrmals aus und um. Im 15. Jahrhundert wird der Burghof erweitert und ein Pranger aufgestellt (1410), der noch heute steht. Im 16. Jahrhundert lassen die Burgherren im Nordosten eine Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden errichten.

In der Zwischenzeit hat die Burg mehrmals ihren Besitzer gewechselt. 1364 gab Bolko II. die Burg Thimo von Colitz als Pfand und löst sie später wieder ein. Aber nicht von Thimo von Colitz, sondern von Karl IV, König von Böhmen, der die Rechte an der Burg für 2.500 Prager Groschen erworben hatte. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) bezichtigt Kaiser Ferdinand II. von Habsburg den damaligen Burgherren Hans Ulrich von Schaffgotsch des Verrats, lässt ihn hinrichten und zieht die Güter des Delinquenten ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhält die Familie von Schaffgotsch die Besitztümer zurück. Oberhaupt der Familie ist zu diesem Zeitpunkt Hans Ulrich Christoph von Schaffgotsch, der Sohn des Hingerichteten.

Eine tragische Wende nimmt die Geschichte der Burg Kynast am 31. August 1675. Ein Sturm fegt über das Riesengebirge hinweg und lässt einen Blitz in die Festung einschlagen. Kynast geht in Flammen auf und brennt ab. An einen Wiederaufbau denkt die Familie von Schaffgotsch nicht. Sie hat ihren Familiensitz nach Bad Warmbrunn verlegt. Die Burg verfällt und wird im 18. und 19. Jahrhundert, wie bereits erwähnt, zu einem beliebten Ausflugsziel. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Andrang der Ausflügler so groß, dass sich der Betrieb einer Gaststätte wirtschaftlich lohnt. Auch eine Station für Bergführer wird auf Kynast eröffnet. Bis heute gibt es hier eine Gaststätte. In den 1960er Jahren eröffnete der Polnische Verband für Touristik und Landeskunde (PTTK) eine Herberge. Trotz aller Veränderungen in der 700jährigen Geschichte der Burg Kynast ist der einmalige Ausblick auf den Kamm des Riesengebirges, die Schneekoppe und über das Hirschberger Tal geblieben, den Touristen vom Burgturm aus genießen können. Die Natur um den Berg Chojnik herum ist geschützt. Sie ist Teil des Nationalparks Riesengebirge. (fh)

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