Polen feiert 100 Jahre Unabhängigkeit

Józef-Piłsudski-Denkmal
Das Józef-Piłsudski-Denkmal auf dem Litauischen Platz in Lublin. Foto: Barbara Woyno

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 erlangte Polen die Unabhängigkeit des Staates nach 123 Jahren der Teilung durch Russland, Preußen und Österreich-Ungarn wieder. Der Polnische Unabhängigkeitstag wird alljährlich am 11. November gefeiert und ist seit 1937 (mit Unterbrechung in Zeiten der Volksrepublik Polen) ein Nationalfeiertag. „Polen feiert 100 Jahre Unabhängigkeit“ weiterlesen

Urlaub Tag 1 – Autofahrt von Kiel nach Bad Landeck (Lądek-Zdrój)

Blick vom Neuen Schloss in Bad Muskau in den Fürst-Pückler-Park
Blick von der Terrasse des Cafés im Neuen Schloss in Bad Muskau. Fotos: Frank Hilbert

Um kurz nach vier Uhr starten wir mit dem Auto in Kiel in Richtung Niederschlesien in Polen. Unser Ziel ist der Kurort Bad Landeck (Lądek-Zdrój), wo einst der Preußenkönig Friedrich der Große kurte und schwärmte:

„Die Bäder von Landeck haben mir den Gebrauch meiner Füße wieder gegeben und gegenwärtig scheint es mir fast, als habe ich die Gicht nie gehabt.“

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Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa

Mauerfragment von der Danziger Leninwerft
Das Stück Mauer der Lenin-Werft in Danzig ist ein Geschenk des polnischen Sejm. Foto: Frank Hilbert

Auf dem Weg von Kiel nach Bromberg (Bydgoszcz) in Polen hatte ich drei Stunden Aufenthalt am Berliner Hauptbahnhof. Ich habe die Zeit für einen Spaziergang genutzt und einen Teil einer Ziegelmauer entdeckt, die an einer Ecke des Bundestagsgebäudes (früher Reichstag) steht. Nicht schick, die Ziegelsteine sind verwittert und einige mit Farbe beschmiert. Teil des Reichstagsgebäudes ist sie nicht. Ich bin neugierig geworden und lese mir die Informationstafel durch, die in der oberen rechten Ecke des Mauerfragments angebracht ist und bin überrascht. Die Mauer ist ein Geschenk des polnischen Parlaments, des Sejm, an den deutschen Bundestag und erinnert an die Gründung der polnischen Gewerkschaft Solidarität (Solidarność) im August 1980 in Danzig (Gdańsk).   „Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa“ weiterlesen

„Meine Vitaminchen“ abholen

Vitamintabletten
Mehrere Röhrchen mit Vitamintabletten. Foto: Frank Hilbert

Etliche junge Männer in Polen sehen aus wie „harte Kerle“: kurz geschnittene Haare, groß, in Fitnessstudios gestählte Muskeln, mit Tatoos verzierte Körper. Und gesundheitsbewusst, wie ich kürzlich in einem kleinen Lebensmittelgeschäft im polnischen Stolpmünde (Ustka) erfahren konnte, sind sie auch noch. Zwischen dem Kunden, dem „harten Kerl“, und dem Verkäufer entspann sich folgender Dialog:

Kunde: „Hallöchen. Ich wollte nur meine Vitaminchen abholen. Nimmst du eigentlich auch welche ein?“

Verkäufer: „Nö, ich achte auf meine Ernährung und sehe zu, dass ich genügend Obst und Genüse esse.“

400 € Monatslohn – Konfrontation mit der polnischen Lebenswirklichkeit

Arbeitsamt Frankfurt / O.
Fassade des Arbeitsamtes in Frankfurt / O.

Auf dem Heimweg mit dem Auto nach Deutschland  habe ich bis zur polnischen Grenzstadt Słubice einen jungen Polen mitgenommen, der zum Arbeitsamt in Frankfurt / O. wollte. Er wolle sich eine Arbeit in Deutschland oder Großbritannien suchen, erzählte er mir. Arbeit gebe es in der Region um Küstrin (Kostrzyn nad Odrą), wo er wohnt, genug. Allerdings würde er als kaufmännischer Angestellter in einem Büro nur 400 € im Monat verdienen. Viel zu wenig, um in Polen finanziell über die Runden zu kommen. 1.000 € seien das Minimum. Er habe zwar keine technische Ausbildung. Aber: „Ich nehme jeden Job und kann hart arbeiten.“

Der Mindestlohn in Polen liegt bei 2,55 € pro Stunde. (fh)

Lohnkosten in Polen

Andrzej Duda wird neuer Präsident der Republik Polen

Andrzej Duda im Wahlkampf 2015
Andrzej Duda im Wahlkampf 2015. Foto: Radosław Czarnecki, Andrzej Duda podczas kampanii prezydenckiej, CC BY-SA 4.0

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am vergangenen Sonntag konnte sich der Konservative Andrzej Duda mit 53 % der Stimmern gegen den liberalen Amtsinhaber Bronisław Komorowski (47 % der Stimmen) erfolgreich behaupten.
Duda wird am 6. August dieses Jahres zum Präsidenten der Republik Polen vereidigt. (fh)

Kein Abblendlicht – negatives Begrüßungsgeld bei Einreise nach Polen

Porsche
Foto: Frank Hilbert

Gleich hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Swinemünde hielten polnische Polizisten Autos an, die ohne Abblendlicht fuhren, und verhängten Bußgelder. Prekär: Die angehaltenen Autos kamen alle aus Deutschland. Polnische Autos dagegen, die ohne Tagfahrlicht unterwegs waren, blieben unbehelligt. Das schrieb mir ein Leser per E-Mail, die mich gestern erreicht hat.

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Kontroverse Glaubensreklärung

Briefmarke Papst Johannes Paul II., herausgegeben von der Deutschen PostEine ärztliche Glaubenserklärung hat in der polnischen Bevölkerung Empörung ausgelöst. Aus Dankbarkeit über die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. hatten über 3.000 polnische Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitswesens eine „Glaubenserklärung“ unterzeichnet. Damit bekunden sie ihren Willen, nach den Vorgaben der Lehre der katholischen Kirche zu praktizieren. In der Praxis bedeutet es, dass Ärzte ihren Patientinnen Empfängnisverhütung oder gar Abtreibung verweigern können.

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Quelle der Unterhaltung

Aus der Werbung eines Campingplatzbetreibers in Polen, einer Übersetzung aus dem Polnischen:

„Camping (…) hat ein eigener kleiner See wo Sie schwimmen können und Kinder spielen können. Der See ist passend für junge und alt. Für die sehr jungen Kinder haben wir das tiefere Teil abgeschieden mit einer Linie. Das Wasser ist ein große Quelle der Unterhaltung (…).
Spielen im See, das Lagerfeuer in der Nacht, nach einem anderen eindrucksvollen Tag treffen mit Mitgästen, Brötchenservice vor Ihrem Zelt. Das ist wirklich wie man Urlaub erlebt!“

Irgendwie niedlich. :-)

Das Nagelkreuz von Coventry und Versöhnungsarbeit mit Mittel- und Osteuropa

Nagelkreuz von Coventry
Nagelkreuz von Coventry. Foto: Frank Hilbert

Wieder einmal ist mir in der Kieler Nikolaikirche etwas aufgefallen: ein kleines Nagelkreuz – das sog. „Nagelkreuz von Coventry„. Die Kathedrale von Coventry (England) wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. November 1940 von deutschen Bombern zerstört. Der damalige Domprobst ließ die Worte „Father forgive“ an die Chorwand der Ruine anbringen, die heute den Kern des Versöhnungsgebetes von Coventry bilden. „Das Nagelkreuz von Coventry und Versöhnungsarbeit mit Mittel- und Osteuropa“ weiterlesen