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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Johannisnacht - die magische Nacht der Sommersonnenwende in Polen

Das Fest zur Begrüßung des Sommers, das mit der Sommersonnenwende und damit der kürzesten Nacht des Jahres verbunden ist, wird nicht nur in den in den skandinavischen Ländern, sondern auch von den slawischen Völkern gefeiert. Der Mittsommer fällt auf die Nacht vom 23. auf den 24. Juni und ist in Polen unter den Namen „Noc Świętojańska” bzw. „Noc Kupały“ (Johannisnacht) oder „Wianki“ (Blumenkränze) bekannt.

Mädchen mit einem Kranz auf dem Kopf im See

Der Feiertag geht zwar auf die vorchristliche Zeit zurück, wurde jedoch von der Kirche, die in der Zeit der Christianisierung der Slawen nicht immer in der Lage war, mit den stark verwurzelten heidnischen Traditionen fertig zu werden, dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmet. Auf diese Weise gelang es der Kirche, ein heidnisches Ritual sanft in einen christlichen Feiertag einfließen zu lassen.

Fest der Liebe und der Fruchtbarkeit

Mit der Johannisnacht sind seit jeher zahlreiche mit Mystik erfüllte Bräuche verbunden. Am Abend des 23. Juni versammelten sich die Menschen an Flüssen und Seen, zündeten Feuer an, tanzten und sangen die ganze Nacht um sie herum, um Wohlergehen für sich und für die Natur zu erbitten. Kräutern, die in dieser Nacht gesammelt wurden, sprach man besonders heilende Kräfte zu. Mädchen flochten Blumenkränze und ließen sie ins Wasser gleiten, in der Hoffnung, der ersehnte Jüngling würde den Blumenkranz herausfischen und dessen Besitzerin zur Frau nehmen. Es war ein Fest der Liebe und Fruchtbarkeit, und die Feiern sollen deftig und sexuell ausschweifend gewesen sein. Mit der Sommersonnenwende ist auch die Legende von der magischen feurig-roten Farnblüte verknüpft. Die Blüte soll nur einmal im Jahr, nämlich in der Johannisnacht, und nur für wenige Augenblicke aufgehen. Demjenigen, dem es gelingen sollte, die Farnblüte zu pflücken, sollten magische Kräfte, Glück und Reichtum beschieden werden. (Frank Hilbert)