Portal – virtuelle Brücke zwischen Lublin und Vilnius VGWORT Zählpixel
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"Portal" – virtuelle Brücke verbindet Lublin und Vilnius in Echtzeit

Es erinnert an das Stargate (Sternentor) aus dem gleichnamigen Film, durch das amerikanische Soldaten und Wissenschaftler zu Planeten außerhalb unseres Sonnensystems reisen, Abenteuer erleben und die Erde vor Bedrohungen zu bewahren. Das "Portal", wie die Installation in Lublin heißt, steht auf dem Litauischen Platz (plac Litewski) in der Nähe des Denkmals der Union von Lublin. Es ist nicht so groß wie das in Stargate und auch die Glyphen und der Ereignisring fehlen. Dafür besteht es aus einem überdimensionalen runden Bildschirm in einer steinernen Einfassung. Ein Zwillingsportal steht vor dem Hauptbahnhof in der litauischen Hauptstadt Vilnius. In jedem der "Portale" ist eine Kamera eingebaut, die die Bilder via Internet in die jeweils andere Stadt überträgt. Die Menschen in Lublin und Vilnius sehen sich in Echtzeit und können miteinander interagieren.

Drei Mädchen vor dem Portal auf dem Platz der Lubliner Union in Lublin
Mädchen winken vor dem Portal auf dem Platz der Lubliner Union einem Passanten in Vilnius zu. Foto: Frank Hilbert

Aufgestellt wurden die "Portale" 2021. Ziel ist es, die beiden Städte Lublin und Vilnius, die über 500 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt sind, näherzubringen. Sie sollen die Menschen dazu einladen, die Welt ohne Grenzen und Vorurteile zu erfahren und miteinander über hunderte von Kilometern in einen Dialog zu treten. Mit Worten ist dies nicht möglich, weil den "Portalen" Mikrofone und Lautsprecher fehlen. Und doch geht das Konzept der Initiatoren auf. Auf den Gesichtern zufällig vorbeilaufender Passanten erscheint ein Lächeln, wenn sie auf dem Bildschirm Menschen erblicken. Viele winken spontan oder treten mit Handzeichen in einen kurzen Dialog.

Es ist kein Zufall, dass das "Portal" auf dem litauischen Platz (plac Litewski) in unmittelbarer Nähe des Denkmals der Union von Lublin steht. Die Lubliner Union bildete bis zur Teilung Polens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Grundlage für das Nebeneinander von Polen und Litauen im Rahmen eines Staates. Beschlossen wurde sie auf einem gemeinsamen Sejm der beiden Länder, der vom 10. Januar bis zum 12. August 1569 auf der Lubliner Burg tagte. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) verschlechteten sich die Beziehungen beider Nationen, als sie nach der Wiederlangung ihrer Unabhängigkeit um Territorien kämpften. Polen besetzte das Vilniusser Gebiet, und die Litauer mussten ihre Hauptstadt nach Kaunas verlegen. Heute ist Vilnius wieder die Hauptstadt Litauens.

Das Projekt heißt offiziell "pOrtal: A Bridge to the United Planet". Es geht auf eine Initiative der Benediktas Gylys Stiftung in Vilnius, der Stadt Vilnius, der Stadt Lublin und dem Crossroads Centre for Intercultural Creative Initiatives zurück. (fh)

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