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Barbara Anna Woyno M. A. - Übersetzungen polnisch-deutsch-polnisch

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Großgarten (Pozezdrze) - Himmlers Feldkommandostelle Hochwald in Masuren

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich am Rande der Gemeinde Großgarten die Feldkommandostelle "Hochwald" von Reichsführer SS Heinrich Himmler. Sie lag nicht weit entfernt vom Führerhauptquartier (FHQ) Wolfsschanze.

Eingang zum Himmler-Bunker in der Feldkommandostelle Hochwald
Eingang zum Himmler-Bunker. Fotos: Frank Hilbert

Es ist stockfinster. Nur das Blitzlicht meines Smartphones taucht den niedrigen Raum in ein schummriges Licht. Die Wände und Decke bestehen aus Stahlbeton. Auf dem Boden liegen von Pfützen umgebene große Betonbrocken, und von der Decke hängt eine ganze Armee von Stalaktiten. Himmlers Bunker hat den Zweiten Weltkrieg beinahe unbeschadet überstanden und ist frei zugänglich.

Nachdem Hitler Polen besetzt und seinen Feldzug in Westeuropa abgeschlossen hatte, plante er den Überfall auf die Sowjetunion, der am 22. Juni 1941 stattfand. Um näher an der Ostfront zu sein, ließ er das Führerhauptquartier Wolfsschanze in der Nähe von Rastenburg in Masuren (in der damaligen Provinz Ostpreußen) errichtet. Mit dem Bau begannen tausende Arbeiter und Ingenieure 1940. Doch die Wolfsschanze war zu klein, um alle Führungszentralen aufzunehmen. Deshalb schlugen sie ihre Quartiere in der Umgebung auf: Außenminister Joachim von Ribbentrop quartierte sich im Schloss der Lehndorffs in Steinort (Sztynort) ein, die Wehrmacht errichtete ihre eigene Bunkerwelt im Mauerwald und SS-Chef Heinrich Himmler baute sich die Feldkommandostelle "Hochwald" nordwestlich von Großgarten (Pozezdrze). Mit dem Beginn der Bauarbeiten in der Wolfsschanze begannen auch die Arbeiten im Hochwald. Umgeben waren die gut getarnten Bunker und Baracken durch Stacheldraht und Minenfelder. Himmlers Bunker ist 21,4 m lang, 19,3 m breit und 8,4 m hoch und hat zwei 80 cm breite Eingänge, die früher mit Stahltüren verschlossen wurden. Trotz der enormen Außenmaße herrscht im Inneren große Enge, weil die Bunkerwände und die Bunkerdecke mehrere Meter dick sind und deshalb nur wenig Platz für Wohn- und Arbeitsräume übrig bleibt.

Raum im Himmler-Bunker in der Feldkommandostelle Hochwald in Masuren
Stalaktiten hängen in den Innenräumen von den Decken.

In den Hochwald zog Himmler am 25. Juni 1941, drei Tage nach dem Überfall auf die Sowjetunion, ein. Zu seinem Stab gehörten sein Persönliches Referat, die Polizeiadjutantur und die SS-Adjuntatur. Bald zeigte sich, dass die Unterkünfte für Himmlers Personal nicht ausreichten. Um den Platzbedarf zu decken, wurden weitere Baracken errichtet und Mitarbeiter in dem nahe gelegenen Erholungsheim "Hegewald" einquartiert, zu dem auch eine Jugendherberge gehörte. Himmlers Sonderzug stand zusammen mit dem von Außenminister Ribbentrop in einer Waldschneise in der Nähe von Großgarten.
Als sich die Ostfront dem Hochwald gefährlich näherte, sprengten deutsche Soldaten am 14. Januar 1945 Teile der Anlage. Offensichtlich haben die Soldaten auch versucht, Himmlers Bunker zu sprengen, denn in seiner Außenhaut klaffen tiefe und breite Risse.

Die Feldkommandostelle "Hochwald" war nicht die einzige für den SS-Chef. Neben ihr gab es noch eine in der Nähe des Führerhauptquartiers "Werwolf" bei Winniza in der Ukraine.

Anreise

  • Fährt man auf der Nationalstraße DK 63 in Pozezdrze in nördliche Richtung, befindet sich kurz vor dem Ortsschild auf der rechten Seite ein Parkplatz. Koordinaten: 54.145462, 21.855845
  • Von hier aus sind es noch ca. 750 m bis zum Bunker.

Hinweis:

  • Der Bunker ist zwar nicht verschlossen. Es besteht beim Betreten allerdings Unfallgefahr.

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