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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Westerplatte in Danzig (Gdańsk)

Mit einem Schuss aus den Geschützen des deutschen Linienschiffes "Schleswig-Holstein" am 1. September 1939 begann der II. Weltkrieg. 1.500 deutsche Soldaten griffen mit schweren Geschützen und Flugzeugendie auf der Westerplatte in Danzig (Gdańsk) stationierten 182 polnischen Soldaten an. Es war kein leichtes Unternehmen, wie die Deutschen erwartet hatten. Die polnischen Verteidiger leisteten unter der Führung von Major Henryk Sucharski sieben Tage lang erbitterten Widerstand. Von den Kämpfen zeugen heute noch die zerstörte Kaserne und der Bunker. Im Wachhaus Nr. 1 befindet sich eine kleine Ausstellung. 1966 errichteten die Danziger auf der Westerplatte ein Denkmal, das an die Kämpfe im September 1939 erinnert. Für die Polen ist die Westerplatte das Symbol des Widerstandes gegen Nazideutschland.

Denkmal auf der Westerplatte in DanzigPolen Fotos
"Denkmal für die Helden der Westerplatte" entstand nach den Entwürfen von Adam Haupt und Franciszek Duszenko. Fotos: Frank Hilbert

Als Polen 1920 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages seine Unabhängigkeit wieder erlangte, besaß das Land zwar einen Zugang zur Ostsee, jedoch keinen eigenen Ostseehafen. Aus diesem Grund wickelte Polen seine Munitionstransporte aus dem Ausland über den Danziger Hafen ab. Die Umladearbeiten überwachte eine kleine Abteilung polnischer Soldaten. Das war der Grund für wiederholte Spannungen zwischen Danzig und Polen. Am 14. März 1925 erlaubte deshalb der Völkerbundsrat Polen, auf der Westerplatte eine eigene Umschlagbasis zu bauen. Die Rahmenbedingungen legte der Völkerbundsrat fest. Sie erlaubten das Ausheben eines Hafenbeckens und die Stationierung von 88 polnischen Soldaten. Darüber hinaus durfte Polen bis zu 30 Zivilpersonen beschäftigen. Der Bau von Verteidigungsanlagen war nicht gestattet. Die Stadt Danzig überließ Polen die Westerplatte unbefristet und unentgeltlich.

Stacheldrahtverhaue am Zugang zur Halbinsel

In den 1930er Jahren nahmen die politischen Spannungen zwischen Polen und Deutschland zu. Um einen eventuellen Angriff der Deutschen abzuwehren, begann Polen zwischen 1933 und 1934 mit dem Bau von fünf Wachgebäuden mit kleinen Kampfbunkern und Maschinengewehrstellungen in den Kellern. 1936 konnten die Soldaten ein neues Kasernengebäude beziehen, die Wache Nr. 6. Im Sommer 1939 verschärfte sich der Ton Deutschlands gegenüber Polen weiter und ein militärischer Angriff seitens Deutschlands wurde immer wahrscheinlicher. Die polnische Armee reagierte mit dem Ausbau der Verteidigungsanlagen. Polnische Soldaten legten Gewehrstellungen für Infanterie an, hoben Verteidigungsgräben aus und verlegten Stacheldrahtverhaue am Zugang zur Halbinsel. Die Zahl der Soldaten hatte Polen bereits heimlich auf 182 erhöht. Sollte es zum Krieg mit Deutschland kommen, war außerdem die Mobilisierung von 20 Zivilangestellten geplant.

Am 25. August 1939 kam das deutsche Linienschiff "Schleswig-Holstein" zu einem Freundschaftsbesuch nach Danzig. Es gab die üblichen Empfänge. An einem nahmen der Hohe Kommissar des Völkerbundes, Carl Jacob Burckhardt, teil. Ihm gegenüber zeigte der Kapitän der Schleswig-Holstein ein schlechtes Gewissen:

Ich habe einen furchtbaren Auftrag, den ich vor meinem Gewissen nicht verantworten kann.

Auch Marian Chodacki, der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, kam auf das Kriegsschiff. Später sagte er, es sei der schwerste Gang in seinem Leben gewesen. Im Morgengrauen des 1. Septembers nahm das Kriegsschiff Position vor der Festung Weichselmündung - nur wenige hundert Meter von der Westerplatte entfernt – ein. Um 4.45 Uhr begann die „Schleswig-Holstein“ aus ihren 28- und 10,5-cm-Geschützen mit dem Beschuss der Westerplatte. Der II. Weltkrieg hatte begonnen. Von Land aus griff eine 300 Mann starke Sturmabteilung der Marine, die an Bord der "Schleswig-Holstein" nach Danzig gekommen war, unterstützt von Danziger SS-Heimwehr, die Westerplatte an. Deutsche Soldaten nahmen vom Leuchtturm und einem daneben stehenden Gebäude in Danzig Neufahrwasser die Westerplatte mit Maschinengewehren unter Beschuss.

Bunker auf der Westerplatte in Danzig
Bunker auf der Westerplatte, in dem sich ein kleines Museum befindet.

Angriff mit Stuka (Sturzkampfbombern)

Die deutsche Marineeinheit griff am ersten Tag das Munitionsdepot unter hohen Verlusten an, konnte es aber nicht im Sturm einnehmen. Als ein weiterer Angriff am darauffolgenden Tag ebenfalls erfolglos blieb, fordeten die Deutschen Luftunterstützung an. 40 Ju-87 (Stuka) bombardierten die Westerplatte. Ohne Erfolg. Insgesamt waren auf deutscher Seite 3.400 Soldaten unmittelbar oder mittelbar an den Kämpfen beteiligt.
Die polnischen Soldaten waren dagegen auf sich allein gestellt. Die ursprünglichen Pläne sahen vor, dass ihnen im Kriegsfall ein Batallion aus der Tucheler Heide zur Hilfe eilen sollte, das jedoch im August abgezogen worden war. Entsatz war also nicht in Sicht. Ohnehin lautete der Befehl lediglich, die Westerplatte 12 Stunden lang zu verteidigen. Die polnische Besatzung hielt länger durch. Nach sieben Tagen Verteidigung ergab sich der Kommandant der Westerplatte, Major Henryk Sucharski, den Deutschen. Von seinen 217 Soldaten waren 15 während der Kämpfe ums Leben gekommen. 13 gingen schwer verletzt in Kriegsgefangenschaft. Der Funker der Westerplatte kam später in deutscher Haft ums Leben.
Am 8. Oktober 1939 konnte das Oberkommando der Wehrmacht vermelden:

Die Operationen in Polen nahmen gestern an vielen Stellen den Charakter einer Verfolgung an, nur an einzelnen Stellen kam es noch zu ernsteren Kämpfen [...] Die Besatzung der Westerplatte in Danzig hat sich ergeben, ihr Widerstand wurde durch Pioniere, Marine-Sturmkompanien und SS-Heimwehr unter Mitwirkung der "Schleswig-Holstein" gebrochen [...]

An die sieben Tage Verteidigung erinnern heute sieben Feuerstehlen und sieben Fahnenmasten auf dem Gelände der Westerplatte. Am 9. Oktober 1966 wurde außerdem ein 25 m hohes Denkmal aus Granit enthüllt, aus dem die Köpfe eines Soldaten und eines Matrosen herausgearbeitet sind. Das "Denkmal für die Helden der Westerplatte" entstand nach den Entwürfen von Adam Haupt und Franciszek Duszenko, zwei Professoren der Danziger Hochschule für Bildende Künste. Erst in den 1970er Jahren konnte ein kleines Museum in der Wache Nr. 1 eröffnet werden. Die Wache war während der Kampfhandlungen fast unbeschädigt geblieben. Einschusslöcher zeugen aber noch von den Kampfhandlungen. Vor dem Eingang zur Ausstellung stehen Hülsen von Granaten des Linienschiffes "Schleswig-Holstein".

Henryk Sucharski starb 1946 in Neapel. Seine sterblichen Überreste wurden 1971 von Neapel nach Danzig überführt und auf der Westerplatte beigesetzt. (fh)

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Der Film "1939 Battlefield Westerplatte - The Beginning of World War 2" ist ein Spielfilm mit Dokumentarcharakter. Im Mittelpunkt des Films steht ein Konflikt zwischen dem Komandanten der Westerplatte, Henryk Sucharski, auf der einen Seite und seinem Stellvertreter, Major Franciszek Dąbrowski, und weiteren Offizieren auf der anderen Seite. Weil Sucharski sich den Deutschen schon nach kurzer Zeit ergeben wollte, enthoben ihn die Offiziere seiner Funktionen.

Sehenswürdigkeit

Wache Nr. 1 auf der Westerplatte (Wartownia Nr 1 Westerplatte)
ul. Mjr. H. Sucharskiego
80-601 Gdańsk
Tel.: +48 (0) 58 7679164
E-Mail: westerplatte@mhmg.pl
Internet: www.mhmg.pl/oddzial/5/wartownia-nr-1-westerplatte

Öffnungszeiten:

Geöffnet vom 5. Mai bis zum 30. Oktober täglich von 9 bis 16 Uhr.


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