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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Allenstein (Olsztyn)

Verwaltungszentrum der Woiwodschaft Ermland-Masuren ist Olsztyn (dts. Allenstein). Die Stadt liegt an der Grenze zwischen dem Ermland und dem Oberland und wurde am 31. Dezember 1348 erstmals schriftlich erwähnt. Das Stadtrecht erhielt Allenstein am 31. Dezember 1353 von Johannes von Leysen. Eines der historischen Wahrzeichen ist das Hohe Tor am Anfang der ul. Prosta Staromiejska. Es war Teil der Stadtmauer, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet wurde.

Marktplatz von Allenstein (Olsztyn)Polen Fotos
Marktplatz von Allenstein (Olsztyn). Fotos: Frank Hilbert

Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Das Ermländer Domkapitel errichtete zwischen 1347 und 1397 eine Burg direkt am Flüsschen Alle. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit verdienten sich die Stadtbewohner ihren Unterhalt mit Holzflößen, Leinen- und Fischhandel. Siebrauten Bier, brannten Wodka und bauten Tabak an. Im 16. Jahrhundert gab es auch Tuch- und Stellmacher, Schmiede und Glaser. Zahlreiche Kriege hatten den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt zur Folge, sodass um 1800einige historische Gebäude abgerissen werden mussten. Zu ihnen gehörte die aus dem 14. Jahrhundert stammende Heilig-Kreuz-Kirche, die 1803 abgerissen wurde. Seit der ersten Teilung Polens 1772 gehörte Allenstein zum Königreich Preußen.

Wirtschaftlicher Aufschwung

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Allenstein einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auslöser war der Bau von Eisenbahnlinien, durch den Allenstein zu einem wichtigen Verkehrsknopenpunkt avancierte. Dem Wirtschaftsboom folgten der Bau von Schulen und neuer Kirchen (1877: Evangelische Kirche, 1901: Herz-Jesu-Kirche, 1913: St. Josefskirche, 1914: Garnisonskirche). Noch im 19. Jahrhundert wurden eine Kanalisation gebaut und Wasserleitungen verlegt. Der wirtschaftliche Aufschwung dauerte auch in den 1920er Jahren an. In dieser Zeit öffnete ein Theater seine Pforten und 1926 nahm eine Fluglinie nach Danzig ihren Betrieb auf.

Volksabstimmung über Verbleib im Deutschen Reich

Ungetrübt war die Stimmung in jener Zeit nicht. In Masuren lebten Deutsche und Polen nebeneinander. Nach den Vorschriften des Versailler Vertrages musste in diesem Gebiet – wie auch in Schlesien - eine Volksabstimmung über den Verbleib im Deutschen Reich durchgeführt werden. In Allenstein stimmten 98 Prozent der Einwohner für Deutschland. Anfang 1945, gegen Ende des II. Weltkrieges, flüchteten die meisten Einwohner der Stadt vor der heranrückenden Front. Soldaten der Roten Armee nahmen die Stadt am 22. Januar kampflos ein. Die sowjetischen Soldaten legten nach dem Einmarsch zahlreiche Feuer, die über 1.000 Häuser und damit 40 Prozent der Bausubstanz zerstörten.

Allenstein gehört seit dem Ende des II. Weltkrieges zu Polen. Die noch in der Stadt verbliebenen (deutschen) Allensteiner mussten ihre Heimatstadt verlassen. Viele neue Bewohner kamen - ebenfalls als Flüchtlinge - aus den ehemals polnischen Ostgebieten, die nun zur Sowjetunion gehörten. Andere kamen aus dem zerstörten Warschau, um in Allenstein eine neue Heimat zu finden. Am 23. Mai 1945 übergab der sowjetische Armeekommandant die Verwaltung der Stadt an die polnische Zivilverwaltung.

Das Hohe Tor in Allenstein (Olsztyn)
Das Hohe Tor ist das Wahrzeichen der Stadt.

Historischer Stadtkern neu errichtet

Die Narben des Krieges sind noch zu sehen. Den historischen Stadtkern haben die Allensteiner in Ahnlehnung an die alte Architektur neu errichtet. Originalgetreu aufgebaut haben sie ihn nicht. Gleich hinter dem Hohen Tor auf der rechten Seite wurde am Targ Rynek (Fischmarkt) das historische Gebäude der "Gazeta Olsztyńska" rekonstruiert, in dem sich zwischen 1920 und 1939 die Redaktion und die Druckerei der Zeitung befanden. Die Zeitung war das Sprachrohr des polnischen Teils der Bevölkerung. Unter schwierigen Bedingungen konnte die Zeitung noch in der Nazizeit bis 1939 erscheinen. Dann schlossen die Deutschen das Blatt und schickten die Redakteure in Konzentrationslager. Nur wenige überlebten den Krieg. Heute befindet sich in dem Haus eine Ausstellung über die Geschichte der Zeitung.

Ein Stück weiter befindet sich der Alte Markt (Stare Miasto). Die meisten Häuser sind aus der Nachkriegszeit und verziert mit Medaillons, die in der Sgraffito-Technik angefertigt worden sind. Die Medaillons stellen unter anderem die Portraits von Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543) und des masurischen Volksdichters Michał Kajka (1858 bis 1940) dar. Nur an der Nordseite des Marktes sind noch zwei Bürgerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten. In der Mitte des Marktes steht das Alte Rathaus, in dem heute die Woiwodschaftsbibliothek untergebracht ist.

Burg und Nikolaus Kopernikus

Vom Markt führt die ul. Zamkowa an der Evangelischen Kirche vorbei zur Burg, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Bekannt geworden ist sie durch Nikolaus Kopernikus, der mit einer kurzen Unterbrechung von 1516 bis 1520 hier lebte und im Auftrag des Ermländer Domkapitels als Verwalter dessen Besitztümer in und um Allenstein und Mehlsack (Pieniężno) führte. Allenstein gehörte zum Bistum Ermland, das vom Orden relativ unabhängig war. Die Stellung konnten die ermländischen Bischöfe bis zur Säkularisierung des Deutschen Ordens verteidigen. Mitte des 15. Jahrhunderts hatte sich der Orden vom Papst die Erlaubnis geben lassen, zwei der 24 Domhernstellen zu besetzen. Jedoch konnte er seinen Anspruch nicht durchsetzen. Kopernikus leistete ebenfalls einen Beitrag gegen die Ordensritter. Gegen Ende seiner Allensteiner Zeit verteidigte  er die Stadt erfolgreich gegen die Angriffe des Ordens. Daran erinnert noch heute eine Tafel in seiner Wohnkammer mit einem Auszug aus einem Brief, in dem er den polnischen König Zygmund Stary um Hilfe gegen die Ordensritter bittet („Unter seiner Majestät Obhut flüchtend, empfehlen und vertrauen wir unser ganzes Gut und uns selber an.“). In der Burg befindet sich neben der Ausstellung über Kopernikus noch eine mit zahlreichen archäologischen, ethnografischen und naturwissenschaftlichen Ausstellungsstücken. Die Burg wurde seit ihrem Bau mehrmals verändert. 1758 kam ein barockes Schlossgebäude hinzu. Der Eingang zur Burg ist Teil des Schlosses.

Schlosspark und Garnisonskirche

Wir verlassen die Burg, folgen der ul. Zamkowa weiter nach Westen und überqueren eine kleine Brücke, die über die Alle und in den Schlosspark führt. Von hier ist bereits der Turm der 1913 im neogotischen Stil errichteten Garnisonskirche zu sehen. Rechts im Park steht ein Denkmal zu Ehren von Kopernikus. Es wurde auf Initiative des Deutschen Kaisers Wilhelm II. errichtet, der für den Bau aus seinem Privatvermögen eine Summe von 10.000 Mark gespendet hatte. Enthüllt wurde das Denkmal im November 1916 – 400 Jahre, nachdem Kopernikus in Allenstein seinen Dienst als Verwalter antrat.

Nur wenige Meter vom Alten Markt in östlicher Richtung steht die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtete St. Jakobuskirche mit ihrem 70 Meter hohen Turm. Ihre Inneneinrichtung ist während der französischen Besatzung zerstört worden. Die Franzosen sperrten im Winter 1807 in der Kirche 1500 Kriegsgefangene ein, die das Inventar verbrannten, weil sie froren. Im rechten Seitenschiff ist aber noch der Altar der 1803 abgerissenen Heilig-Kreuz-Kirche zu bewundern.

Bürgervillen als Zeichen des Wohlstandes

Der Teil von Allenstein nördlich des Hohen Tores ist geprägt von Häusern, Kirchen und Verwaltungsgebäuden, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Dazu zählt das Rathaus (1912 bis 1915) am Plac Wolności (Platz der Freiheit). Ausdruck des wachsenden Wohlstandes jener Zeit sind auch einige noch erhaltene Bürgervillen. Eine steht an der Ecke ul. Mrongowiusza zur ul. Dąbrowszczaków. Das vierstöckige im Jugendstil errichtete Bürgerhaus besitzt ein verspieltes Dach und einen mit Blumenranken verzierten Giebel. Ein Blick in den Hausflur mit seinen noch original erhaltenen Fliesen und Wohnungstüren lohnt sich. Ein weiteres historisch interessantes Gebäude ist das Dom Polski (Polnische Haus), in dem in der Zwischenkriegszeit eine polnische Schule, ein Lesesaal und eine Volksbank untergebracht waren. 1920 wurde in diesem Haus das polnische Volksabstimmungskomitee eingerichtet.
Einen Besuch wert ist auch das Kopernikus-Planetarium am östlichen Ende der Stadt. (fh)

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Landkarte Polen mit Allenstein (Olsztyn)

Wetter

Allenstein (Olsztyn), Polen21.10.2017 – 21:24 Uhr
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Wirtschaft

Tourismus, Produktion von ökologischen Lebensmittel, Holzindustrie, Forstwirtschaft, Ökotourismus, Reifenherstellung, Maschinen- und Anlagenbau

Einwohner

173.850 (Stand 2005)

Bildung:

Universität (Uniwersytet Warmińsko-Mazurski)

Sehenswürdigkeit

Naturkundemuseum (Muzeum Przyrody)
ul. Metalowa 8
10-603 Olsztyn
Tel.: +48 (0) 89 5334780
E-Mail: muz.przyr@muzeum.olsztyn.pl
Internet: www.muzeum.olsztyn.pl

Touristeninformation

Informacja Turystyczna
Plac Jana Pawła II
10-959 Allenstein (Olsztyn)
Tel.: +48 (0) 89 5210398
E-Mail: info@olsztyn.eu
Internet: www.olsztyn.eu
Anmerkung:
Eingang von der ul. 1 Maja.

Karte

Allenstein (Olsztyn), Plac Jana Pawła II , 10-959
Allenstein (Olsztyn), Plac Jana Pawła II , 10-959 Allenstein (Olsztyn) (Google Maps)
  1. www.olsztyn.eu (offizielle Seite der Stadt Allenstein, polnisch, deutsch, englisch)
  2. www.facebook.com/mit.olsztyn (Olsztyn auf Facebook)
  3. www.planetarium.olsztyn.pl (Internetseite des Planetariums, Polnisch, Englisch und Russisch)