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Czartoryski-Museum in Krakau (Kraków), Polen

Das Czartoryski-Museum in Krakau (Kraków) ist das älteste Museum in Polen und beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen des Landes. Das bekannteste Bild der Sammlung ist die „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci. Gegründet hat das Museum Fürstin Izabella Czartoryski. Neun Jahre lang war das Museum wegen Umbaumaßnahmen geschlossen. Seit Dezember 2019 ist es der Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Czartoryski-Museum in Krakau (Kraków)
Das Czartoryski-Museum mit gelber Fassade und die Piaristenkirche (Kościół Pijarów pw. Przemienienia Pańskiego). Foto: Frank Hilbert

Gegründet hat das Museum die Fürstin Izabella Czartoryska Ende 1796 in Puławy. Sie nannte es „Tempel der Erinnerung" und stellte es unter das Motto "Die Vergangenheit der Zukunft". Die Fürstin fühlte sich den Werten der Aufklärung verpflichtet und unterhielt Bekanntschaften mit den französischen Schriftstellers und Philosophen Jean-Jacques Rousseau und Voltaire. Ihre Nachfahren erweiterten die Sammlung weiter. So kaufte ihr Sohn, Fürst Adam Jerzy, 1798 die Bilder "Porträt eines Mannes" von Raffael und die "Dame mit dem Hermelin" von Leonardo da Vinci, das bis heute aus der Sammlung hervorsticht. Später kam die „Landschaft mit dem barmherzigen Samariter" des holländischen Barockmalers Rembrandt van Rijn hinzu.

Nach Krakau gelangte die Kunstsammlung über Umwege: Im Anschluss an die napoleonischen Kriege schufen die Siegermächte auf dem Wiener Kongress im Jahr 1815 Kongresspolen, das Russland kontrollierte und in dem die Stadt Puławy lag. 1830 erhoben sich die Polen mit dem Ziel der nationalen Unabhängigkeit. Die Aufständischen setzten den russischen Zaren Nikolaus I. in seiner Funktion als König von Kongresspolen ab und ernannten Adam Jerzy Czartoryski zum Regierungschef der Revolutionsregierung. Der Aufstand scheiterte und die Czartoryski-Familie floh nach Paris. Um einer Enteignung durch die russische Besatzungsmacht zu entgehen, brachte die Adelsfamilie die Kunstsammlung ins Lambert-Hotel in Paris in Sicherheit. Dank der Bemühungen von Fürst Władysław Czartoryski kam die Kunstsammlung 1876 zurück nach Krakau, wo ihr die Stadt das ehemalige Gebäude des Stadtarsenals für die Sammlung schenkte. Da der Platz nicht ausreichte, kaufte Czartoryski noch drei weitere Häuser und einen Teil des Piaristenkloster in der Umgebung dazu und ließ den gesamten Gebäudekomplex vom französischen Architekten Gabriel Ouradou umbauen. Das Ergebnis ist unter anderem ein Verbindungsgang über der ul. Pijarska, der das Arsenalgebäude mit dem Kloster verbindet und der sich architektonisch an die Seufzerbrücke in Venedig anlehnt.

Eine als Dame mit dem Hermelin verkleidete Frau neben der Marienkirche in Krakau (Kraków)
Eine als "Dame mit dem Hermelin" verkleidete Frau auf einer Festveranstaltung neben der Marienkirche in Krakau.

Während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg wurden die drei Gemälde „Porträt eines Mannes", „Dame mit Hermelin" und „Landschaft mit dem barmherzigen Samariter" zum Zankapfel zwischen Nazigrößen. Zunächst ließ Reichsluftfahrtminister Hermann Göring die Bilder für Hitlers „Führermuseum" im österreichischen Linz rauben. Später gelang es Generalgouverneur Hans Frank die Bilder in seine Residenz, dem Krakauer Wawel-Schloss, zu holen.

Am 29. Dezember 2016 kaufte die Polnische Regierung die Sammlung für hundert Millionen Euro der Czartoryski-Stiftung ab, die 1991 auf Initiative von Adam Karol Czartoryski entstanden war und seitdem das Museum betrieb. Ein Schnäppchen, wie der damalige Kulturminister Piotr Glinski meinte, denn allein das Bild „Dame mit dem Hermelin" soll einen Versicherungswert von 350 Millionen Euro haben. Inzwischen gehört das Czartoryski-Museum zum Krakauer Nationalmuseum und wurde zwischen 2010 und 2019 umgebaut.

Die Kunstsammlung umfasst 86.000 Objekte und 250.000 Bücher. Darunter sind nicht nur bekannte Bilder wie die von Leonardo da Vinci und Rembrandt, sondern auch eine wertvolle Sammlung antiker Kunst, Keramik, Silber, eine Waffenkammer, Andenken an Könige und Hetmane und Objekte aus der polnischen Geschichte aus der Zeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert. (fh)

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Sehenswürdigkeit

Czartoryski-Museum (Muzeum Czartoryskich)
ul. Pijarska 15
31-015 Kraków
Tel.: +48 12 3705466
E-Mail: muz-czart@mnk.pl
Internet: mnk.pl

Geodaten: 50.0647409,19.9400962
Wegbeschreibung auf Google Maps

Öffnungszeiten:

Mo geschlossen
Di – Fr 09.00 – 19.00 Uhr
Sa 10.00 – 20.00 Uhr
So 10.00 – 18.00 Uhr


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