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Heilsberg (Lidzbark Warmiński)

Der ehemalige Sitz der Ermländer Bischöfe liegt auf der sog. "Kopernikus-Route" und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher aus dem In- und Ausland. Die Geschichte Lidzbarks-Warmińskis geht auf die prußischen Burg "Lecbarg" zurück. Sie wurde im Jahr 1240 vom Deutschen Orden überfallen und eingenommen. Nach mehreren gescheiterten Rückeroberungsversuchen der Prußen ging die Burg in den Besitz der Ermländer Bischöfe über und erhielt im Jahr 1308 - nun unter dem Namen “Heilsberg” - die Stadtrechte.

Burg in Lidzbark Warmiński (Heilsberg)
Odensburg in Heilsberg (Lidzbark Warmiński). Foto: Frank Hilbert

Die Stadt wurde von schlesischen Kolonisten besiedelt. Ihre breslauer Mundart wurde in Heilsberg bis in das 20. Jahrhundert hinein gesprochen. Ab 1350 war Heilsberg Hauptsitz der Bischöfe von Ermland, ein Umstand, der in den darauffolgenden Jahren zu einer enormen städtebaulichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt führt. Bereits Ende des 14. Jahrhunderts besaß Heilsberg eine Kirche, ein Rathaus, zwei Krankenhäuser und sogar eine Kanalisation. Das bedeutendste Bauwerk jener Zeit ist zweifelsohne der  Bischofspalast (Bauzeit: 1348-1400).

Vorposten des Deutschen Ordens

Der gotische Backsteinbau, mit Türmchen, die an die Türme der Marienkirche in Frauenburg erinnern, an der Mündung des Flusses Symsarna in die Alle (Lyna) erbaut und als Festung konzipiert, zeugt von der einstigen Bedeutung Heilsbergs als eines der zahlreichen Vorposten des Deutschen Ordens.
Im Jahr 1440 trat Heilsberg dem Prußischen Bund bei, ging aber mit dem Thorner Frieden im Jahr 1466 (Die Urkunde mit den eindrucksvollen Lacksiegeln ist heute in dem in der Burg eingerichteten Museum zu bewundern.) mit der gesamten Region Ermland an Polen über. Für das Bistum war es der Beginn eines goldenen Zeitalters. Die Bischöfe von Ermland standen den Prußischen Ständen vor, d.h. Sie waren die höchsten Amtsträger im Königlichen Preußen. Als einziges Erzbistum der Republik Polen unterstand Ermland direkt der Römischen Kurie. Der Bischof von Ermland trug auch die Senatorenwürde. Zeitgleich mit der Zunahme der politischen Macht durch die Ermländer Bischöfe entwickelt sich Heilsberg zu einem bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum. So war der letzte Bischof, der in Heilsberg residierte, kein geringerer als Ignacy Krasicki (1735-1801), ein führender Kopf der intellektuellen Szene Polens. Zu seinen Werken gehören zahlreiche Romane und Gesellschaftssatiren. In den Jahren 1503-1510  lebte Nikolaus Kopernikus im Bischofspalast von Heilsberg, wo er die Stellung des Hofarztes inne hatte. Im Jahr 1749 wurde in der bischöflichen Bibliothek die Originalchronik des Gallus Anonymus, eines der ersten Chronisten, der die Entstehungsgeschichte des polnischen Staates niedergeschrieben hatte.

Das Hohe Tor in Heilsberg (Lidzbark Warmiński)
Das Hohe Tor.

Kranken- und Waisenhaus

Die Einverleibung Ermlands durch den protestantischen Preußischen Staat im Jahr 1771, die Folge der ersten Teilung Polens war, bedeutete auch einen Niedergang der territorialen Macht der katholischen Bischöfe von Ermland. Nachdem 1795 der letze Bischof von Ermland. Ignacy Krasicki, Heilsberg verlassen hatte, wurde im dem nun leer stehenden Palast das preußische Militär einquartiert. Die Burganlage verfiel. Anschließend wurden dort ein Kranken- und ein Waisenhaus untergebracht. Diese Zweckentfremdung bedeutete für den Bau die Rettung, da seine Abtragung bereits eine beschlossene Sache gewesen war.

Beim Einmarsch der Roten Armee im Jahr 1945 wurde fast die gesamte Altstadt Heilsbergs dem Erdboden gleichgemacht. Nur ein Stadttor (das sog. „Hohe Tor“), die Pfarrkirche und Teil der einstigen Befestigungen überstanden die Verwüstungen der Zweiten Weltkriegs. Auch die eindrucksvolle ehemalige Bischofsresidenz blieb fast unversehrt. Seit 1964 nimmt eine Regionalmuseum den größten Teils des dominanten Bauwerks ein. (fh)

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Landkarte von Polen mit Heilsberg (Lidzbark Warmiński)

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(Lidzbark Warmiński, Polen), Polen24.09.2017 – 21:33 Uhr
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Kontakt

Muzeum Warmii i Mazur - oddział w Lidzbarku Warmińskim
Pl. Zamkowy 1
11-100 Lidzbark Warmiński
Tel.: +48 (0) 89 7672111
E-Mail: muzeums@tlen.pl
Internet: www.muzeum.olsztyn.pl

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Tel.: +48 (0) 89 767 41 48
Fax: +48 (0) 89 767 41 48
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Heilsberg (Lidzbark Warmiński), ul. Wysokiej Bramy 2, 11-100
Heilsberg (Lidzbark Warmiński), ul. Wysokiej Bramy 2, 11-100 Lidzbark Warmiński (Google Maps)
  1. www.lidzbark-warminski.pl