Notebookkauf: Verschmutzte „Widerrufsware“ in beschädigter Verpackung

Ein neues Notebook musste her, weil das alte an Langsamkeit nicht mehr zu überbieten war. Doch der Vorfreude auf das neue Gerät folgte die Ernüchterung. Das Notebook, gekauft bei notebooksbilliger.de, war unübersehbar gebraucht und die Umverpackung demoliert.

Fünf Tage hat der Versand – bedingt durch ein Wochenende und einen anschließenden Feiertag – gedauert. Dann klingelte der Paketbote von United Parcel Service (UPS) an der Tür und gab ein orangefarbenes Paket ab. Das bestellte Notebook. Doch oh Schreck! Die Umverpackung war so stark beschädigt, dass nur noch zwei Plastikbänder das Auseinanderfallen verhinderten. An den Seiten konnte ich hineingreifen und das Notebook ohne größere Schwierigkeiten herausziehen.

Siegel an einem Notebook-Karton
Das Siegel aufgebrochen und mit einem durchsichtigen Klebestreifen überklebt.

Doch damit nicht genug. Die Originalverpackung des Notebooks war abgegrabbelt, das Originalsiegel aufgebrochen und durch einen durchsichtigen Klebestreifen ersetzt. Ein gebrauchtes Gerät wollte ich nicht, es war auch nicht auszuschließen, dass es aufgrund des unsachgemäßen Transportes beschädigt war. Darum reklamierte ich es telefonisch. Der Hotline-Mitarbeiter forderte mich zunächst auf, die Beschädigungen mit Fotos zu dokumentieren und diese per E-Mail an die Serviceabteilung zu schicken. „E-Mail-Anhänge bitte nicht größer als 20 MB.“ Das tat ich. In einem weiteren Telefongespräch erkundigte ich mich danach, wie und wann das Gerät getauscht werde. Der Vorschlag: Rücksendung des gebrauchten Gerätes und Versand eines neuen Gerätes noch am selben Tag.

„Warum verschickt notebookbilliger.de B-Ware als Neuware?“ wollte ich noch wissen. Es handele sich nicht um B-Ware, sondern um „Widerrufsware“, wurde ich aufgeklärt. Also Ware, die innerhalb von 14 Tagen nach Kauf von Kunden zurückgeschickt werde. Wenn die Ware intakt sei und keine Gebrauchsspuren aufweise, gehe sie wieder in den Verkauf. Eine Kontrolle fand in diesem Fall definitiv nicht statt, wie sich später herausstellte. Zunächst sollte ich die Originalverpackung öffnen, um festzustellen, ob das Notebook beim Transport beschädigt worden sei. Äußerlich wies es keine Schäden auf. Aber verschmutzt war es:

  • Haarschuppen oder Krümelchen anderen organischen Ursprungs auf der Tastatur und auf dem Bildschirm
  • auf der Rückseite des Notebooks Abdrücke von zwei Händen
  • Abnutzungserscheinungen an den Gummifüßchen

Der Vorbesitzer muss die 14-Tage-Rückgabefrist weidlich ausgenutzt haben. Nur, warum fällt es mir und nicht notebooksbilliger.de auf?

Übergroßes Paket eines Online-Händlers
Vorschlag an notebooksbilliger.de: Der Umwelt zuliebe keine übergroßen Kartons benutzen. Ein kleinerer hätte es in diesem Fall auch getan, wie dieser Größenvergleich zeigt. Im gelben Karton ging das Notebook wieder zurück an den Händler.

Nach einem weiteren Anruf erhielt ich das Retourenlabel und die Benachrichtigung, dass ein neues Gerät auf dem Weg zu mir sei. Die Abwicklung der Reklamation hat mich Nerven und mehrere Stunden Lebenszeit gekostet. Muss das sein? (fh)

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