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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Rathaus von Breslau (Wrocław)

"Wer nicht im Schweidnitzer Keller war, ist nicht in Breslau gewesen", lautet ein alter Breslauer Spruch. Urkundlich wurde der Ratskeller im im Rathaus von Breslau (Wrocław) erstmals im Jahr 1303 erwähnt. Schon im frühen Mittelalter wurde hier Bier ausgeschenkt. Im Jahr 1519 wurde im Hof eines Bürgerhauses gegenüber der Briestube eine Brauerei eröffnet, die durch einen unterirdischen Tunnel (der übrigens bis heute existiert) mit dem Schweidnitzer Keller verbunden war.

Die Fassades Rathauses von Breslau (Wrocław)
Foto: Frank Hilbert

Das Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt Breslau, ist ein Beispiel der gotischen Architektur. Errichtet wurde es im 13. Jahrhundert und in den kommenden Jahrhunderten mehrmals umgebaut. Sein heutiges Aussehen verdankt es einem Umbau zwischen 1470 und 1510. In dieser Zeit erhielt der Remter, der größte Saal des Breslauer Rathauses, auch sein Kreuzgewölbe. Die Südfassade wurde 1871 mit neugotischen Steinmetzarbeiten verziert. Zehn Jahre zuvor wurde das Rathaus erweitert. In dem neugotischen Anbau befinden sich heute unter anderem die Tagungsräume des Stadtrates von Breslau. Das Breslauer Rathaus vereinigt in sich also die verschiedensten Baustile. An dieser Stelle sei noch der 66 m hohe Rathausturm erwähnt, der eine Spitze in Stil der Renaissance trägt. An der Westseite hingegen ist das Portal aus dem Jahr 1357 erhalten. Es führt in den Gerichtssaal.

Die Urteile des Voigtgerichts wurden übrigens vom Balkon eines kleinen Erkers an der Ostseite des Rathauses verkündet. Er fällt kaum auf, denn die Blicke ziehen unweigerlich die prachtvolle gotische Hauptgiebel und die astronomische Uhr (1580) an. Nur die altägyptischen Zeichen, die die Ecken der Uhr zieren, wurden erst 1939 eingefügt und symbolisieren die vier Jahreszeiten.

Im Inneren des Rathauses befinden sich beeindruckende Gewölbesäle und mehrere Türen im Stil der Spätgotik und der Renaissance. Untergebracht sind im Rathaus das Historische Museum und das Rynek Stary Museum. Das Rathaus ist auch deshalb etwas ganz besonderes, weil es zu den wenigen Gebäuden der Stadt Breslau gehört, die den II. Weltkrieg fast unversehrt überstanden hatten. Das grenzt fast an ein Wunder, denn die Innenstadt von Breslau war zu 90 Prozent zerstört. Pablo Picasso soll, als er 1948 auf Einladung des "Weltkongress der Intellektuellen für den Frieden" in der Stadt weilte, der Anblick der Ruinen so erschüttert haben, dass er spontan seine inzwischen weltbekannte Friedenstaube malte. (fh)

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