400 € Monatslohn – Konfrontation mit der polnischen Lebenswirklichkeit

Arbeitsamt Frankfurt / O.
Fassade des Arbeitsamtes in Frankfurt / O.

Auf dem Heimweg mit dem Auto nach Deutschland  habe ich bis zur polnischen Grenzstadt Słubice einen jungen Polen mitgenommen, der zum Arbeitsamt in Frankfurt / O. wollte. Er wolle sich eine Arbeit in Deutschland oder Großbritannien suchen, erzählte er mir. Arbeit gebe es in der Region um Küstrin (Kostrzyn nad Odrą), wo er wohnt, genug. Allerdings würde er als kaufmännischer Angestellter in einem Büro nur 400 € im Monat verdienen. Viel zu wenig, um in Polen finanziell über die Runden zu kommen. 1.000 € seien das Minimum. Er habe zwar keine technische Ausbildung. Aber: „Ich nehme jeden Job und kann hart arbeiten.“

Der Mindestlohn in Polen liegt bei 2,55 € pro Stunde. (fh)

Lohnkosten in Polen

„Lieben sollt ihr mich, ihr Kanaillen, lieben!“

Gedenktafel für Hans Hermann von Katte
Ein Gedenkstein erinnert daran, dass am 6. November 1730 Hans Hermann von Katte vor den Augen seines Freundes und Kronprinzen Friedrich in der Festung Küstrin enthauptet worden ist. Foto: Frank Hilbert

Heute in Christian Graf von Krockow „Friedrich der Große“ gelesen:

„Daher kümmerte sich der König (Friedrich Wilhelm I.) persönlich um alles und jedes, von den Laternenanzündern bis zum Hebammenwesen. Niemand dürfte müßig sein (…). Wo der fürsorgliche Landesvater auf Müßiggänger traf, schlug er mit seinem Stock auf sie ein. (…) Die Leute versteckten sich, wenn sie ihn erblickten. Als er einmal – mühsam, in seiner gichtgeplagten Korpulenz – einen jüdischen Händler einholte, stellte er ihn zur Rede: Warum er davonlaufe?  ´Weil ich mich fercht`, sagte der Mann der Wahrheit gemäß.  ´Lieben sollt ihr mich, ihr Kanaillen, lieben!`, schrie der König, mit einem Hagel von Hieben.“ ;-)

Kronprinz Friedrich, der spätere preußische König Friedrich II. , hielt es die Gängeleien nicht mehr aus und plante die Flucht vor seinem despotischen Vater. Die Fluchtpläne schlugen fehl und Wilhelm sperrte seinen Sohn in der Festung Küstrin ein. Friedrichs Fluchthelfer und Freund Hermann von Katte ließ Wilhelm vor den Augen seines Sohnes köpfen. (fh)