Die Burg Wolhynien in Gródek, Polen
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Die Burg Wolhynien in Gródek, Polen

Bereits vor Jahrhunderten hat die Geschichte in diesem Landstrich einen tiefen Fußabdruck hinterlassen. Nur knapp sechs Kilometer westlich von Hrubieszów und wenige hundert Meter von der ukrainischen Grenze entfernt, befindet sich im heutigen Dorf Gródek eines der ehemaligen Zentren der ostslawische Stammesverbands der Wolhynier: der Burghügel Wolhynien am Fluss Huczwą (Gród Wołyń nad Huczwą).

Geschmücktes Kreuz auf dem Burghügel Wolhynien am Fluss Huczwą Polen Fotos
Ein Kreuz markiert die Stelle, an der einst die Burg stand. Fotos: Frank Hilbert

Der Burghügel ist einer der ältesten in der Region. Hier soll die Wiege der historischen Landschaft Wolhynien liegen, das einst zum Rothburgenland (Czerwieńskie Grody) gehörte und um das jahrhundertelang Polen und die Kiewer Rus rivalisierten. Archäologische Forschungen datieren die einstige Burg auf das 8. Jahrhundert, die Chroniken erwähnen sie nur 100 Jahre später. Auf den Namen der Burg geht auch die Bezeichnung Wolhynien zurück. Sie stand auf einer Anhöhe und war von unwegsamem Sumpfland umgeben. Der Ort war mit Bedacht gewählt. Aufgrund der günstigen Lage – der Morast bot einen natürlichen Schutz vor Feinden – konnten die Wolhynier von hier aus den Fluss Bug bewachen. Die Burg lag auch direkt an der Route von Kiew nach Kleinpolen. Gut möglich, dass die Wolhynier vom damals regen Handel profitierten und Maut für die Nutzung der Wege oder Querung der Flüsse erhoben. Die Burgherren wechselten im Laufe der Zeit. An der Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert gehörte die Burg zur Kiewer Rus, nachdem sie 981 vom Kiewer Fürsten Wladimir eingenommen worden war. Im Jahr 1018 wurde sie von Bolesław Chrobry, einem polnischen Fürsten und dem späteren polnischen König, während seines siegreichen Feldzuges nach Kiew erobert. Nach dem Tod des Königs fiel die Burg erneut in die Hände der ruthenischen Fürsten. Die letzte Erwähnung der Burg stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und spricht von ihrer Zerstörung durch die Mongolen. Es ist auch möglich, dass die slawischen Fürsten, die damals über das Rothburgenland herrschten, ihre eigenen Befestigungen auf Befehl eines Mongolenkhans zerstörten.

Der Fluss Huczwą an der ukrainischen Grenze
Der Fluss Huczwą an der ukrainischen Grenze.

Zu Füßen des Burghügels schlängelt sich der Fluss Huczwa durch eine malerische Naturlandschaft. Das teilweise unberührte Naturparadies mit einem ausgedehnten Vogelschutzgebiet kann auf historischen Naturlehrpfaden erwandert oder mit dem Rad erkundet werden. Eine Aussichtsplattform bietet einen herrlichen Ausblick auf den Naturpark „Królewski Kąt“, auf den Grenzfluss Bug und die dahinter liegende Ukraine und auf den "Mondhügel" (poln. Księżycowa Mogiła) sehen – einen Grabhügel aus dem 11. Jahrhundert, der wahrscheinlich die Überreste eines Anführers verbirgt. (fh)

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