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Zwierzyniec und der Roztocze-Nationalpark, Polen

Südlich von Lublin befindet sich der Roztocze-Nationalpark (Roztoczański Park Narodowy), der mit einer einzigartigen Fauna und Flora sowie zahlreichen Freizeitmöglichkeiten aufwarten kann. Wir empfehlen, den Besuch des 1974 gegründeten Nationalparks in der kleinen Stadt Zwierzyniec zu beginnen, wo auch die Verwaltung des Nationalparks mit einem Museum und Bildungszentrum ihren Sitz hat. Zu den Sehenswürdigkeiten in Zwierzyniec gehören die malerisch auf einer kleinen Insel errichteten Barockkirche Johann-Nepomuk (Kościół rzymskokatolicki "Na Wodzie" pw. św. Jana Nepomucena) und eine über 100 Jahre alte Brauerei.

Barockkirche Johann-Nepomuk in Zwierzyniec Polen Fotos
Barockkirche Johann-Nepomuk. Fotos: Frank Hilbert

So idyllisch Zwierzyniec am Rande des Nationalparks auch liegt. In den vergangenen Jahrhunderten gehörte die Stadt zum Gutshof Zamość und hatte vor allem eine wirtschaftliche Bedeutung. Außerdem verbrachte – zu Beginn des 17. Jahrhunderts – die Adelsfamilie Zamoyski hier die Sommer in ihrer üppig ausgestatteten Sommerresidenz, zu der neben einem Schloss auch ein Freigehege mit Elchen, Wildschweinen, Hirschen, Rehen und Wildpferden (Tarpan-Pferde) gehörte. Ab dem 18. Jahrhundert weitete die Adelsfamilie ihre wirtschaftlichen Aktivitäten aus. 1773 eröffnete Jan Jakub Zamoyski eine Porzellan- und eine Seifenfabrik; im 19. Jahrhundert folgten ein Sägewerk, eine Landmaschinenfabrik und eine Brauerei, die heute immer noch ihre Brautradition pflegt und Führungen für Touristen anbietet. Das Gut warf so viel Gewinn ab, dass man im 19. Jahrhundert einen Verwaltungskomplex im klassizistischen Stil errichtete, dessen Zentrum das palastähnliche Gebäude der Geschäftsführung bildete. Es kann nur von außen besichtigt werden. Erhalten geblieben ist noch die Villa des Verwalters des Gutes, die zwischen 1880 und 1890 im Schweizer Stil entstand und heute Sitz der Verwaltung des Nationalparks ist. Wie das Gebäude der Geschäftsführung kann auch sie nur von außen besichtigt werden.

Johann-Nepomuk-Kirche

Die Perle unter den Sehenswürdigkeiten ist zweifelsohne die Johann-Nepomuk-Kirche, die zwischen 1741 und 1747 nach Plänen des Architekten Andrzej Bem im Stil des Barock auf einer kleinen Insel errichtet wurde und nur über eine Holzbrücke zu erreichen ist. Gestiftet haben die Kirche Tomasz Antoni Zamoyski und seine Frau als Votivgabe für ihren Sohn Clemens. An sie erinnert das Familienwappen, das am Kirchengiebel angebracht ist.
Jedes Jahr im Mai findet während des Kirchenfestes zu Ehren des Heiligen Johannes von Nepomuk eine spektakuläre Prozession mit Booten rund um die Kirche auf dem Wasser statt. Es ist eine einzigartige Attraktion für die Einwohner von Zwierzyniec, aber auch für Touristen, die die Stadt besuchen.

Während des Januaraufstandes (1863–1864), der sich gegen die russische Teilungsmacht richtete, und während des Ersten (1914–1918) und des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) war Zwierzyniec Kampfgebiet. Davon zeugen mehrere Ehren- und Soldatenfriedhöfe. Auch von der jüdischen Gemeinde, die es hier einmal gab, ist nur der Friedhof in der ul. Monopolowa als stiller Zeuge übriggeblieben. Ihre Mitglieder wurden während des Zweiten Weltkrieges von den deutschen Besatzern deportiert und ermordet. Zwischen 1942 und 1944 betrieben die Deutschen außerdem ein Lager, in dem geschätzt 24.000 Zivilisten interniert waren, darunter viele Kinder. 500 der Lagerinsassen mussten am 2. Februar 1944 an einer Exekution von 20 Polen teilnehmen. Das jüngste Opfer hieß Tadeusz Pieczykolan und war 15 Jahre alt. Es handelte sich um eine Vergeltungsaktion für die Tötung eines Chauffeurs der Gestapo (Geheime Staatspolizei).

Schautafeln vor der Nationalparkverwaltung des Nationalparks Roztocze in Zwierzyniec
Schautafeln vor der Nationalparkverwaltung des Nationalparks Roztocze in Zwierzyniec.

Zwierzyniec liegt unmittelbar am Rand des Roztocze-Nationalpark. Es gibt etliche Wege, die in den Nationalpark führen. Zwei beginnen hinter dem Hauptgebäude des ehemaligen Gutes Zamosć und am Nationalparkmuseum. Von hier aus ist es nicht weit bis zu den Echo-Teichen (Stawy Echo), wo ein breiter Sandstrand zum Entspannen und Sonnenbaden in einer landschaftlich sehr schönen Umgebung einlädt. Baden ist hier erlaubt.
Zum Nationalpark gehört ebenfalls eine Aussichtsplattform, von der aus man Koniks, die Nachfahren der Tarpan-Wildpferde, beobachten kann. Die Zuchtstation befindet sich in dem kleinen Ort Florianka und kann besichtigt werden. Dort gibt es auch ein kleines Museum (Muzeum Florianka). Von den Echo-Seen bis nach Florianka sind es fünf Kilometer Luftlinie. Ein großes Freilichtmuseum, das Skansen"Zagroda Guciów", lädt in Guciów zum Besuch ein.

In und um Zwierzyniec gibt es viele Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung. Dazu zählen Kanufahrten auf der Zwieprz, die durch die Stadt und den Nationalpark fließt, Radtouren auf den speziell angelegten Radwegen "Green Velo" und dem "Zentralen Radweg Roztocze" (Centralny Szlak Rowerowy Roztocza)  und natürlich Wandern. Wer sich für die Fauna und Flora im Nationalpark interessiert, kann das Nationalparkmuseum mit einer umfangreichen und informativen Dauerausstellung besuchen.

Sehenswürdigkeiten

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Sehenswürdigkeit

Roztocze-Nationalpark (Roztoczański Park Narodowy)
ul. Plażowa 2
22-470 Zwierzyniec
Tel.: +48 84 6872066
E-Mail: sekretariat@roztoczanskipn.pl
Internet: www.roztoczanskipn.pl

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Słowackiego 2
22-470 Zwierzyniec
Tel.: +48 84 6872660

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