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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Brieg (Brzeg) - Residenzstadt der Piastenherzöge

Vor über 700 Jahren siedelten an der Oder - 50 km östlich von Breslau (Wrocław) - Fischer, direkt an einer Kreuzung von Handelswegen, die von Süd nach Nord und von West nach Ost verliefen. Aufgrund ihrer günstigen Lage entwickelte sich die Siedlung, die Wissoke Brzegh (Hohes Ufer) genannt wurde, zu einer prosperierenden Stadt. Später, zu Beginn des 14. Jahrhunderts, ist sie zur Residenzstadt des gleichnamigen Herzogtums aufgestiegen.

Schlosspartal Brieg (Brzeg)Polen Fotos
Das Schlossportal mit der Ahnentafel der Piasten. Fotos: Frank Hilbert

In dem mit Backstein ausgemauerten Gewölbe des Schlosses in Brieg (Brzeg) liegen Nachbildungen der Grabplatten der Piastenherzöge, die die Geschichte der Stadt entscheidend mitgestaltet haben, darunter die des Schweidnitzer Herzogs Bolko II.
Zwei Frauen, angestellt im Museum, dirigieren den Strom der Besucher, beantworten Fragen und sind behilflich bei der Suche nach einem geeigneten Standort für das optimale Fotomotiv. „Vergessen Sie bitte nicht, noch einen Blick in diesen Raum zu werfen“, sagt eine von ihnen und weist in Richtung eines schmiedeeisernen Tores, hinter dem der reich verzierte Sarg des Piasten Georg III. aufgebahrt ist.
Über 350 Jahre lang bestimmten die Piasten die Geschicke der Stadt durch alle Höhen und Tiefen mit. 1311 verstarb Herzog Heinrich V. und das Herzogtum Breslau (Wrocław) wurde unter seinen drei Söhnen aufgeteilt. Boleslaus III., Heinrichs ältester Sohn, machte Brieg zur Hauptstadt seines Herzogtums. In der Folgezeit wechselte die politische Zugehörigkeit. 1326 fiel das Herzogtum als Lehen an die böhmische Krone und 1526 wechselte es zur Habsburgermonarchie. Die Piastenlinie erlosch 1675 mit dem Tod von Herzog Georg Wilhelm I. und das Herzogtum wurde direkt der österreichischen Krone unterstellt. Das bedeutete das Ende von Brieg als Residenzstadt.

Das Brieger Schloss mit Ahnengalerie

Stolz müssen die Piasten auf ihre Geschichte gewesen sein und selbstbewusst. 1552 ließ Georg II. das Brieger Schloss im Renaissancestil umbauen und seine Ahnen am Torhaus verewigen. Zentrale Figuren des Reliefs – wie konnte es auch anders sein – ist der Bauherr mit seiner Frau Barbara von Brandenburg. Über ihnen sind die Brustbilder 24 seiner Ahnen in Stein gemeißelt, die auf die Besucher hinabzuschauen scheinen.

Der Ursprung der Stadt lässt sich auf eine Fischer- und Handelssiedlung zurückführen, die 1234 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt und als Wissoke Brzegh (Hohes Ufer) bezeichnet wird. Ihren wirtschaftlichen Aufschwung verdankt die Siedlung ihrer Lage an der Oder und an wichtigen Handelswegen, die Breslau mit Ruthenien (auf dem heutigen Gebiet der Ukraine und Weißrusslands) verbanden und zur Ostsee führten. 1248 wird der Siedlung das Neumarkter Stadtrecht verliehen. Die Gründungsurkunde ist zwar nicht mehr erhalten, aber die Verkaufsurkunde, die sogenannte Frankenberger Urkunde, aus dem Jahr 1250, in der Bestimmungen aus der Gründungsurkunde zitiert werden, existiert noch.

Wiederaufbau im Renaissancestil

Im Mittelalter, in der Regierungszeit von Herzog Ludwig I. (1352-1398), entstanden die bedeutenden gotischen Gebäude der Stadt: die Schloss- und Hedwigskirche (1389) und die Stadtpfarrkirche St. Nikolai (1370 und 1417). Ein architektonischer Wandel vollzog sich im 15. Jahrhundert. Mehrmals fielen Husitten in die Stadt ein und plünderten und brandschatzten. Die stark zerstörte Stadt wurde anschließend im Renaissancestil wiederauf- und umgebaut, der auch heute noch das Bild der Innenstadt prägt. Zu den schönsten Renaissancebauten gehören zweifelsohne das Schloss und das Rathaus.

Barockaltar der Heiligkreuzkirche in Brieg (Brzeg)
Barockaltar der Heiligkreuzkirche in Brieg.

Die Herrschaft der Österreicher endete nach dem Ersten Schlesischen Krieg (1740-1742), in dessen Verlauf preußische Truppen die Stadt beschossen und schwere Zerstörungen anrichteten. Auch das Schloss wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Seit 1742 gehörte Brieg zur Provinz Schlesien. Übrigens trugen Österreich und Preußen vor den Toren von Brieg die erste Schlacht des Ersten Schlesischen Krieges aus, aus der die preußischen Truppen unter dem Kommando von Kurt Christoph Graf von Schwerin siegreich hervorgingen. In die Geschichtsbücher ist sie als die "Schlacht bei Mollwitz" [1] eingegangen.
Der Frieden von Tilsit, der 1807 den preußisch-französischen Krieg beendete, verpflichtete Preußen, die Befestigungsanlagen in Brieg zu schleifen. Damit waren der Stadtentwicklung keine Grenzen mehr gesetzt und neue Stadtteile konnten sich entfalten. Einen Schub in der wirtschaftlichen Entwicklung erfuhr die Stadt 1842 nach dem Bau der Eisenbahnlinie zwischen Breslau und Oberschlesien, die durch Brieg führte.

Eine Zäsur in der Geschichte der Stadt stellt der Zweite Weltkrieg dar. Aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage tobten hier schwere Kämpfe und 70 Prozent der Stadt wurden zerstört. Der größte Teil der deutschen Einwohner, die nicht vor der heranrückenden Front geflohen waren, wurden nach 1945 vertrieben. Durch das Potsdamer Abkommen, das die Siegermächte im Sommer 1945 unterzeichnet hatten, wurde Brieg dem polnischen Staatsgebiet zugeschrieben. Seitdem heißt die Stadt Brzeg.

Die Stadtväter der Nachkriegszeit legten großen Wert auf die Wiederherstellung der historischen Bausubstanz. Ihnen ist es zu verdanken, dass ein großer Teil der Innenstadt heute wieder in ihrer alten Pracht erstrahlt. (fh)

Sehenswürdigkeiten:

  • Piastenschloss (Plac Zamkowy 1)
  • Rathaus, zwischen 1570 und 1577 im Stil der Renaissance umgebaut (Rynek)
  • Synagoge aus dem Jahr 1799, die 1940 in ein Wohnhaus umgewandelt worden ist (Ecke ul. Długa und 3 Maja)
  • Heiligkreuzkirche mit ihrem beeindruckenden Barockaltar ließen die Brieger zwischen 1734 und 1739 errichten. Der Turm stammt aus dem Jahr 1856.
  • Franziskanerkirche St. Peter und Paul
  • Piastengymnasium „Illustre Bregense“, das Jakob Pahr zwischen 1564 und 1569 im Renaissancestil errichtet hat. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und zwischen 1963 und 1967 wiederaufgebaut. Aus dem 16. Jahrhundert sind das Tor und das Portal erhalten geblieben.
  • An der dreischiffigen gotischen Nikolaikirche bauten die Brieger 47 Jahre (1370-1417). Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kirchenbau mit seinem 30 m hohen Hauptschiff zerstört. Die Brieger bauten die Nikolaikirche in den 1960er Jahren wieder auf. Unwiderruflich verloren gegangen ist die reiche Innenausstattung.

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Der Film gibt - leider nur auf Polnisch - einen Einblick in die Geschichte der Stadt und in das gesellschaftliche Leben der Gegenwart.

Karte

Landkarte von Polen mit Brieg (Brzeg)

Wetter

Brieg (Brzeg), Polen21.10.2017 – 21:26 Uhr
Klarer Himmel
BriegWetter Polen9 °CLuftfeuchte: 93%
Luftdruck: 1016 hPa
Windgeschwindigkeit: 1.5 m/s
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Sehenswürdigkeit

Piastenmuseum im Schloss (Muzeum Piastów Śląskich)
plac Zamkowy 1
49-306 Brzeg
Tel.: +48 (0) 77 4019100

Touristeninformation

Informacja Turystyczna
Rynek
49-306 Brzeg
Tel.: +48 (0) 77 4160040
E-Mail: pitbrzeg@gmail.com

Karte

Brieg (Brzeg), Rynek, 49-306
Brieg (Brzeg), Rynek, 49-306 Brzeg (Google Maps)

Anmerkungen

  1. Das Dorf Mollwitz (Małujowice) liegt ungefähr fünf Kilometer westlich von Brieg.