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Leuchtturm in Swinemünde (Świnoujście)

Der Leuchtturm von Swinemünde (Latarnia Morska Świnoujście) ist einer der ältesten und schönsten Leuchttürme an der polnischen Ostseeküste. Mit seinen fast 65 Metern Höhe und 308 Stufen, die zum Lampenhaus hinaufführen, ist er auch der höchste Leuchtturm in Polen und einer der höchsten der Welt.

Leuchtturm in Swinemünde
Leuchtturm von Swinemünde. Fotos: Frank Hilbert

Erbaut wurde er zwischen 1854 und 1857 nach Plänen des Berliner Oberbaurats Wilhelm Serverin. Mehrere Argand-Lampen, die von je fünf bis sechs halbkreisförmig angeordneten Hohlspiegeln umgeben waren, erzeugten nach Indienststellung am 1. Januar 1859 das Leuchtfeuer, das bei gutem Wetter bis zu 12 Seemeilen weit zu sehen war. Als Energieträger diente Rapsöl.
Schon nach wenigen Betriebsjahren zeigte sich jedoch, dass die gewählte achteckige Form und die für die Außenhaut verwendeten Keramikziegel dem rauhen Wetter nicht gewachsen waren. Man entschied sich deshalb zu einem umfassenden Umbau des Leuchtturms, der zwischen 1902 und 1903 stattfand. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde der ursprünglich achteckige Querschnitt durch einen runden ersetzt. Die Ingenieure hofften, dass ein runder Torso den extremen Witterungsbedingungen an der Küste besser standhielt als der achteckige Vorgängerbau. Vor Wind und Wetter sollte auch die gebrannten Verblendsteine besser schützen, mit denen nun die Außenhülle ummantelt wurde. Durch die Umbauarbeiten schrumpfte der Leuchtturm von 68 auf 65 m.

Swinemünde war während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) ein bedeutender Stützpunkt der deutschen Marine. Um den Vormarsch der Roten Armee aus Osten zu unterstützen, griff die 8. US-Luftflotte am 12. März 1945 die Stadt an. Bei diesem Luftangriff verfehlten Bomben den Leuchtturm zwar knapp, beschädigten dessen Außenhülle aber schwer. Trotzdem konnte der Leuchtturm nach dem Kriegsende - Swinemünde gehörte nun zu Polen und hieß Świnoujście - wieder in Betrieb genommen werden. Beseitigt wurden die Bombenschäden jedoch erst 1959.
In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Turm erneut einer Kapitalsanierung unterzogen, die im Jahr 2000 abgeschlossen werden konnte.

 

Eine Fähre verlässt den Hafen von Swinemünde
Blick vom Leuchturm auf eine auslaufende Fähre.

Schon in den 1920er Jahren stellten die Betreiber die Lichtquelle des Leuchtturms auf elektrischen Strom um. Heute besteht sie aus einer Fresnel-Trommellinse mit einem Durchmesser von 1,5 m und einer Höhe von 2,9 m. Die Lampe hat eine Leuchtstärke von 4200 Watt. Auf der Seite der Swine-Wasserstraße (Südwesten) befindet sich ein optischer Filter, der bewirkt, dass das Licht aus dieser Richtung als rot zu sehen ist.

Der Leuchtturm steht am rechten Ufer der Swine im Stadtteil Warszów, dem Industriegebiet von Swinemünde. Hier befindet sich auch das Flüssiggasterminal Gazoport. Von der Aussichtsgalerie des Turms hat man einen weiten Blick über die Swine, das Oderhaff, die Ostsee und bis zu den Kaiserbädern auf Usedom. Bei guter Sicht kann man sogar den 45 km entfernten Leuchtturm auf der Greifswalder Oie sehen.
Auch Tierliebhaber kommen auf ihre Kosten: Auf dem Rasen vor dem Eingang zum Turm hat man zur Zierde mehrere umgedrehte Fischerbote hingelegt. Diese wurden von einer großen Katzenfamilie als Nachtquartier und Schutz vor Kälte in Beschlag genommen. Tagsüber besetzt die getigerte Rasselbande die Sitzbänke und schnorrt die Besuchern um die Wette an. (fh)

Technische Daten des Leuchtturms in Swinemünde:
Höhe des Turms: 64, 8 m
Höhe des Lichts: 68 m über dem Meeresspiegel
Reichweite des weißen Lichts: 24,0 NM (ca. 46,3 km)
Reichweite des roten Lichts: 9,0 NM (ca. 16, 6 km)
Position: geogr. Breite: 53° 55' 03'' N, geogr. Länge: 14° 17' 10" E

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Sehenswürdigkeit

Leuchtturm Swinemünde (Latarnia Morska Świnoujście)
Bunkrowa 1
72-600 Świnoujście
Tel.: +48 91 3863543
Internet: latarnie.com.pl
Geodaten: 53.916134, 14.284205

Öffnungszeiten:

1. März bis 30. Juni, 1. September bis 31. Oktober:
10.00 bis 18.00 Uhr

1. Juli bis 31. August:
10.00 bis 20.00 Uhr

1. November bis Ende Februar:
10.00 bis 16.00 Uhr

Anmerkung:

Der Leuchtturm steht im Stadtteil Warsów auf der Insel Wollin. Um dorthin zu gelangen, müssen Sie die Stadtfähre benutzen. Das ist nur möglich, wenn Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Mit dem Auto müssen Sie den Umweg über die Karsibórer Fähre nehmen. Vom Anleger der Stadtfähre auf der Insel Wollin sind es noch fünf Kilometer bis zum Leuchtturm.


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