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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Krakau (Kraków) – Geschichte auf Schritt und Tritt

Die alte Königsstadt Krakau (Kraków) kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken. Sie gilt als Polens heimliche Hauptstadt und war bis 1596 eine echte. Bekannt ist Krakau für ihren gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern und ihr jüdisches Viertel. Mittelpunkt der Stadt ist der Marktplatz mit der Marienkirche aus dem 14. Jahrhundert und den Tuchhallen. Auf der Wawelburg am Ufer der Weichel haben die polnischen Könige ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Tuchhalle in KrakauPolen Fotos
Die Tuchhallen auf dem Markt von Krakau (Kraków). Fotos: Frank Hilbert

Krakau – Geschichte auf Schritt und Tritt

Nirgends lebt man so sehr von der Einbildungskraft und so wenig von der Realität wie in Krakau.[1]

Regungslos wie aus Stein gemeißelt steht sie da. Wer die "Biala Dama", die "weiße Dame", auf Krakaus altstädtischem Marktplatz "Rynek Glowny" beobachtet, der kann durch das Gurren Hunderter von Tauben, die unermüdlichen Rufe der Blumenhändler, das ineinanderfließende Tönen der Straßenmusikanten an jeder Ecke hindurch für einen kurzen Moment die Ruhe hören, die die weiß gewandete Mime ausstrahlt. Seit sie die Theaterbühne mit dem Platz vor der Marienkirche vertauschte und damit eine Krakauer Legende schuf, zieht sie an sonnigen Tagen die Augen von Touristen wie Einheimischen auf sich. So sehr, dass aus der Marienkirche zeitweise Beschwerden laut wurden.

Dabei ist Sorge um die Anziehungskraft der gotischen Basilika in Krakau (Kraków) unnötig: Wer nicht direkt zu dem berühmten Altar und dem Kruzifix von Veit Stoß eilt, der wird doch den Trompeter auf einem der beiden markanten, weil unterschiedlichen Kirchtürme nicht überhören. Stündlich erinnert dieser mit abbrechendem Signal an den Tod eines Wächters beim Ansturm der Mongolen auf Krakau.

Genießen lässt sich die Zeremonie in einem der zahlreichen Straßencafes in den Bürgerhäusern am Platz, mit Blick auf die Tuchhallen, eine der Hauptattraktionen von Krakau, den Rathausturm sowie das Denkmal für den Dichter Adam Mickiewicz. In der Vorweihnachtszeit können hier auch die bunten Krippen bewundert werden, die Krakauer Bürger für den jährlichen Krippenwettbewerb basteln.

Altar von Veit Stoss in der Marienkirche in Krakau
Altar von Veit Stoss in der Marienkirche von Krakau.

Vom Markt in Krakau (Kraków) aus, einem der größten mittelalterlichen Plätze Europas, führen elf Straßen in die Altstadt mit ihren Bürgerhäusern aus sämtlichen Epochen sowie zahlreichen Museen und Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen nicht zuletzt das älteste erhaltene Universitätsgebäude "Collegium Maius", die Franziskanerkirche mit Jugendstil-Wandmalereien und -fenstern, Krakaus (Kraków) erste barocke Kirche St. Peter und Paul sowie die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Einen Besuch wert sind auch die stilvollen und traditionsbewussten Cafes, Bars und Restaurants, die nicht selten in Kellergewölben mit exquisiter Gastronomie aufwarten. Kennen muss man selbst in dieser stets von Musik durchzogenen Stadt jene Etablissements, wo die Krakauer unter Polens Musikgrößen wie der Jazzer Janusz Muniak auch auf dem heimischen Plattenteller ihren Platz haben.

Südlich der Altstadt erhebt sich der Wawel-Hügel mit dem früheren Königsschloss, das besichtigt werden kann und verschiedene Ausstellungen birgt (Erklärungen teils leider nur polnisch), sowie der Kathedrale. Von der Bergkuppe aus reicht der Blick übers Land und die moderneren Stadtteile Krakaus. Im östlich der Altstadt gelegenen ehemaligen Judenviertel Kazimierz ist die alte Synagoge hervorragend restauriert und als Museum gestaltet. Noch als Gotteshaus genutzt wird die Synagoge Remuh. Der sie umgebende, im Zweiten Weltkrieg leider teils zerstörte Friedhof ist einer der ältesten in Europa. Cafes und Restaurants in Kazimierz bieten jüdische Speisen und sind unter anderem Treffpunkt der rund 200000 Krakauer Studenten. Stadtführer wandeln auf den Spuren des Spielberg-Films "Schindlers Liste", der teilweise in Kazimierz gedreht wurde.

Nowa Huta, Krakaus größter Stadtteil, darf als Paradebeispiel sozialistischer Stadt- und Wohnraumplanung gelten. Erreichbar in der Umgebung Krakaus sind außerdem das Salzbergwerk Wieliczka, das Kloster Tyniec, das Konzentrationslager Auschwitz sowie der Ocjów-Nationalpark. (Christine Eichelmann)

Sehenswürdigkeiten in Krakau (Kraków)

  • Wawel-Burg mit Kathedrale und Königsschloss, ul. Wawel 5
  • Marienkirche (Bazylika Mariacka): gotische Kirche mit einem Hochaltar von Veit Stoß (1447 – 1533), einer barocken Kanzel und Kapellen aus der Renaissance-Zeit, Nordturm aus dem 15. Jhd. diente als Wachturm, plac Mariacki 5
  • Tuchhallen: Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, 1875 nach Plänen von Tomasz Prylinski umgebaut, beherbergen ein Museum für  polnische Malerei aus dem 19. Jhd., Cafés und Restaurants unter den Arkaden, Verkaufsstände mit Souvenirs im Inneren, Rynek Główny 1
  • Route unter dem Markt von Krakau, archäologische Ausgrabungsstätte unter dem Markplatz, die besichtigt werden kann, Rynek Główny 1
  • Rathausturm, Überbleibsel des 1820 abgerissenen Rathaus aus dem Mittelalter, Rynek Główny
  • Czartoryski-Museum, berherbergt die Sammlung der Fürstin Izabella Czartoryska, das bekannteste Bild: Dame mit dem Hermelin von leonardo da Vinci, św. Jana 19
  • Collegium Maius: Ausprung der heutigen Jagiellonen-Universität Krakau,  zwischen 1840 und 1870 im neogotischen Stil umgebaut, beherbergt das Universitätsmuseum, ul. Jagiellońska 15
  • Café Jama Michalika, Jugendstileinrichtung, Künstler und Studenten gründeten hier 1905 das Kabarett "Der kleine grüne Luftballon" (Zielony Balonik), Floriańska 45
  • Florianstor aus dem 14. Jhd., Teil der Stadtbefestigungsanlagen, am Ende der ul. Floriańska
  • Barbakane: runder Wehrturm aus dem späten 15. Jhd., ul. Basztowa (vor dem Florianstor)
  • Rathaus von Kazimierz, 1414 errichtet, danach mehrmals umgebaut, beherbergt das Ethnografische Museum, 
  • Kirche und Kloster "Auf dem Felsen", Stadtteil Kazimierz, barocke Kirche, besonders sehenswert ist die Krypta, in der bedeutende polnische Künstler und Wissenschaftler ihre letzt Ruhestätte gefunden haben, ul. Skałeczna 15 
  •  Synagoge Remuh und Friedhof, Stadtteil Kazimierz, 1553 gegründet und nach dem Schriftsteller und Philosophen Rabbi Moses Remuh benannt, ul. Szeroka 40
  • Alte Synagoge (Stara Synagoga), , Stadtteil Kazimierz, errichtet im 15. Jahd und zwischen 1557 und 1570 umgebaut, erhalten sind die Bima und der Schrein für die Thorarollen, heute Sitz des Jüdischen Museums Galizien, ul. Szeroka 24
  • Neuer Jüdischer Friedhof (Nowy cmentarz żydowski), Stadtteil Kazimier, im 19. Jahrhundert angelegt, hier liegen zahlreiche jüdische Persönlichkeiten, ul. Miodowa 55
  • Stadtteil Nowa Huta, 1949 gegründeter Stadtteil als Standort für ein Eisenhüttenwerk, ein großer Teil der Wohnhäuser im Stil des sozialistischen Klassizismus errichtet, plac Centralny Imienia Ronalda Reagana

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

  • Salzbergwerk Wieliczka
  • Benediktinerkloster Tyniec
  • Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz
  • Zakopane in der Hohen Tatra
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Landkarte von Polen mit Krakau (Kraków)

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Krakau (Kraków), Polen30.05.2020 – 03:07 Uhr
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KrakauWetter Polen9.42 °CLuftfeuchte: 61%
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Wirtschaft

Hauptstadt des Verwaltungsbezirkes Krakau. Die Stadt ist mit seiner Kohle-, Zink-, Salz-, Eisen- und Stahlindustrie ein wichtiges Industriezentrum im Süden Polens. Die Stadt lebt auch vom Tourismus.

Einwohner

774.839 (Stand 2019)

Bildung:

Krakau beherbergt die 1364 gegründete "Jagiellonen-Universität" und eine Technische Universität.

Touristeninformation

InfoKraków Sukiennice (Tuchhallen)
Rynek Główny 1-3
31-042 Kraków
Tel.: +48 (0) 12 4337310
E-Mail: sukiennice@infokrakow.pl
Internet: infokrakow.pl

  1. www.krakow.pl

Anmerkungen

  1. Tadeusz Boy-Żeleński (1874-1941)

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