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Lubartów in Polen

Etwa 25 Kilometer nördlich von Lublin liegt die kleine Stadt Lubartów. Gegründet wurde sie im 16. Jahrhundert vom Magnaten Piotr Firlej. Sehenswert sind neben einem prunkvollen Palais mit Park die Kirche der heiligen Anna, der jüdische Friedhof und das Heimatmuseum.

Sanguszko-Schloss und Park in Lubartów in Polen Polen Fotos
Der im französische Park hinter dem Sanguszko-Schloss, das seine heutige Gestalt im 18. Jahrhundert erhielt. Fotos: Frank Hilbert

Groß ist Lubartów mit seinen rund 22.000 Einwohnern nicht. Das Zentrum der kleinen Stadt bildet der Marktplatz, der von meist einstöckigen Häusern umgeben ist. Vielleicht würde man auf der Durchreise kaum Notiz von ihr nehmen, wenn man nicht an einem eindrucksvollen Palais aus dem 18. Jahrhundert vorbeifahren würde, das auf einen Zwischenstopp neugierig macht.
Im 16. Jahrhundert erhielt der Magnat und Woiwode von Lublin und Ruthenien Piotr Firlej vom polnischen König Zygmunt I. Stary die Erlaubnis zur Gründung einer Stadt, der er in Anlehnung an sein Familienwappen Firlejów–Lewart den Namen Lewartów gab. 300 Jahre später bestätigte der polnische König August III. das Stadtrecht und benannte die Stadt auf Wunsch von Fürst Karol Sanguszko, dem die Stadt nun gehörte, in Lubartów um.
In den Jahrzehnten nach ihrer Gründung entwickelte sich die Stadt zu einem Handels- und Wirtschaftszentrum der Region. Voraussetzung dafür war die Ansiedlung von qualifizierten Handwerkern aus Flandern und den Niederlanden. Außerdem entwickelte sich Lubartów unter Mikołaj Firlej, dem Sohn von Piotr, zu einem Zentrum der Reformation. Auch Juden kamen in die Stadt, gründeten eine Gemeinde, bauten eine Synagoge und legten einen und später einen zweiten Friedhof an. Die Ausführung der Grabsteine, von denen noch einige erhalten sind, lässt darauf schließen, dass die jüdischen Einwohner wohlhabend waren.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ging die Stadt in den Besitz der Adelsfamilie Sanguszko über und erlebte eine zweite Blütezeit. Zu dieser Zeit gab es bereits ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das aber im dritten Nordischen Krieg (1700–1721) teilweise zerstört wurde. Die Sanguszkos bauten es im barocken Stil wieder auf und nutzten die Gelegenheit für einen Umbau, für den der italienische Architekt Paolo Antonio Fontana (1696–1765) den Entwurf lieferte. Fontana versah die Schlossfassade mit einem Portikus mit vier Doppelsäulen und einem reich mit Stuck verzierten Giebel darüber. Hinter dem Schloss legte die Adelsfamilie einen Park mit einem See an, der heute eine Mischung aus französischem und englischem Garten mit vielen Bäumen ist. 
1933 zerstörte ein Brand die Inneneinrichtung und Teile des Daches des Schlosses. Erst zwischen 1950 und 1970, konnte es wieder aufgebaut werden. Heute arbeitet in ihm die Stadt- und Kreisverwaltung.

Eingangsportal und Glockenturm der Kirche der heiligen Anna in Lubartów
Das Eingangsportal aus schwarzem Marmor (links) und der freistehende Glockenturm.

Nicht weit vom Schloss entfernt steht die Basilika der heiligen Anna (Bazylika św. Anny), die die Familie Sanguszko gestiftet hat und 1738 von Bischof Michał Karp geweiht wurde. Mit der Kirche, deren Bauzeit von 1733 bis 1738 dauerte, setzte sich ihr Architekt Paolo Antonio Fontana ein Denkmal. Ihre spätbarocke Inneneinrichtung ist beeindruckend. Zu ihren architektonischen Besonderheiten gehören neben dem achteckigen Mittelschiff, dessen Inneres bei Sonnenschein durch Buntglasfenster in ein Farbenmeer getaucht wird, ein freistehender Glockenturm und das auf zwei Säulen ruhende Eingangsportal aus schwarzem Marmor. Zwei Türme, zahlreiche Simse und Pilaster verleihen der Fassade ein dynamisches Aussehen, das sich in ihrem Inneren durch eine üppige Malerei und reich mit Gold verzierte Altäre fortsetzt. Im rechten Kirchenschiff befindet sich ein Epitaph mit den Herzen der Stifter Paweł Sanguszko und dessen Frau Barbara.

Im Kontrast zur üppigen Ausstattung der Kirche der heiligen Barbara steht die der Klosterkirche des heiligen Laurentius. Die Außenfassade ist beinahe Schmucklos, die Innenwände weiß gestrichen, und die Altäre, die Beichtstühle, die Orgel und Bilderrahmen bestehen aus dunklem Eichenholz. Die spartanische Fassadengestaltung und Inneneinrichtung überrascht nicht, wenn man weiß, dass die Kirche und das dazugehörige Kloster Kapuzinermönche betreiben, die das Armutsgelöbte abgelegt haben. Schon beinahe luxuriös muten eine Reihe von religiösen Gemälden an, die der Sakralmaler Szymon Czechowicz (1689–1775) geschaffen hat und die in der Kirche hängen.

Die Juden in Lubartów wurden zum ersten Mal 1567 urkundlich erwähnt. Als der Zweite Weltkrieg (1939–1945) ausbrach, machten sie schätzungsweise 45 Prozent der Bevölkerung aus. Die deutschen Besatzer deportierten sie in die Vernichtungslager Bełżec und Sobibór und ermordeten sie dort. Die beiden Synagogen der Stadt wurden zerstört und der jüdischen Friedhof, der sich an der Ecke der Straßen Cicha und 1. Maja befindet, verwüstet. Übrig geblieben sind 30 Grabsteine. Ein kleines Denkmal auf dem Friedhof erinnert an die Vernichtung der jüdischen Gemeinde.

In der Nähe der Basilika informiert ein Heimatmuseum (Muzeum Ziemi Lubartowskiej w Lubartowie), das in einem alten Gutshof untergebracht ist, über die Geschichte und Kultur der Region und präsentiert regelmäßig Wechselausstellungen, um immer wieder Besucher in seine Räume zu locken. In einem zweiten, dem Pfarrmuseum (Muzeum Parafialne), sind sakrale Kunstschätze, z. B. Gemälde, Gewänder und liturgische Gefäße, ausgestellt. (fh)

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Regionalmuseum (Muzeum Ziemi Lubartowskiej)
ul. Kościuszki 28
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Tel.: +48 81 8552808
E-Mail: poczta@muzeum.lubartow.pl
Internet: muzeum.lubartow.pl

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