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Krakau (Kraków) - Geschichte auf Schritt und Tritt

Krakau - Geschichte auf Schritt und Tritt

Nirgends lebt man so sehr von der Einbildungskraft und so wenig von der Realität wie in Krakau. [1]
Regungslos wie aus Stein gemeißelt steht sie da. Wer die "Biala Dama", die "weiße Dame", auf Krakaus altstädtischem Marktplatz "Rynek Glowny" beobachtet, der kann durch das Gurren Hunderter von Tauben, die unermüdlichen Rufe der Blumenhändler, das ineinanderfließende Tönen der Straßenmusikanten an jeder Ecke hindurch für einen kurzen Moment die Ruhe hören, die die weiß gewandete Mime ausstrahlt. Seit sie die Theaterbühne mit dem Platz vor der Marienkirche vertauschte und damit eine Krakauer Legende schuf, zieht sie an sonnigen Tagen die Augen von Touristen wie Einheimischen auf sich. So sehr, dass aus der Marienkirche zeitweise Beschwerden laut wurden.

Tuchhalle in KrakauPolen Fotos
Die Tuchhallen auf dem Markt von Krakau (Kraków). Fotos: Frank Hilbert

Dabei ist Sorge um die Anziehungskraft der gotischen Basilika in Krakau (Kraków) unnötig: Wer nicht direkt zu dem berühmten Altar und dem Kruzifix von Veit Stoß eilt, der wird doch den Trompeter auf einem der beiden markanten, weil unterschiedlichen Kirchtürme nicht überhören. Stündlich erinnert dieser mit abbrechendem Signal an den Tod eines Wächters beim Ansturm der Mongolen auf Krakau.

Genießen lässt sich die Zeremonie in einem der zahlreichen Straßencafes in den Bürgerhäusern am Platz, mit Blick auf die Tuchhallen, eine der Hauptattraktionen von Krakau, den Rathausturm sowie das Denkmal für den Dichter Adam Mickiewicz. In der Vorweihnachtszeit können hier auch die bunten Krippen bewundert werden, die Krakauer Bürger für den jährlichen Krippenwettbewerb basteln.

Altar von Veit Stoss in der Marienkirche in Krakau
Altar von Veit Stoss in der Marienkirche von Krakau.

Vom Markt in Krakau (Kraków) aus, einem der größten mittelalterlichen Plätze Europas, führen elf Straßen in die Altstadt mit ihren Bürgerhäusern aus sämtlichen Epochen sowie zahlreichen Museen und Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen nicht zuletzt das älteste erhaltene Universitätsgebäude "Collegium Maius", die Franziskanerkirche mit Jugendstil-Wandmalereien und -fenstern, Krakaus (Kraków) erste barocke Kirche St. Peter und Paul sowie die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Einen Besuch wert sind auch die stilvollen und traditionsbewussten Cafes, Bars und Restaurants, die nicht selten in Kellergewölben mit exquisiter Gastronomie aufwarten. Kennen muss man selbst in dieser stets von Musik durchzogenen Stadt jene Etablissements, wo die Krakauer unter Polens Musikgrößen wie der Jazzer Janusz Muniak auch auf dem heimischen Plattenteller ihren Platz haben.

Südlich der Altstadt erhebt sich der Wawel-Hügel mit dem früheren Königsschloss, das besichtigt werden kann und verschiedene Ausstellungen birgt (Erklärungen teils leider nur polnisch), sowie der Kathedrale. Von der Bergkuppe aus reicht der Blick übers Land und die moderneren Stadtteile Krakaus. Im östlich der Altstadt gelegenen ehemaligen Judenviertel Kazimierz ist die alte Synagoge hervorragend restauriert und als Museum gestaltet. Noch als Gotteshaus genutzt wird die Synagoge Remuh. Der sie umgebende, im Zweiten Weltkrieg leider teils zerstörte Friedhof ist einer der ältesten in Europa. Cafes und Restaurants in Kazimierz bieten jüdische Speisen und sind unter anderem Treffpunkt der rund 200000 Krakauer Studenten. Stadtführer wandeln auf den Spuren des Spielberg-Films "Schindlers Liste", der teilweise in Kazimierz gedreht wurde.

Nowa Huta, Krakaus größter Stadtteil, darf als Paradebeispiel sozialistischer Stadt- und Wohnraumplanung gelten. Erreichbar in der Umgebung Krakaus sind außerdem das Salzbergwerk Wieliczka, das Kloster Tyniec, das Konzentrationslager Auschwitz sowie der Ocjów-Nationalpark. (Christine Eichelmann)

Karte

Landkarte von Polen mit Krakau (Kraków)

Wetter

Krakau (Kraków), Polen30.04.2017 – 22:42 Uhr
klarer himmel
KrakauWetter Polen7 °CLuftfeuchte: 75%
Luftdruck: 1020 hPa
Windgeschwindigkeit: 3.1 m/s
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Wirtschaft

Hauptstadt des Verwaltungsbezirkes Krakau. Die Stadt ist mit seiner Kohle-, Zink-, Salz-, Eisen- und Stahlindustrie ein wichtiges Industriezentrum im Süden Polens.

Einwohner

740.000 (Stand 1997)

Bildung:

Krakau beherbergt außerdem die 1364 gegründete "Jagiellonische Universität" und eine Technische Universität.

Touristeninformation

InfoKraków Sukiennice (Tuchhallen)
Rynek Główny 1-3
31-042 Kraków
Tel.: +48 (0) 12 4337310
E-Mail: sukiennice@infokrakow.pl

Karte

Krakau (Kraków) - Tuchhallen, Rynek Główny 1-3, 31-042
Krakau (Kraków) - Tuchhallen, Rynek Główny 1-3, 31-042 Kraków (Google Maps)
  1. www.krakow.pl
  2. www.infokrakow.pl
  3. pl-pl.facebook.com/wwwKrakowPL?ref=ts
  4. www.youtube.com/wwwkrakowpl

Anmerkungen

  1. Tadeusz Boy-Żeleński (1874-1941)