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Das jüdische Hospital in Lublin

1886 wurde in der ul. Lubartowska 81 das Alte Jüdische Hospital mit einer Kapazität von 50 Betten eröffnet. Das Haus beherbergte eine kleine Synagoge und war von einem Park umgeben. Der erste Direktor des Hospitals hieß Dr. David Cynberg.

Ehemaliges Jüdisches Krankenhaus in Lublin
Foto: Frank Hilbert

Vorher befand sich das jüdische Krankenhaus in der ul. Sienna am Fuße des alten jüdischen Friedhofs und hatte 18 Betten für bedürftige jüdische Einwohner der Stadt. Es musste mit wenig Geld auskommen, und so verwundert es nicht, dass zu wenig medizinisches Personal hier arbeitete und ständig ein Mangel an Medikamenten herrschte. Die Arbeit in einem Krankenhaus war im 19. Jahrhundert nicht ungefährlich, wie der Fall von Dr. Franciszek Arct beweist, der in den 1850er Jahren das Krankenhaus leitete. Arct war zum Evangelikalismus konvertiert und gehörte zu den assimilierten Juden, denen es erlaubt war, außerhalb des jüdischen Viertels zu leben. Während einer Cholera-Epidemie 1856 steckte er sich während der Arbeit an und verstarb.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entschloss sich die jüdische Gemeinde, ein neues Hospital in der ul. Lubartowska 81 zu bauen. Finanziert wurde der Neubau mit Geld der jüdischen Gemeinde und durch private Spenden. Obwohl das Krankenhaus auch in den folgenden Jahrzehnten mit wenig Geld auskommen musste, entwickelte es sich zu einer modernen Institution.
Als der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin 1924 durch Polen reiste, besuchte er auch das jüdische Krankenhaus in Lublin:

Hinter einem grünen Vorplatz das jüdische Hospital. Ich gehe hinein, blicke über die Korridore, in die Säle. Ein rotes Emailschild im Gang dankt für die 'Amerikanische Hilfe'. Es ist jemand gestorben; das gesangvolle Klageweinen einer Frau schallt über den Flur.[1]

Nach der Besetzung Polens durch deutsche Truppen im September 1939, entfernten die Besatzer die modernen medizinischen Geräte. Behandelt wurden nur noch Einwohner des jüdisches Ghettos, in dessen Grenzen auch das Krankenhaus lag. Das Ende kam im März 1942, als die Deutschen im Zuge der Liquidierung des Ghettos alle Patienten und das gesamte medizinische Personal ermordeten, einige direkt im Krankenhaus, andere im unweit von Lublin gelegenen Dorf Dys. Insgesamt rund 300 Menschen.

In dem nach dem Krieg erweiterten Bau befinden sich heute eine gynäkologische und eine Geburtsstation für die Lubliner Bevölkerung.
Eine Gedenktafel an einer Seitenfassade des Krankenhauses erinnert an die Geschichte des Hauses. (fh)

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Sehenswürdigkeit

Jüdisches Hospital
ul. Lubartowska 81
20-123 Lublin

Anmerkung:

Auch heute noch wird das Gebäude als Krankenhaus genutzt und kann deshalb nicht von Innen besichtigt werden.

Anmerkungen

  1. Alfred Döblin, Reise durch Polen, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, 2000, S. 170

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