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Bromberg (Bydgoszcz) - Hotel zum Adler (Hotel pod Orłem)

Ein imposanter Bau aus den 1890er Jahren des Bromberger Architekten Józef Święcicki (1859-1913). Bauherr war Emil Bernhardt, der einige Zeit in der Schweiz verbrachte, wo er sich im Hotelwesen ausbilden ließ.

Zwei Atlanten am Hotel unter dem Adler
Zwei Atlanten stützen einen Erker an der Fassade des Hotels unter dem Adler. Foto: Frank Hilbert

Auf dem Grundstück, auf dem Święcicki das Hotel erbaute, stand vorher das "Gasthaus zum Adler", das Bernhardts Vater Friedrich Bernhardt 1850 gekauft hatte. In den 1870er Jahren übergab Friedrich die Geschäfte an seinen Sohn. Der heiratete 1880 die vermögende Louise Müller aus dem nahegelegenen Schneidemühl (Piła). Einen Teil der Mitgift verwendete er für sein Haus in der heutigen ul. Gdańska 16. Einen weiteren Teil investierte er in den Hotelneubau in der ul. Gdańska 16, mit dessen Ausführung er 1893 Święcicki beauftragte. Baubeginn war 1894. Die Eröffnung fand zwei Jahre später statt.
Unübersehbares Markenzeichen des Hotels ist die überdimensionale Skulptur eines Adlers mit ausgebreiteten Schwingen, die auf dem Dach des Gebäudes ihren Platz gefunden hat. Mit dem Hotel setzte sich Święcicki gleich selbst ein Denkmal, indem er an der reich verzierten Fassade im zweiten Stockwerk ein Selbstporträt anbringen ließ. Riesige Atlanten stützen an der Fassade einige Balkone.

Zum Zeitpunkt der Errichtung war das Hotel zum Adler ein hochmoderner Bau mit elektrischem Licht und einem hydraulisch betriebenen Fahrstuhl. Das Restaurant war mit aufwendigen Wandmalereien und Säulen gestaltet. Die Gäste saßen in Nischen. 1899 verpachtete der Eigentümer das Hotel an den Berliner Geschäftsmann Rudolf Trillhose.
Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Polen seine Unabhängigkeit zurück. Bromberg lag auf dem polnischen Staatsgebiet. Das Hotel kaufte der Kaufmann Stefan Majewicz für über eine Million Deutsche Mark. Der ließ es 1926 aufwendig renovieren und umgestalten. Den Auftrag für das Projekt hatte der Bromberger Architekt Theophilus Biernacki erhalten. Majewicz gelang es, sein Restaurant zu einer der ersten Adresse der Stadt zu machen.
Während des Zweiten Weltkrieges, als deutsche Truppen die Stadt besetzt hielten, enteigneten die Nationalsozialisten Majewicz und machten Erich Blumm zum Direktor des Hauses, das nun "Danziger Hof" hieß.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in der sozialistischen Ära, ging das Hotel in Volkseigentum über, und 1952 übernahm das staatliche Reiseunternehmen "Orbis" den Betrieb. 1974 wurde das „Hotel zum Adler" in das "Polnische Denkmalregister" (rejestr zabytków) aufgenommen. (fh)

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