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Soldatenfriedhof Bartossen (Bartosze) im einstigen Ostpreußen

Auf einem wuchtigen Findling in der Nähe des masurischen Dorfes Bartossen (Bartosze) ist zu lesen: "Deutscher Soldatenfriedhof". Fünf unterschiedlich große Kreuze sind in den Stein gemeißelt und mit schwarzer Farbe ausgemalt. Es handelt sich um das Logo des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der Findling liegt neben einer mit Feldsteinen eingefassten Treppe, die auf einen Hügel hinaufführt. Hier haben tausende deutsche Soldaten aus dem Ersten (1914-1918) und dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Findling am Eingang zum Soldatenfriedhof Bartossen (Bartosze)
Ein Findling markiert den Eingang zum Soldatenfriedhof Bartossen. Fotos: Frank Hilbert

Angelegt wurde der Friedhof während des Ersten Weltkriegs. Im Februar 1915 begann die deutsche Armee eine Offensive gegen russische Truppen, die auf ostpreußisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit einer Zangenbewegung versuchten die Deutschen die bei Augustów stehende Hauptmacht der russischen Armee, die aus 11 Divisionen bestand, einzuschließen und zu schlagen. Der Plan gelang, und die Russen zogen sich aus Ostpreußen zurück. In die Geschichtsbücher gingen die vom 7. Bis 22. Februar andauernden erbitterten Kämpfe als die Masurische Winterschlacht ein. Auf deutscher Seite fielen rund 10.000 Mann. 84 deutsche Soldaten, die am 15. Februar 1915 bei Kämpfen in der Nähe von Bartossen gefallen waren, wurden auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt. Drei mehrere Meter hohe Kreuze machten die Gedenkstätte weithin sichtbar. Auf Steinplatten waren die Namen der Gefallenen verewigt. In Anspielung auf den Hügel Golgatha in der Nähe von Jerusalem, auf dem Jesus von Nazaret gekreuzigt worden war, erhielt der Soldatenfriedhof den Beinamen "Masurisches Golgatha".

Steinkreuze auf dem Soldatenfriedhof Bartossen (Bartosze)
Auf den Steinplatten sind die Namen der Gefallen verewigt.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernahm den Friedhof und machte ihn zu einem zentralen Sammelfriedhof für während der beiden Weltkriege in der einstigen Provinz Ostpreußen und der Woiwodschaft Podlachien gefallene deutsche Soldaten. An der feierlichen Einweihung des Friedhofs am 9. August 2003 nahmen neben Julius Boblinger, Gesandter der deutschen Botschaft in Warschau, auch Stanisław Lech Szatkowski, Woiwode von Ermland-Masuren, teil.
Die drei Kreuze aus dem Ersten Weltkrieg dominieren immer noch das Aussehen der Gedenkstätte. Hinzugekommen sind Gräberfelder mit etwa zwei Meter hohen Steinplatten mit den Namen der Gefallenen. Markiert sind die Gräberfelder durch Gruppen von steinernen Grabkreuzen. Obwohl ursprünglich nur für Gefallene aus Ostpreußen und Podlachien gedacht, wurden 2017 die sterblichen Überreste von fast 3.000 deutschen Soldaten nach Bartossen überführt, die im Zweiten Weltkrieg in der Nähe von Thorn (Toruń) gefallen waren. Auf dem Friedhof ist Platz für 20.000 Tote. Zurzeit haben dort etwa 14.000 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden. (fh)

Anfahrt

Der Soldatenfriedhof Bartossen liegt an der Straße Nr. 16 etwa fünf Kilometer von Lyck (Ełk) in Richtung Allenstein (Olsztyn) entfernt. Biegen Sie von der Straße Nr. 16 in Richtung Rożyńsk ab. Nach 200 haben Sie den Eingang erreicht. Kostenlose Parkplätze stehen zur Verfügung.

Öffnungszeiten

Der Friedhof ist durchgehend geöffnet.

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Lyck (Ełk), Polen21.09.2018 – 05:39 Uhr
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