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Kirchenruine im Ostseebad Hoff (Trzęsacz), Pommern in Polen

Das Seebad Hoff (Trzęsacz) a. d. Ostsee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der polnischen Ostseeküste Polens. Das Dorf, das zur Landgemeinde Rewahl (Rewal) gehört, liegt genau auf dem 15. Meridian, der "Mittagslinie", die die mitteleuropäische Zeit bestimmt. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist jedoch eine spätgotische Kirche, von der nur noch Fragmente der Südwand erhalten geblieben sind. Der übrige Teil der Kirche, die den Namen des heiligen Nikolaus trug, ist die Steilküste hinabgestürzt.

Kirchenruine in Hoff (Trzęsacz)Polen Fotos
Die Überreste der Nikolaikirche an der Steilküste von Hoff. Foto: Frank Hilbert

Ständig unterspült das Meer die Steilküste zwischen Hoff (Trzęsacz) und Horst (Niechorze) und verschlingt sie Stück für Stück. Der Landverlust beträgt rund zwei Meter pro Jahr. Nicht viel müssen sich die Kirchenoberen im 15. Jahrhundert gedacht haben, als sie die Nikolaikirche zwei Kilometer von der Küstenlinie entfernt errichten ließen. Doch mit der Zeit summierten sich die jährlichen zwei Meter, sodass die Kirche 1805 nur noch 25 Meter Land von der Steilküste trennten. Achtzig Jahre später stand die Kirche direkt an der Abbruchkante.
Aus Sicherheitsgründen war sie bereits 1874 geschlossen und ihr Inventar in Sicherheit gebracht worden. Der prächtige Altar schmückt nun die Neue Kirche (heute Kościół pw. Miłosierdzia Bożego), die nach der Schließung der Nikolaikirche im neogotischen Stil in Hoff errichtet wurde. Andere Einrichtungsgegenstände gelangten in das Dommuseum nach Cammin (Kamień Pomorski) und nach Berlin.

Zu ersten Abbrüchen kam es 1901. Die Hälfte der gotischen Kirche mitsamt dem ausgespülten Kliff brach weg. Auch ein Teil des Kirchfriedhofs stürzte ins Meer hinab.
Seit einem verheerenden Sturm am 1. Februar 1994 steht von der alten Dorfkirche nur noch die Südwand. Lange Zeit sah es so aus, als würde sich das Meer schon mit der nächsten großen Sturmflut auch den Rest des fast 500 Jahre alten Baudenkmals holen. Es kam anders. Die Gemeinde befestigte zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Steilküste unterhalb der Kirchenruine und verhinderte so, dass sie weiter erodiert. Gleichzeitig ließ sie eine Aussichtsplattform errichtet, die weit über die Steilküste hinausragt und von der Besucher einen beeindruckenden Blick auf die Kirchenruine, die Steilküste und den Strand haben.

Immer wieder inspirierte die hoch oben auf der Steilküste sehende Kirchenruine Künstler, so auch den deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger (1871 - 1956). In der Zeit zwischen 1891 und 1936 verbrachte er seine Sommerurlaube an der Ostsee und verewigte die Kirchenruine von Hoff auf rund dreißig Zeichnungen und Gemälden.

Um die Kirchenruine herum hat sich im Laufe der Zeit ein kleiner Badeort mit Cafes und Restaurants entwickelt. Zum Spatzierengehen lädt eine Promenade entlang der Steilküste ein. Und mit der Geschichte des Ortes und insbesondere mit der der Kirche beschäftigt sich das "Multimediale Museum an der Klippe". Unterhalb der Kirchenruine gibt es einen breiten, fast unendlich langen Sandstrand, der in den Sommermonaten bei den Feriengästen sehr beliebt ist. Mit den benachtbarten Badeorten, unter anderem mit Rewahl (Rewal) und Horst (Niechorze), ist Hoff durch eine Schmalspurbahn verbunden, die es seit 1896 gibt und die in der Sommersaison täglich mehrmals verkehrt. (fh)

Sehenswürdigkeiten

  • Ruine der Nikolaikirche (Ruiny Kościoła w Trzęsaczu), einem spätgotischem Bau aus dem 15. Jahrhundert, an der Abbruchkante der Steilküste, Geodaten: 54.078415, 14.992919
  • Multimediales Museum an der Klippe (Multimedialne Muzeum na Klifie), ul. Klifowa 3 B
  • Zwei alte Eschen neben der Kirchenruine
  • Neogotische Kirche (Kościół pw. Miłosierdzia Bożego) aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ul. Pałacowa
  • Klassizistisches Schloss, ul. Kamieńska 9

Karte

Landkarte von Polen mit Hoff (Trzęsacz)

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Hoff (Trzęsacz), Polen12.07.2020 – 01:09 Uhr
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