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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Hohenstein (Olsztynek)

Hohenstein (Olsztynek) ist eine Stadt am Fluss Ameling (Jemiołówka) in Masuren, die der Deutsche Orden im 14. Jahrhundert gegründet hat. Sie zählt 7.000 Einwohner. In der Vergangenheit betrieben ihre Bürger im Haupterwerb Landwirtschaft und erzielten aus dieser Tätigkeit den größten Teil ihrer Einkünfte. Klein ist die Stadt immer noch, aber nicht unbedeutend für den Tourismus. Im ihrem nördlichen Teil, am Ufer des Flusses Jemiołówka, befindet sich eine der größten touristischen Anziehungspunkte der Region: das Museum für volkstümliche Baukunst (Muzeum Budownictwa Ludowego).

Frühere evangelische Kirche in Hohenstein (OLsztynek)
In der ehemaligen evangelischen Kirche in Olsztynek befindet sich ein Museum, das zum Freilichtmuseum der Volksbauweise gehört. Fotos: Frank Hilbert

Museum für volkstümliche Baukunst (Muzeum Budownictwa Ludowego)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entschlossen sich die Königsberger ein Fleilichtmuseum für volkstümliche Baukunst zu eröffnen. Es entstand auf dem Gelände des Zoologischen Gartens von Königsberg, der damaligen Hauptstadt von Ostpreußen, und umfasste 22 Holzgebäude aus der Region aus dem 18. und 19. Jahrhundert. 1937 wurde das Freilichtmuseum nach Hohenstein verlegt, wo es heute zu den größten Sehenswürdigkeiten in der Region zählt.
Seit dem Umzug in den 1930er Jahren hat das Freilichtmuseum seine Sammlung systematisch um weitere Gebäude erweitert. Dabei handelt es sich entweder um Gebäude, die an anderer Stelle ab- und hier wieder aufgebaut wurden, oder um originalgetreue Nachbauten. 74 Gebäude sind es inzwischen, die auf dem etwa 100 ha großen Gelände des Freilichtmuseums stehen. Dazu zählen Sakralbauten, Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und Werkstätten, aber auch eine Windmühle und Speicher aus dem Samland, dem Weichselland sowie Ermland und Masuren. Sie gewähren den Besuchern einen Einblick in die traditionelle Lebensweise der Menschen in der damaligen Zeit. Das ethnografische Museum gehört zu den größten in Polen. Es liegt in einer landschaftlich reizvollen Gegend und ist hervorragend geeignet für Spatziergänge und zum Entspannen. Zum Freilichtmuseum gehören zwei Gebäude in der Innenstand von Hohenstein (Olstynek). In der früheren früheren evangelischen Kirche befindet sich das Museum "Dom Mrongowiusza" als Teil des Freilichtmuseums. Das zweite Gebäude ist ein historischer Verteidigungsturm.

Komtur Günther von Hohenstein

Olsztynek liegt auf dem Gebiet des früheren Ordenslandes. 1349 errichtete der Deutschen Orden an dieser Stelle eine Burganlage, die dem Schutz des Handelsweges zwischen Masowien und dem Ordensland diente. Auftraggeber war der Komtur von Osterode, Günther von Hohenstein, nach dem später die Stadt benannt wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt und mit ihr die Burg mehrmals zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts befand sich die Burg in einem so jämmerlichen Zustand, dass sie teilweise abgerissen und zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten die Hohensteiner auf den Grundmauern ein Gymnasium im neogotischen Stil, dessen bekanntester Schüler der Bakteriologe und Serologe Emil von Behring (1854-1917) war. Er arbeitete an der Berliner Charité und entwickelte ein aus Blutserum hergestelltes Medikament gegen Diphterie und Wundstarrkramp (Tetanus). Für seine Verdienste erhielt er 1901 als erster Wissenschaftler  den "Nobelpreis für Physiologie oder Medizin".

Die Ordensburg von Hohenstein (Olsztynek)
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand auf den Fundamenten der Ordensburg ein Gymnasium.

Das "Tannenberg-Denkmal"

Ganz in der Nähe von Hohenstein tobte am 15. Juli 1410 die Schlacht bei Tannenberg, in der das Heer des Deutschen Ordens auf eine gemeinsame polnisch-litauische Streitmacht stieß. Der Hochmeister Ulrich von Jungningen führte das Ordensheer an. An der Spitze der gegnerischen Truppen standen der polnische König Władysław II. Jagiełło und der litauische Großfürst Vytautas. Seit 1386 waren Polen und Litauen durch eine Personalunion verbunden. Der Orden unterlag in der Schlacht.
Als im 19. Jahrhundert das Nationalbewusstsein der Völker erwachte, entwickelte sich die Niederlage von 1410 auf deutscher Seite zu einer Schmach, die es galt wettzumachen. Die Gelegenheit bot sich während des Ersten Weltkrieges (1914-1918), als das kaiserliche Heer im August des ersten Kriegsjahres unter der Führung von General Paul von Hindenburg und Generalmajor Erich Ludendorff die in Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen zurückdrängen konnten. Auf Wunsch von Hindenburg wurde die Schlacht in "Schlacht bei Tannenberg" umbenannt.
Durch geschickte Selbstvermarktung gelang es Hindenburg, sich zum "Retter Ostpreußens" zu stilisieren. Bis zu seinem Tod 1934 verehrten ihn die Deutschen. Seinen Leichnam setzten die Nationalsozialisten unter höchsten militärischen Ehren im "Tannenberg-Denkmal" bei, das zwischen 1924 und 1927 am Rande von Hohenstein errichtet worden war. Kurz bevor sowjetische Truppen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) Hohenstein erreichten, brachten die Deutschen den Leichnam Hindenburgs nach Westen und sprengten das Denkmal. Die Trümmer trugen polnische Soldaten in den 1950er Jahren ab. Heute kennzeichnet eine riesige mit Gebüsch überwucherte Mulde die Stelle, an der das Denkmal stand. Eine Informationstafel informiert über die Geschichte.

Historisches Museum im Rathaus

Wer sich für die Geschichte des Denkmals interessiert, dem sei ein Besuch des kleinen Museums im Rathaus von Hohenstein (Olsztynek) empfohlen. Die mit multimedialen Elementen interessant gestaltete Ausstellung informiert auch über das Kriegsgefangenenlager Stalag I b Hohenstein, in dem Deutsche zwischen 1939 und 1945 etwa 55.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Italien, Belgien und Polen umgebracht haben. (Frank Hilbert)

Sehenswürdigkeiten

  • Museum für volkstümliche Baukunst (Muzeum Budownictwa Ludowego),
  • Ordensburg, heute eine Schule
  • ehemalige evangelische Kirche
  • Rathaus mit historischem Museum

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Landkarte von Polen mit Hohenstein (Olsztynek)

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Hohenstein (Olsztynek), Polen23.02.2018 – 21:03 Uhr
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