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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Die Besiedlung von Ermland

Och de Schof on Kälwe wölle e Maul voll Häh. [1]
Trotz der brutalen Ausrottungspolitik des Deutschen Ordens gegen die Prussen müssen bis ca. Mitte des 14. Jahrhunderts noch viele von ihnen in den schwer zugänglichen, dichten Wäldern im Südosten Ermlands gelebt haben. In den Quellen (Kirchensynoden) finden wir Vermerke darüber, dass in jener Zeit von Priestern verlangt wurde, nicht nur deutsch, sondern auch in Prussisch zu predigen bzw. die Hilfe eines Prussisch sprechenden Diakons in Anspruch zu nehmen. Diese Anordnung erlaubt die Schlussfolgerung, dass die Zahl der prussischen Gläubigen nicht unbedeutend gewesen sein kann.

Holzhaus in Liebenthron (Klon) in Masuren
Altes Holzhaus in Liebenberg (Klon). Foto: Frank Hilbert

Die ermländischen Fürstbischöfe holten gern Sieder aus ihrer eigenen Heimat ins Land. Neu gegründete Städte wurden mit Kolonisten aus Schlesien und Norddeutschland besiedelt. Auf Einwirken aus Schlesien stammender Fürstbischöfe kamen nach Heilsberg (Lidzbark Warminski), Womditt (Orneta), Guttstadt (Dobre Miasto) und Seeburg (Jeziorany) Schlesier. Die Besiedlungsgeschichte spiegelt sich nicht nur in schriftlichen Quellen wieder, auch die bis 1945 in den jeweiligen Regionen Ermlands gesprochene Mundart lässt auf die Ursprünge der dort ansässigen Bevölkerung Rückschlüsse zu. Der aus Lübeck stammende Bischof Heinrich Fleming hatte den Kreis Braunsberg kolonisiert, und auch ins Kreis Braunsberg (Braniewo) kamen Kolonisten aus Norddeutschland. Daher sprach man auch im Haffgebiet (Frauenburg), in und um Braunsberg, in Rössel (Reszel) und Mehlsack (Pieniezno) eine niederdeutsche Mundart (das sog. „nordermländische Platt“, auch „Käslauisch“ oder „Braunsberger Nederlandsch“). Im mittleren Teil Ermlands (Heilsberg, Wormditt, Guttstadt, Seeburg), an dessen Besiedlung die aus Schlesien stammende Fürstbischöfe Anselm, Eberhard und Arnold von der Neisse einen großen Anteil hatten, sprach man Breslauisch, einen mitteldeutschen Dialekt (Beispiel s. Überschrift des Artikels).

Die Bevölkerungsstruktur veränderte sich im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts, als in Folge von Kriegen insbesondere der südliche Teil Ermlands entvölkert wurde. Zum ersten Teil erwähnen die Quelle auch polnische Lokatoren: Siedler aus dem benachbarten Masowien. Seit 1570, als polnische Bischöfe den ermländischen Bischofsstuhl seit bestiegen, kamen auch polnischer Klerus sowie polnische Beamte und Adlige nach Ermland. Die ländliche Bevölkerung Masurens sprach "Masurisch", eine polnische, masowische Mundart. Die Einwohner der ermländischen Städte blieben dagegen überwiegend deutschsprachig. Das Deutschtum im Ermland erlosch endgültig mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach der Flucht und Vertreibung 1945 blieben hier nur wenige Deutsche zurück. Die heutigen Einwohner Ermlands sind Polen, deren Eltern und Großeltern aus den früheren Ostgebieten Polens (heute: Westukraine, Litauen und Weißrussland) zwangsumgesiedelt worden waren. (Barbara A. Woyno)

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11-730 Mikołajki
Tel.: +48 (0) 87 4216850
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Nikolaiken (Mikołajki), Plac Wolności 7, 11-730
Nikolaiken (Mikołajki), Plac Wolności 7, 11-730 Mikołajki (Google Maps)

Anmerkungen

  1. "Von Menschen und Mundarten"