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Fürst-Pückler-Park Bad Muskau - Geschichte in Zahlen

Muskauer Park
Jahr Ereignis
1815 Fürst Hermann von Pückler ruft zur Anlegung eines Pars auf, "zu dem ich notwendig, wenn etwas Ganzes daraus entstehen soll, den ganzen Distrikt zwischen der Straße nach Sorau und dem Dorf Köbeln, der Neiße auf der einen und dem Braunsdorfer Feldern auf der anderen Seite eigentümlich besitzen muss". Der Grundstein für den Muskauer Park ist gelegt.
1817 Pückler stellt Heinrich Rehder (1790-1852) als Obergärtner ein. Der 26 Jahre alte Rehder stammt aus Holstein, genauer gesagt aus Eutin, wo er in einem der ersten deutschen Landschaftsgärten im Englischen Stil tätig war. Gefunden hatte Pückler den jungen Mann über eine Annonce.
1817 In diesem Jahr beginnen die Arbeiten am Luciesee, benannt nach Pücklers Ehefrau Lucie von Hardenberg, von der er sich 1826 scheiden lässt. Der See entsteht um das Neue Schloss herum.

Blick über den Luciesee auf das Neue Schloss in Bad Muskau
Blick über den Luciesee auf das Neue Schloss in Bad Muskau. Fotos: Frank Hilbert
Jahr Ereignis
1819 Der Luciesee wird geflutet, also fertiggestellt.
1819 Der Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) wird mit der Planung von Umbauten an Gebäuden des Anwesens beauftragt, z. B. für das Neue Schloss. Die meisten Entwürfe Schinkels konnten wegen Geldmangels nicht umgesetzt werden. Zu den wenigen Ausnahmen gehört die Schlossrampe.
1820 Errichtung des Englischen Hauses.
1822 Bau der Englischen Brücke und der Doppelbrücke.
1822 Auf Einladung von Pückler weilt der englische Gärtner Adey Repton in Bad Muskau, um bei der Gestaltung des Parks zu helfen.
1823 Pückler lässt verschiedene Wege anlegen, z. B. zum Englischen Haus, von der Doppel- zur Postbrücke und um den Eichbusch herum.
1823 Auf dem Oderberg wird eine neue Baumschule angelegt.
1826-1829 Die Brücke im Blauen Garten, die Weiße Brücke (Karpfenbrücke) und die Brücke über die Schlucht können fertiggestellt werden. Der Bereich um das Neue Schloss herum wird neu gestaltet.
1829-1834 Die Arbeiten an der Hermannsneiße, einem künstlichen Flusslauf, der den Luciesee kreuzt, kann Pückler abschließen.
17. April 1830 Pückler lässt auf der Schlosswiese drei 20 Jahre alte kanadische Pappeln anpflanzen. Das erfolgreiche Versetzen so alter Bäume ist auch heute noch eine Kunst.
1844 Das Brauhaus wird nach Plänen von Gottfried Semper zur Orangerie umgebaut.
1836 Das Parkgelände wird bis nach Lugknitz (heute Łęknica) östlich der Neiße ausgedehnt.
1840 Die schwarzhäutige Machbuba, die Pückler 1837 auf einem abessinischen Sklavenmarkt in Kairo gekauft und zu seiner "Maitresse" gemacht hatte, stirbt und wird in einem Grab auf dem evangelischen Kirchenfriedhof in Bad Muskau beigesetzt. Pückler ist tief getroffen: "Ich habe heute im Scheine des Mondes auf Machbuba's blumenbekränztem Grabe viele heiße Tränen vergossen aus tiefstem Herzen für ihr Wohl gebetet. - Gott mit ihr und mit uns, und einst vielleicht ein süßes Wiedersehen! Denn ihr Herz war edel, und kein Eigennutz hat je die zärtliche Verbindung unserer Seelen getrübt."
1845 Pückler ist in Geldschwierigkeiten und muss den noch unvollendeten Muskauer Park verkaufen. Zwei Grafen von Hatzfeld und ein General von Nostritz kaufen ihm das Anwesen für 1.700.000 Taler ab. Im Gegenzug muss Pückler sich verpflichten, dem General das schlesische Gut Waldstein bei Glatz im Glatzer Land, das heute in Niederschlesien (Dolny Śląsk) liegt, für 100.000 Taler abzukaufen.
Pückler und seine Ex-Frau Lucie von Hardenberg siedeln nach Branitz um.
1846 gelangt der Park in den Besitz von Prinz Friedrich der Niederlande (1797-1881), der seit 1825 mit der jüngsten Schwester von Wilhelm IV. verheiratet war.
1852 Der Parkgestalter Eduard Petzold, der zu Pücklers Zeiten im Park eine Ausbildung erhalten hatte, wird von Prinz Friedrich der Niederlande zum Gartendirektor ernannt. Petzold legt unter anderem eine bedeutende Gehölzsammlung an.
1863 bis 1866 Das Alte, das Neue Schloss und das Kavaliershaus lässt Prinz Friedrich der Niederlande im Neorenaissancestil umbauen.
1883 Schloss und Park gehen in den Besitz derer zu Arnim über.
1888 Traugott Hermann von Arnim-Muskau lässt für seine im Jahr 1886 tödlich verunglückte Ehefrau, Gräfin Laura, ein Mausoleum errichten.
1924 Es wird eine Polizei- und eine Parkordnung für den Muskauer Park erlassen.
1929 Die Verwaltung des Parks wird von einem Oberforstamt übernommen.
1931 241 Hektar werden zum Naturschutzgebiet "Muskauer Park" erklärt.
Rosen am Neuen Schloss in Bad Muskau
Rosenbeet am Neuen Schloss.
Jahr Ereignis
1945 Die Niederlage des Dritten Reiches steht unmittelbar bevor. Truppen der Roten Armee unter Marschall Konew bewegen sich von Südosten auf die Reichshauptstadt Berlin zu. Auf dem Weg dorthin passieren sie Bad Muskau. Deutsche Soldaten graben Schützengräben auf dem Parkgelände und sprengen die Brücken über die Neiße, um den Vormarsch der Roten Armee zu erschweren. Nach den Kampfhandlungen sind 70 Prozent der Stadt Bad Muskau und das Alte Schloss zerstört, das Englische Haus und das Mausoleum und Pflanzenbestände stark beschädigt.
Mai 1945 Sowjetische Soldaten legen einen Brand, der das Neue Schloss bis auf die Außenmauern zerstört.
7. Oktober 1949 Gründung der Deutschen Demokratischen Republik
1953 Eine Parkverwaltung nimmt auf deutscher Seite ihre Arbeit auf.
1965 Beginn des Wiederaufbaus des Alten Schlosses im barocken Stil. 1984 können die Arbeiten abgeschlossen werden.
1967 Die von deutschen Soldaten angelegten Schützengräben werden zugeschüttet.
1972 Auf polnischer Seite werden die Reste des Englischen Hauses und des Mausoleums beseitigt.
1988 Polnische und deutsche Denkmalschützer treffen sich in Grünberg (Zielona Góra) und unterschreiben einen Vertrag, in dem beide Seiten ihren Willen bekunden, den Park gemeinsam in seiner Gesamtheit wiederherzustellen.
1989 ist das Jahr der politischen Wende in der Volksrepublik Polen und der DDR. Im Juni finden freie Wahlen in Polen statt und Tadeusz Mazowiecki wird zum ersten nichtkommunistischen Ministerpräsidenten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewählt. In der DDR fällt am 9. November die Mauer.
nach 1990 In Polen übernimmt das Kulturministerium in Warschau die Verwaltung des auf polnischem Staatsgebiet liegenden Teil des Fürst-Pückler-Parks von der staatlichen Forstverwaltung. Die fachliche Betreuung des Parks liegt in den Händen des Nationalen Instituts für Denkmalpflege (NID) Warschau.
1990 Am 3. Oktober kam es zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und zu einer Neugliederung der ehemaligen DDR-Gebietes. Das bis dahin im Bezirk Cottbus liegende Bad Muskau gehört seitdem zum Freistaat Sachsen.
1991 Auf polnischer Seite wird der Pücklerstein wieder aufgestellt.
1992 Der Muskauer Park geht von Stadt Bad Muskau in den Besitz des Freistaates Sachsen über.
1993 Gründung der Stiftung "Fürst-Pückler-Park Bad Muskau", einer "unselbstständigen Stiftung öffentlichen Rechts", die dem sächsischen Finanzministerium angegliedert ist. Geldgeber sind Sachsen und der Bund.
1995 Der Wiederaufbau des Neuen Schlosses beginnt.
2004 eröffnung der wiederaufgebauten Doppelbrücke, die den polnischen polnischen und den deutschen Teil des Parks miteinander verbindet. Besucher, die die Grenze überqueren, müssen noch bis 2007 ihre Ausweise vorzeigen.
2. Juli 2004 Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wird als staatenübergreifende Welterbestätte in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

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Schloss Bad Muskau
Schlossstraße
02953 Bad Muskau
Tel.: +49 35771 56012
Internet: www.muskauer-park.de