Geburtshaus Fryderyk Chopin in Żelazowa Wola, Polen VGWORT Zählpixel
Polish Online
Polen: Übersetzungsdienst & Reiseinfos
Barbara Anna Woyno M. A. – Übersetzungen Polnisch-Deutsch-Polnisch

Hauptnavigation

Geburtshaus Fryderyk Chopin in Żelazowa Wola, Polen

In einem kleinen Haus in Żelazowa Wola erblickte am 1. März 1810 der Komponist und Pianist Fryderyk Chopin das Licht der Welt. Ein kleines Museum informiert über sein Leben. Im angrenzenden Park finden in den Sommermonaten klassische Konzerte statt.

Das Geburtshaus von Frederyk Chopin in Żelazowa Wola in Polen
Das Geburtshaus von Frederyk Chopin. Fotos: Frank Hilbert

Frederyk Chopins (1810–1849) Geburtshaus ist gepflegt und umgeben von einem großen Park mit Bäumen und Sträucher aus der ganzen Welt, einer Bühne am Fluss Utrata, die hier entlangfließt, und Spazierwegen. Zu der Zeit, als Frederyk Chopin auf die Welt kam, sah es hier ganz anders aus. Den Park gab es nicht. Sein Geburtshaus war eines von zwei Nebengebäuden eines Gutshauses, in dem Chopins Eltern in sehr bescheidenen Verhältnissen lebten. Das Gut gehörte der  Grafenfamilie Skarbek, die Chopins Vater, Mikołaj Chopin (1777–1844), als Hauslehrer für ihre Kinder beschäftigte, während Chopins Mutter, Tekla Justyna Chopin (1782–1861), die mit der Grafenfamilie verwandt war, im Haushalt half. Noch 1810 zog die Familie Chopin nach Warschau um.
Das in Holzbauweise errichtete Gutshaus brannte 1812 ab, während die Nebengebäude verfielen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts – Żelazowa Wola lag zu dieser Zeit im russischen Teilungsgebiet Polens. – begann man sich für Chopins Geburtshaus zu interessieren. Auf Initiative des  russischen Pianisten und Chopin-Verehrers Milij Balakirev (1837–1910) wurde 1894 vor dem Geburtshaus ein Denkmal enthüllt, das immer noch im Park steht, wenn auch an einer anderen Stelle. Entworfen hat das Denkmal in Form eines Obelisken Bronisław Żochowski.
Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) erlangte Polen seine politische und territoriale Unabhängigkeit zurück, wodurch sich für die Chopin-Verehrer völlig neue Möglichkeiten eröffneten. So sammelte die Warschauer Gesellschaft der Freunde des Chopin-Hauses (Warszawskie Towarzystwo Przyjaciół Domu Chopina) in den 1920er Jahren in ganz Polen Geld mit dem Ziel, das Geburtshaus und drei Hektar Land drumherum zu kaufen, um dort eine Gedenkstätte zu errichten. Der Kaufvertrag wurde 1928 unterschrieben. Mit der Umgestaltung beauftragte die Gesellschaft den Architekten Professor Franciszek Krzywda-Polkowski. Mit seltenen Bäumen und Sträuchern, die aus ganz Polen gespendet wurden, legte er einen modernistischen Park an und versah den Eingang des Geburtshauses mit Säulen, die ihm den typischen Charakter eines polnischen Gutshauses verliehen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Chopin in einem Gutshaus auf die Welt gekommen sei, was nicht den Tatsachen entspricht. Die Innenräume wurden mit Möbeln im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet, die Lech Niemojewski entworfen hat. 1931 wurde das Geburtshaus symbolisch eingeweiht. Aber erst im Juni 1939 öffnete es seine Türen für Besucher.

Fluss Utrata im Park des Geburtshauses von Frederyk Chopin in Żelazowa Wola
Alter Baum und Freilichtbühne am Fluss Utrata im Park des Geburtshauses von Frederyk Chopin.

Noch einmal wurde die Gedenkstätte 2010, im Frederyk-Chopin-Jahr, umgestaltet. Am Eingang entstand ein großer Pavillon, in dem sich die Kasse, ein Andenkengeschäft und Veranstaltungsräume befinden. Als Baumaterial kamen Feldsteine und Holz zum Einsatz. Die zum Park gerichtete Seite besteht fast vollständig aus Glas, wodurch beim Besucher der Eindruck entsteht, dass das Innere des Pavillons mit der Parklandschaft verschmilzt.
Im Zuge der Umgestaltung wurde auch der Park instand gesetzt, indem kranke und abgestorbene Pflanzen durch neue ersetzt wurden. In dem heute sieben Hektar großen Park wachsen Weiden, Ahorne, Eichen, Pappeln, Amerikanische Kiefern, Kalifornische Tannen, Japanische Berberitzen, Chinesische Quitten und Schatten liebende prachtvolle Funkien.
Auch die Museumsausstellung ist neu. Für ihre Konzeption war das Nationale Chopin-Institut mit Sitz in Warschau verantwortlich. Bei ihrer Umsetzung standen die Historiker vor großen Schwierigkeiten, weil nicht überliefert ist, wie die Familie Chopin in Żelazowa Wola gelebt hat. Die Ausstellung kann sich also nur der Wirklichkeit von damals annähern. Die Zimmer tragen Bezeichnungen wie Esszimmer und Schlafzimmer. Ob sie wirklich als solche dienten, ist nicht sicher. Im vermeintlichen Geburtszimmer von Frederyk Chopin steht ein Klavier und hängt eine Kopie des Eintrags im Taufregister, der als Tag der Geburt den 22. Februar 1810 angibt. Die Chopins haben Frederyks Geburtstag aber immer am 1. März gefeiert. Man geht inzwischen davon aus, dass Frederyks Vater versehentlich den Tag der Geburt seines Sohnes um eine Woche vorverlegt hat, als er die Geburt anzeigte. Sowohl der 22. Februar als auch der 1. März 1810 waren ein Donnerstag.
Die Kirche, in der der Komponist getauft wurde, steht im Dorf Brochów am Rande des Kampinos-Nationalparks (Kampinoski Park Narodowy), nur zehn Kilometer von Żelazowa Wola entfernt.
Für den Besuch von Chopins Geburtshaus kann man einen halben bis einen ganzen Tag einplanen. Neben dem Museum lädt im Park, in der Nähe des Eingangs, ein Café und Restaurant zum Besuch ein. Musikliebhaber kommen in den Sommermonaten auf ihre Kosten. Zwischen Mai und September finden auf der Bühne an der Utrata oft Konzerte statt, wenn das Wetter es zulässt. (fh)

Informationen für Besucher

  • Auto- und Busparkplätze sind vorhanden.
  • Entfernung von Warschau (Warszawa) rund 60 km oder eine Stunde Fahrzeit mit dem Auto
  • Barrierefreie Toilette im Empfangsgebäude

Hotels

Booking.com

Wetter

Warschau (Warszawa), Polen03.02.2023 – 17:41 Uhr
Schnee
WarschauWetter Polen-0.84 °CLuftfeuchte: 94%
Luftdruck: 1003 hPa
Windgeschwindigkeit: 7.72 m/s
(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Sehenswürdigkeit

Geburtshaus von Frederyk Chopin
Żelazowa Wola 15
96-503 Żelazowa Wola

Geodaten: 52.2582728468628,20.311814568656935
Wegbeschreibung auf Google Maps


powered by webEdition CMS