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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Schutz vor Zecken

Infolge des Klimawandels ist auch in Polen die Gefahr, nach einem Zeckenstich ernsthaft zu erkranken, in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Sobald die Temperaturen draußen steigen, lauern die blutrünstigen kleinen Vampire vor allem im hohen Gras oder im Gebüsch auf ihre ahnungslosen Opfer. (Sie fallen nicht von Bäumen!)

Zecke wird mit einer Zeckenzange entfernt

Zecken können so heimtückische Krankheiten wie die Borreliose (Rückfallfieber) und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der viralen Hirnhautentzündung, übertragen. Bei einer Ansteckung mit FSME bestehen keine Möglichkeiten der ursächlichen Therapie, behandelt werden können nur die Symptome der Krankheit. Gegen FSME kann man sich aber impfen lassen. Gegen die bakteriell hervorgerufene Borreliose gibt es allerdings keinen zuverlässigen Impfschutz. Nicht jede Zecke jedoch ist infiziert und nicht jede Borreliose-Infektion muss beim Menschen zwangsläufig Beschwerden hervorrufen. Wenn sich aber nach einem Zeckenstich (Zecken beißen nicht, sie stechen!) innerhalb von wenigen Tagen bis zu zehn Wochen eine kreisförmige Hautrötung (sog. Wanderröte) an der Einstichstelle zeigt oder es eventuell zu grippeähnlichen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber kommt, sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Wegen ihrer diffusen Symptomatik ist Borreliose vor allem in der späteren Phase schwer zu diagnostizieren, daher ist es gerade zu Beginn der Infektion so wichtig, die Anzeichen sicher zu erkennen und schnell zu handeln.

Warnschild vor Zecken auf der Insel Wollin
Ein Schild warnt auf der Insel Wollin in Polen vor Zecken. Foto: Frank Hilbert

Der beste Schutz vor Zecken heißt nach wie vor: Vorbeugen!

Geschlossene oder lange Kleidung ist kein wirklicher Schutz, denn die pfiffige Zecke findet immer einen Weg, unter die Kleidung zu krabbeln. Möchte man auf Wanderungen durch die Natur nicht verzichten, sollte man sich sofort nach dem Ausflug von Kopf bis Fuß absuchen. Entdeckt man eine Zecke am Körper, keine Hausmittelchen wie Fett, Honig oder ähnliches verwenden. Auch sollte man nicht versuchen, das Insekt mit den Fingern herauszuziehen. Dabei könnte die Zecke zerquetscht und der erregerhaltige Speichel der Zecke in die Einstichstelle gedrückt werden. An Menschen werden zu 80% Nymphen (ein Entwicklungsstadium der Zecke) gefunden, die nur ca. 1,5 mm groß sind. Daher sind Pinzetten oder spezielle Zeckenzangen (zu bekommen in fast allen Apotheken) am geeignetsten, um man das Tier möglichst nah an der Haut greifen und vorsichtig herausziehen zu können. (fh)