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Hohenstein (OLsztynek) - Stalag I b Hohenstein

Zwischen September 1939 und Januar 1945 unterhielt die deutsche Wehrmacht in der Nähe von Hohenstein (Olsztynek) das Kriegsgefangenenlager Stalag I b. Im Verlauf seines Bestehens waren hier 160.000 Soldaten verschiedener Nationalitäten inhaftiert. 55.000 von ihnen, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, kamen ums Leben. Eine Gedenkstätte auf einem Soldatenfriedhof am Rande des Dorfes Sauden (Sudwa) und eine multimediale Ausstellung im Hohensteiner Rathaus erinnern an das Martyrium der Kriegsgefangenen.

Gedenktafeln für einen russischen und einen ukrainischen Soldaten auf dem Soldatenfriedhof in Sudwa
Gedenktafeln für zwei sowjetische Soldaten, einen Russen und einen Ukrainer, auf dem Friedhof in Sudwa, die anscheinend Angehörige aufgestellt haben. Auf der linken russischen Tafel ist zu lesen: "Ich komme zu dir im Mai, Setze mich auf die Bank und flüstere dir zu; Sei gegrüßt, Großvater! Danke für den Sieg! Für mich… Für uns. Für die Ruhe.." Die Tafel des ukrainischen Soldaten endet mit den Worten: "... wir trauern, die Tochter, die Enkel, die Urenkel" Fotos: Frank Hilbert

Das Stalag I b Hohenstein war das zweitgrößte in Ostpreußen und lag rund drei Kilometer von Hohenstein entfernt. Angelegt wurde es bereits vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als Barackenlager für deutsche Veteranen aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918), die 1939 an den Feierlichkeiten anlässlich des 25. Jahrestages der Schlacht von Tannenberg teilnehmen wollten.
Die Feier fiel wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges aus. Dafür inhaftierte die Wehrmacht hier Kriegsgefangene, die überwiegend aus Polen, Frankreich und der Sowjetunion, aber auch aus Italien, Belgien und Serbien kamen. Aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse, Unterernährung, schwerer körperlicher Arbeit, einer Typhus-Epedimie und Folter kamen 55.000 von ihnen ums Leben. Allein im strengen Winter 1941/1942 starben 25.000 Menschen. Die meisten von ihnen waren sowjetische Soldaten. Ihre letzte Ruhestätte fanden sie in Massengräbern auf einem Friedhof in der Nähe von Sauden (Sudwa), der heute eine Gedenkstätte ist. Nach dem Krieg wurden die Gebeine der französischen und belgischen Soldaten in ihre Heimatländer überführt und die der italienischen Soldaten auf einen italienischen Friedhof in Warschau (Warszawa) umgebettet.
Der Gedenkstein auf dem Friedhof ist ein Werk von Ryszard Wachowski. Das einstige Lagergelände wurde teilweise mit der Schnellstraße S7 überbaut, die Danzig (Gdańsk) mit Warschau verbindet.

Nachbildung einer Baracke im Museum im Hohensteiner Rathaus
Das nachgestellte Innere einer Baracke im Museum im Hohensteiner Rathaus.

Über die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers informiert eine multimediale Ausstellung mit Tastbildschirmen und interaktiven Tischen im Hohensteiner Rathaus. Nachgebildet ist das Innere einer Baracke, und persönliche Gegenstände von Gefangenen, die auf dem Lagergelände gefunden wurden, sind ausgestellt, sodass die Besucher einen Einblick in den bedrückenden Alltag der Kriegsgefangenen erhalten. Ein Teil der Ausstellung ist auch dem Tannenberg-Nationaldenkmal gewidmet, das 1927 in Hohenstein eingeweiht und 1945 von deutschen Soldaten gesprengt wurde. (fh)

Sehenswürdigkeiten

  • Friedhof mit Massengräbern und Gedenkstein, Koordinaten: 53.588029, 20.240963
  • Museum im Rathaus, Ratusz 1, Hohenstein (Olsztynek), Koordinaten: 53.581954, 20.282469

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