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Ogonken (Ogonki) in Masuren, Polen

Ogonken (Ogonki) ist ein Dorf mit rund 450 Einwohnern im Nordosten von Masuren, in der früheren Provinz Ostpreußen. Es liegt zwischen dem Schwenzaitsee (Jezioro Święcajty) und dem Groß Strengelner See (Jezioro Stręgiel) auf einer schmalen Landenge. Nördlich von Ogonki verbindet der kleine Fluss Sapina die beiden Seen. Wegen seiner Lage am Wasser ist der Ort beliebt bei Seglern und Paddlern.

Bootssteg am Schwenzaitsee (Jezioro Święcajty) in Masuren
Bootsanleger in Ogonki am Schwenzaitsee (Jezioro Święcajty). Fotos: Frank Hilbert

Ogonki liegt verkehrsgünstig an der Landesstraße DK 63, die Lötzen (Giżycko) mit Angerburg ( Węgorzewo) verbindet und am Ufer des Schwenzaitsees verläuft. Ein breiter Schilfgürtel säumt das Ufer, es gibt eine Badestelle, und Bootsanleger ragen weit in den See hinein. Wie idyllisch es hier trotz der Durchgangsstraße sein kann, wäre mir vermutlich nie aufgefallen, wenn ich nicht an einem warmen Sommerabend in ein Fischrestaurant eingekehrt wäre und auf der Terrasse mit Blick auf den See zu Abend gegessen hätte. Nur der kleine Bunker aus Stahlbeton auf der gegenüberliegenden Straßenseite, der aus dem Zweiten Weltkrieg stammt und dessen Schießscharte nach Südosten in Richtung Lötzen zeigt, in die Richtung, aus der die Rote Armee erwartet wurde, störte die Idylle. Dahinter liegt der größte Teil des Dorfes, der sich bis an den Strengelner See erstreckt. Zu sehen sind die Häuser vom Retaurant aus nicht.

Die Geschichte von Ogonken reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Nur hieß die Siedlung zuerst Schwintz, erst später erhielt sie den Namen Ogonken. Den Nationalsozialisten war der fremdländisch klingende Name ein Dorn im Auge, und sie gaben ihm 1938 den Namen Schwenten. Als offizielles Gründungsjahr gilt das Jahr 1529. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehört Ogonken zu Polen und heißt Ogonki.
Die Menschen lebten vom Fischfang und von der Landwirtschaft. Größere Arbeitgeber waren die Baustoffwerke Ogonken und das Sägewerk von Georg Tepper am Schwenzaitsee. Tepper war so wohlhabend, dass er sich ein größeres Motorboot zum Privatvergnügen, die Kormoran, leisten konnte. Seit 1741 gab es eine Schule im Dorf, und mit der Inbetriebnahme der Bahnlinie Angerburg-Lötzen am 21. Dezember 1905 erhielt Ogonken einen Bahnanschluss an das preußische Eisenbahnnetz. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde die Bahnlinie stillgelegt.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges (1914-1918) marschierten Truppen des zaristischen Russland in Ostpreußen ein und zerstörten in Ogonken einige Häuser, darunter das Schulgebäude, den Bahnhof und das Gasthaus.

Mit dem Gasthaus verbindet sich eine Sage. In früherer Zeit soll ein Wirt eine Frau gehabt haben, die so garstig war, dass sogar der Teufel Angst vor ihr hatte und ihre Anweisungen widerspruchslos befolgte. Aus reiner Boshaftigkeit befahl sie ihm, sie im Sommer bei sengender Hitze auf einem Schlitten und im Winter bei Schnee und Eis in einem Wagen über den Kanopkeberg bei Angerburg zu ziehen. Schließlich wurde es dem Teufel und dem Ehemann zu bunt, und sie beschlossen, sie zu töten. Den Mord führte der Teufel aus. Als Lohn dafür hatte der Gastwirt dem Teufel zwei Jahresernten versprochen. Bekommen sollte er im ersten Jahr alle unter der Erde und im zweiten Jahr alle über der Erde gewachsenen Feldfrüchte. Doch der Gastwirt säte im ersten Jahr Weizen aus und pflanzte im zweiten Kartoffeln an. Auf diese Weise prellte er den Teufel um seinen Lohn.

Bunker an einer Straße in Ogonken (Ogonki) in Masuren
Die Landstraße DK 63 in Ogonken. Am rechten Straßenrand steht ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Inzwischen ist der Fremdenverkehr zur wichtigsten Einnahmequelle in Ogonki geworden. Es gibt etliche Pensionen, kleinere Hotels und Ferienwohnungen.

Die Sapina ist etwas über 40 km lang. Auf dem Abschnitt vom Kruglinner See (Jezioro Krulinskie) nach Ogonki durchfließt sie mehrere Seen. Sie gehört zu den schönsten Feldlandflüssen in Masuren, ist jedoch nicht so bekannt bei Paddlern wie die Krutynia und deshalb auch nicht so überfüllt.

Der Schwenzaitsee ist eingebettet in die Masurische Seenplatte. Er ist 5,52 km lang, 2,31 km breit und hat eine Fläche 8,694 km2. Im Westen verbindet ihn die Sapina mit dem Strengelner Sees, im Westen besteht eine Verbindung zum Mauersee (Jezioro Mamry).

Der Strengelner See ist mit seinen rund 4 km2 wesentlich kleiner als der Schwenzaitsee. Er ist 3,7 km breit und 1,8 km lang. (fh)

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