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Dominikanerkloster und Kirche des "Heiligen Stanislaus, des Bischofs und Märtyrers" in Lublin

Die Dominikanerkirche des "Heiligen Stanislaus, Bischof und Märtyrer" (Kościół pw. św. Stanisława Biskupa Męczennika), die in der Lubliner Altstadt nur wenige Meter vom Alten Rathaus entfernt steht, gehört wohl zu den schönsten Kirchen der Stadt. Ihr heutiges Aussehen im Stil der Renaissance erhielt sie nach dem großen Stadtbrand 1575, dem ihr gotische Vorgängerbau fast vollständig zum Opfer gefallen war. Zu ihrer Innenausstattung gehören wertvolle Kunstschätze, zum Beispiel die Kapelle der Familie Firlej, der klassizistische Hauptaltar und das Bild "Der Brand der Stadt Lublin".

Dominikanerkloster in Lublin
Die Nordansicht des Dominikanerklosters in Lublin. Rechts an das Klostergebäude schließt sich die Kirche des heiligen Stanislaus an. Unter der großen mit Grünspan überzogene Kuppel befindet sich die Kapelle der Familie Tyszkiewicz; rechts davon die Kapelle der gebenedeiten Jungfrau Maria. Fotos: Frank Hilbert

Das bekannteste Inventarstück der Dominikanerkirche ist das fast vier Meter breite Bild "Der Brand der Stadt Lublin", das von einem unbekannten Künstler stammt. Die zentrale Szene stellt eine Prozession von Dominikanern dar, die ein Kreuz und eine Reliquie, ein Fragment vom Jesuskreuz, vor sich hertragend durch das Brama-Tor und den jüdischen Stadtteil zur brennenden Burg ziehen. Das Feuer war 1719 an drei Stellen in der Stadt ausgebrochen und konnte dank der Wundertätigkeit der Reliquie gelöscht werden.
Das Bild hängt im südlichen Seitenschiff, gleich rechts vom Haupteingang, in der Kapelle der Familie Szaniawski. Interessant ist das Gemälde auch deshalb, weil auf ihm Gebäude abgebildet sind, die es heute nicht mehr gibt, zum Beispiel die gotische St.-Michaelis-Kirche, die auf dem Bild hoch über die Dächer der umliegenden Häuser hinausragt und einen barocken Helm trägt. Sie stand auf dem Plac po Farce in der Nähe der Dominikanerkirche und wurde im 19. Jahrhundert abgetragen, nachdem sich Risse in ihrem Mauerwerk gebildet hatten und das Geld für die Sanierung des baufälligen Gebäudes fehlte.
Der Legende nach stand an der Stelle, an der sich die Kirche befand, eine Eiche, unter der König Leszek II. der Schwarze eingeschlafen war, nachdem die Jatwinger Lublin geplündert hatten. Im Traum erschien dem König der heilige Michael, der ihn aufforderte, die Plünderer zu verfolgen. Nach dem Aufwachen verfolgte der König die feindlichen Krieger und bezwang sie. Aus Dankbarkeit stiftete er die St.-Michaelis-Kirche. Der Überfall der Jatwinger und das Wunder sollen sich 1228 ereignet haben.
Es hängen noch zwei weitere Bilder im südlichen Seitenschiff, die von wundersamen Ereignissen berichten, die von der Reliquie ausgingen. Eines handelt vom Wunder von 1648, als Lublin von den Kosaken unter der Führung ihres Hetmans Bohdan Khmelnytsky belagert wurde. Es gab wenig Hoffnung für die Lubliner auf einen Sieg. In dieser aussichtslosen Lage ordnete der Prior der Dominikaner eine Prozession mit der Reliquie zum Rathaus an. Während der Prozession erschienen am Himmel über der Stadt Pfeile und Schwerter in blendender Helligkeit. In Panik liefen die erschrockenen Kosaken davon. Ein Dokument, das von den Dominikanern am 25. März 1649 erstellt worden war und die wundersame Rettung der Stadt bezeugt, unterschrieben die Mitglieder des Stadtrats. Es trug vermutlich auch dazu bei, dass sich die Kunde von der Wundertätigkeit der Reliquie schnell verbreitete und die Dominikanerkirche zu einem der bedeutendsten Pilgerorte Polens wurde. Aufbewahrt wurde sie in der Kapelle der Familie Firlej, bis sie in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 1991 gestohlen wurde. Mitgebracht nach Lublin hatte die Reliquie Bischof Andrzej aus Kiew im Jahr 1420. Es ist aber auch möglich, dass sie bereits 1333 durch den russischen Herzog Gregor nach Lublin gelangte.

Die Dominikaner haben sich im 13. Jahrhundert, wahrscheinlich um 1253, unter der Schirmherrschaft von Herzog Bolesław dem Keuschen, in Lublin angesiedelt. Ihre erste gemauerte Kirche stiftete ihnen der polnische König Kazimierz der Große 1342. Es handelte sich um einen einschiffigen gotischen Bau, der im 15. Jahrhundert durch zwei Seitenschiffe vergrößert wurde. Ein Stadtbrand im Jahr 1575 zerstörte sie fast vollständig. Anschließend wurde sie im Stil der Renaissance wiederaufgebaut. Ihre charakteristische Fassade erhielt sie erst im 17. Jahrhundert; und ihr klassizistischer Hauptaltar stammt von 1794.

Klassizistischer Altar in der Dominikanerkirche in Lublin
Der klassizistische Hauptaltar in der Dominikanerkirche in Lublin.

1569 tagte in der Lubliner Burg der erste gemeinsame polnisch-litauische Sejm, auf dem die Adligen die "Union von Lublin", die Umwandlung der Personalunion zwischen Polen und Litauen in eine Realunion, beschlossen. Unterzeichnet wurde der Vertrag im gotischen Refektorium des Dominikanerklosters. Das Kruzifix, auf das der Eid geschworen wurde, existiert noch. Jan Matejko, der bekannteste polnische Historienmaler des 19. Jahrhunderts, schuf 1869 anlässlich des 300. Jubiläums der Unterzeichnung des Vertrages das Gemälde "Lubliner Union", auf dem dieses Kruzifix abgebildet ist. Sein Monumentalgemälde, das 512 cm breit und 298 cm hoch ist, hängt im Museum Schloss Zamoyski in Lublin
Verdient gemacht haben sich die Dominikaner um die Bildung. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts betrieben sie eine Schule, in der sie die Schüler auf das Priesteramt vorbereiteten. In einer zweiten Schule, die zwischen 1644 und 1686 existierte, erlangten die Studenten den Grad eines Dozenten und Bachelors für Philosophie und Theologie. Es war die erste Hochschule in Lublin.

Die Kapellen in der Dominikanerkirche

Nördliches Seitenschiff:

Südliches Seitenschiff:

Zwei weitere Kapellen gibt es nördlich und hinter dem Chorraum, die Kapelle der gebenedeiten Jungfrau Maria und die der Familie Tyszkiewicz. (fh)

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Sehenswürdigkeit

Dominikanerkloster und Kirche des "Heiligen Stanislaus, des Bischofs und Märtyrers"
Złota 9
20-112 Lublin
Internet: www.lublin.dominikanie.pl

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