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Galindia – eine urtümliche Erlebnislandschaft in Masuren

Im Mittelalter lebte im südlichen Masuren der pruzzische Stamm der Galinder. Ein polnischer Arzt versucht, ihre Kultur am Ufer des Beldahnsees (Jezioro Beldanskie) wiederzubeleben. Im Laufe der Jahre ist eine Hotelanlage mit einer urtümlichen Erlebnislandschaft entstanden, der er den Namen Galindia - Masurisches Eden (Galindia - Mazurski Eden) gab.

Holzkrieger vor dem Restaurant in Galindia in Masuren
Den Eingang zum Restaurant bewachen Krieger aus, die mit Speeren und Schilden bewaffnet sind. Fotos: Frank Hilbert

Der Besuch von "Galindia – Masurisches Eden" ist wie eine Reise in eine längst versunkene Welt. Die Galinder waren ein pruzzischer Volksstamm, der bis in das 13. Jahrhundert hinein in der heutigen Johannesburger Heide im südlichen Masuren lebte. Das Siedlungsgebiet hieß Galinden.
Der Name Galinden bedeutet soviel wie "die am Ende wohnen". Seine geographische Lage beschrieb bereits im Jahr 150 der antike Mathematiker und Geograph Claudius Prolemäus in seinem Atlas "Geographike Hypegesis" (Geographische Anleitung). Trotz der frühren Erwähnung ist nicht viel über die Kultur des Pruzzischen Stammes der Galinder bekannt. Es liegt auch daran, dass die Pruzzen keine Schriftsprache kannten und deshalb die Quellenlage dürftig ist. Der Deutsche Orden begann erst spät mit der Eroberung und Besiedlung von Galinden, weil es wegen der vielen Seen und dichten Wälder sehr unzugänglich war. Später, nachdem die meisten Galinder ihr Siedlungsgebiet verlassen hatten, kamen deutsche Siedler und Einwanderer aus Masowien, aus denen sich die Volksgruppe der Masuren entwickelte.

Der Psychotherapeut und Arzt Cezary Kubacki ließ ihre Kultur am Ufer des Beldahnsees (Jezioro Beldanskie) wieder auferstehen und verband sein Interesse für die Galinder mit einer Geschäftsidee. Er errichtete ein Hotel und eine Pension, für deren Bau er fast ausschließlich Holz verwendete. Sogar die Einrichtung der Zimmer ist aus umweltfreundlichen Materialien wie Holz, Leder und Weidenzweigen. In Baumstämme geschnitzte Figuren am Seeufer, denen die Witterung im Laufe der Jahre so zugesetzt hat, dass sie noch authentischer wirken, sollen einen Einblick in die galindische Kultur geben. Die Eingänge zur 29 Hektar großen Anlage und zum Restaurant bewachen überlebensgroße hölzerne Krieger, die mit Speeren und Schilden bewaffnet sind. Es gibt romantische Höhlen und ein Labyrinth, Schamanengrotten, Hexenkeller und Dämonenverliese. Kubacki selbst ernannte sich zum Führer der Galinder und gab sich den Namen Izegus II. In seiner Funktion als Stammesführer lädt er regelmäßig zu Spektakeln ein, die an die alten Stammessitten anknüpfen.

Frauenskulpturen im masurischen Galindia
Frauenskulpturen aus Ton in Galindia.

Hinweise für Besucher

Tagesbesucher müssen einen Obulus für den Eintritt zahlen. Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. Zum Angebot für Besucher gehören Kanufahrten auf dem Fluss Krutynia, der nicht weit von Galindia in den Beldahnsees mündet. Die Gäste haben die Möglichkeit, sich Fahrräder und Kanus auszuleihen und so die Umgebung zu Land und zu Wasser zu erkunden. Wer dazu keine Lust verspürt, kann eine der Tavernen und Bars besuchen. Die Badestelle ist allerdings nur den Gästen vorbehalten, die hier übernachten. (fh)

Übernachtungsmöglichkeiten

  • Hotel
  • Pension
  • Campingplatz

Hotels

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Wetter

Isnothen (Iznota), Polen24.09.2020 – 00:15 Uhr
Mäßig bewölkt
 IsnothenWetter Polen13 °CLuftfeuchte: 93%
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(CC BY-SA 2.0: OpenWeatherMap)

Sehenswürdigkeit

Galindia - Masurisches Eden (Galindia - Mazurski Eden)
Bartlewo 2
12-220 Bartlewo
Internet: www.galindia.com.pl

Geodaten: 53.734166,21.564996
Wegbeschreibung auf Google Maps


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