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Tuchhallen in Krakau (Kraków), Polen

Die Tuchhallen bilden den Mittelpunkt des Hauptmarktes (Rynek Główny) in Krakau (Kraków). In ihnen handelten Kaufleute im Mittelalter mit englischen und flämischen Stoffen. Das heutige Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert und beherbergt neben Cafés, Restaurants und Souvenirständen auch eine Ausstellung mit polnischer Malerei des 19. Jahrhundert.

Tuchhallen in Krakau (Kraków) kurz nach dem Sonnenaufgang im März
Blick auf die Ostseite der Tuchhallen mit dem Denkmal für Adam Mickiewicz davor. Fotos: Frank Hilbert

Schon im mittelalterlichen Krakau boten Kaufleute aus allen Herren Ländern ihre Waren auf dem Markt an. Zunächst handelten oder tauschten sie in offenen Buden, bis der polnische König Kazimier der Große ein großes dreischiffiges Gebäude aus Backstein für sie errichten ließ. Eine Zeichnung aus dem Jahr 1550 zeigt die Tuchhallen im für die damalige Zeit typischen Stil der Gotik: mit Ziergiebeln auf beiden Seiten und Spitzbogenfenstern. Die Eingänge zu den Ständen befanden sich an den Giebelseiten. Gehandelt wurden nicht nur mit Stoffen, wie der Name der Hallen suggeriert, sondern auch mit Blei und Salz aus dem nahegelegenen Wieliczka. Zu den Importgütern zählten Leder, Wachs und sündhaft teure Gewürze und Seide.
Nach einem verheerenden Brand 1555 wurden die Hallen nach Plänen des italienischen Baumeisters Giovanni Maria Mosca im Stil der Renaissance – mit einer maskaronengeschmückten Attika – wiederaufgebaut. Als Krakau seinen Status als Hauptstadt an Warschau verlor, sank auch die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt. Kriege und die Teilung Polens Ende des 18. Jahrhunderts verstärkten den Abwärtstrend. Im 19. Jahrhundert befanden sich große Teile der Krakauer Altstadt in einem maroden Zustand. So musste 1820 das gotische Rathaus auf dem Rynek Główny abgerissen werden, weil es baufällig war. Nur der Rathausturm steht heute noch neben den Tuchhallen. Sie entgingen dem Schicksal des Rathauses, wurden aber 1870 geschlossen. Fünf Jahre später erhielt Tomasz Pryliński den Auftrag, die Tuchhallen umzugestalten. Er versah sie mit Arkaden und Risaliten. Seine Arbeit beendete er 1878.

Cafés und Restaurants unter den Arkaden laden zum Verweilen ein. Im Obergeschoss zeigt eine Ausstellung polnische Malerei des 19. Jahrhunderts. Zur Sammlung gehören Gemälde von Jan Matejko, Artur Grottger und Jacek Malczewski. Ebenfalls in den Tuchhallen befindet sich der Eingang zur unterirdischen Route. Bei archäologischen Ausgrabungen fand man Reste des mittelalterlichen Krakaus. Die Ausgrabungsstätte wurde mit einer Betonplatte überdacht und kann seit 2010 besichtigt werden. (fh)

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