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Biskupin – 2700 Jahre Geschichte hautnah erleben

Auf einer Halbinsel am Biskupiner See steht eines der ältesten und beliebtesten Museumsdörfer in Polen. Es handelt sich um die Rekonstruktion einer Lausitzer Niederburg aus der frühen Steinzeit. Offizieller Name: Archäologisches Museum in Biskupin (Muzeum Archeologiczne w Biskupinie). Um den Gästen die Geschichte und Kultur in der Region Biskupin von der Steinzeit bis zum späten Mittelalter näher zu bringen, hat das Museum ein außergewöhnliches Konzept entwickelt, das besonders bei Kindern und Jugendlichen ankommt. Vorzeitlich gekleidete Museumsmitarbeiter zeigen an verschiedenen Stellen auf dem 24 ha großen Gelände, wie die Menschen in der damaligen Zeit kochten, Feuer mit einfachsten Mitteln entfachten oder Gegenstände des täglichen Bedarfs herstellten. Kinder sind vom Pfeil-und-Bogen-Schießen und vom Stelzenlaufen begeistert.

Eine Frau steht vor dem Zugang zur restaurierten Niederburg in Biskupin in Polen Polen Fotos
Rekonstruierte Lausitzer Niederburg in Biskupin. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Während eines Ausflugs auf einer Seehalbinsel im Biskupin im Sommer 1933 erregten aus dem Wasser herausragende, ungewöhnliche Holzpfosten die Neugier des jungen Lehrers Walenty Szwajcar. Über seine Entdeckung informierte er umgehend die Mitarbeiter der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte des Großpolnischen Museums in Posen.

Im Herbst 1933 reiste der Archäologieprofessor Józef Kostrzewski nach Biskupin und ordnete nach kurzer Besichtigung des Terrains Ausgrabungen an. Diese begannen bereits im Frühjahr 1934. Die Entdeckung erwies sich als eine Sensation. Die Wissenschaftler legten ein über zwei Hektar großes Areal frei, auf dem eine recht gut erhaltene Lausitzer Niederburg aus der frühen Eisenzeit (800–450 v. Chr.) zum Vorschein kam.

Eine entscheidende Rolle bei der genauen Datierung der Entstehung der Burg spielte das Eichenholz, das man zum Bau der Siedlung verwendet hatte. Dendrologische Untersuchungen ergaben, dass die Eichen in den Jahren 747-722 v. Chr. gefällt worden waren. Um sich ein Gesamtbild von der Anlage zu verschaffen, machten die Forscher mithilfe eines Beobachtungsballons zahlreiche Luftaufnahmen, die man heute im Museum bestaunen kann.

Ursprünglich war die Burg von einem sog. „Wellenbrecher“ umgeben, der aus dicht nebeneinander im 45-Grad Winkel in den Erdboden gerammten, spitzen Holzpfählen errichtet war. Direkt hinter dem Wellenbrecher befand sich der Schutzwall, der 460 Meter lang, 3,5 tief lang und 6 Meter hoch war. Er bestand aus drei Reihen Eichenkästen aus Holzpfählen, die ineinander griffen. Von dem ca. 9 Meter hohen Tor führte ein Holzsteg in die Siedlung. Um die Siedlung herum verlief eine Ringstraße, die alle parallel verlaufenden Straßen miteinander verband. Auf beiden Seiten der auf die Ringstraße zulaufenden Querstraßen standen je 13 lange Reihenhäuser in Bohlenbauweise ausgeführt. Alle Häuser hatten ca. 70 bis 90 Quadratmeter Wohnfläche und besaßen denselben Grundriss: Sie waren in einen Vorraum und eine größere Wohnstube unterteilt, in der sich eine Feuerstelle und großes Schlaflager für die gesamte Familie befanden. Direkt an der Einfahrt zur Siedlung war ein kleiner, mit Flechtwerk ausgelegter Platz, auf dem vermutlich Versammlungen abgehalten wurden.

Museumsmitarbeiter im Museumsdorf Biskupin bei einer Schauvorführung
Museumsmitarbeiter zeigen, wie Gegenstände des täglichen Bedarfs hergestellt wurden. Foto: Frank Hilbert

Archäologischer Festspiele

Ein Teil der Schutzwallanlage mit Tor, einige Straßen und zwei Wohnhäuser sind zur Veranschaulichung der ursprünglichen Bebauung der Siedlung rekonstruiert worden. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Museumspavillon, in dem sich die Besucher mit der Geschichte und Kultur der Region Biskupin von der Steinzeit bis zum späten Mittelalter vertraut machen können. Im Rahmen der experimentellen Archäologie stellen Museumspädagogen regelmäßig altes Handwerk vor, und jedes Jahr in der dritten Septemberwoche finden auf dem Museumsgelände archäologische Festspiele statt, die immer unter einem anderen Motto stehen, z. B. „ Kelten – ein europäisches Volk", "Die Wikinger und ihre Nachbarn", "Der Mensch und seine Umwelt in vergangenen Zeiten". (fh)

Informationen für Touristen

  • Es steht ein großer Parkplatz für Gäste zur Verfügung.
  • Die Anreise ist auch mit einer Schmalspurbahn möglich. Es handelt sich um eine Schmalspurbahn, die zwischen den beiden Ortschaften Znin (Żnin) und Gonsawa (Gąsawa) und am Freilichtmuseum Biskupin hält. Vor allem für Kinder ist die Fahrt mit der Bahn, die eine Spurbreite von 600 mm hat, ein unvergessliches Erlebnis.
  • Im Freilichtmuseum gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, wo man sich stärken kann.
  • Beliebt bei Kinder ist der Streichelzoo.
  • In Schauvorführungen zeigen Museumsmitarbeiter, wie die Menschen in prähistorischer Zeit Gegenstände des täglichen Bedarfs herstellten, kochten und mit Pfeil und Bogen umgingen.

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Sehenswürdigkeit

Archäologisches Museum Biskupin (Muzeum Archeologiczne w Biskupinie)
Biksupin 17
88-410 Gąsawa
Tel.: +48 52 3025025
E-Mail: muzeum@biskupin.pl
Internet: www.biskupin.pl


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