Sonderbriefmarke „450 Jahre Union von Lublin“

Heute vor 450 Jahre unterzeichneten Polen und das Großfürstentum Litauen den Vertrag über die Union von Lublin. Durch den Vertrag wurde die Personalunion von 1385 in eine Realunion umgewandelt, der ersten dieser Art in Europa. Anlässlich des Ereignisses hat die polnische Post eine Sonderbriefmarke herausgegeben.

Sonderumschlag mit Sonderbriefmarke 450 Jahre Union von Lublin
Vorderseite eines Sonderumschlages mit Sonderbriefmarke 450 Jahre Union von Lublin. Auf dem Umschlag ist das Porträt von König Sigismund II. August abgebildet.

Die Sonderbriefmarke zeigt einen Ausschnitt aus dem Gemälde „Union von Lublin“, das der Historienmaler Jan Matejko im Jahr 1869 gemalt hat. Verkauft wird die Briefmarke mit einem Sonderumschlag und Sonderstempel oder mit einem gefalteten Sonderblatt, auf dem außen und innen ebenfalls Ausschnitte des Gemäldes von Matejko aufgedruckt sind. Auf der Innenseite befinden sich die Briefmarke in einer durchsichtigen Tasche und ein kurzer historischer Abriss über die Lubliner Union auf Polnisch und auf Englisch, der aus der Feder von Prof. Dariusz Kupisz stammt.

Sonderumschlag für Sonderbriefmarke 450 Jahre Union von Lublin
Sonderumschlag anlässlich des 450. Jahrestages der Union von Lublin, auf den ein Ausschnitt des Gemäldes „Union von Lublin“ von Jan Matejko aufgedruckt ist.

Text über die Union von Lublin auf der Innenseite des Sonderblattes

Vom Ende des 14. Jahrhunderts an agierten das Großfürstentum Litauen und das Königreich Polen wie zwei politische Organismen, die durch eine Personalunion unter der Führung der Jagiellonen miteinander verbunden waren. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde zunehmend klar, dass die Union nur dann weiterbestehen konnte, wenn sie ihre Beziehungen weiter stärkte. Die Moskauer Expansion kostete Litauen mehr und mehr Territorium im Osten und der drohende Tod des letzten Jagiellonen, der keinen Thronfolger hatte, stellte das Weiterbestehen der Union in Frage. Aus diesem Grund traf sich am 10. Januar 1569 der Sejm in Lublin mit dem Ziel, neue Regeln für die Union aufzustellen. Während der Beratungen entschied sich König Sigismund II. August, Podlachien, Wolhynien und das Kiewer Land in die Krone unter der Bedingung zu inkorporieren, dass die Einwohner dieser Territorien ihre Rechte und Freiheiten behielten. Nach langen Verhandlungen wurde die Polnisch-Litauische Union am 1. Juli 1569 besiegelt, die bestimmte, dass sich von nun an die beiden Länder nicht nur einen Herrscher teilen, sondern auch ein gemeinsames Parlament, eine gemeinsame Währung und eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik haben. Die Verwaltung, die Justiz und das Rechtswesen, das Staatsvermögen und die Armee blieben separat. Das Resultat der Unterzeichnung des Vertrages in Lublin war die Gründung der Polnisch-Litauischen Union, eines der größten und stärksten Staaten in Europa in jener Zeit. Die multinationale und multikonfessionelle Gesellschaft des östlichen Staates hatte einen enormen Anstieg des Zugriffs auf die Errungenschaften der Zivilisation des Westens zur Folge. Jedoch mehr als alles andere blieb die Union von Lublin eine dauerhafte Beziehung, die zwei Jahrhunderte lang stark und unerschütterlich bestand, bis die Erste Polnische Republik zu ihrem Ende kam.

Übersetzung: Frank Hilbert
Sonderbriefmarke 450 Jahre Union von Lublin im Sonderumschlag
Sonderbriefmarke 450 Jahre Union von Lublin im Sonderumschlag mit einem Ausschnitt aus dem Gemälde „Union von Lublin“ des Historienmalers Jan Matejko.

Der Historienmaler Jan Matejko

Jan Matejko gilt als der bedeutendste Historienmaler in Polen. Er lebte von 1838 bis 1893. Seine opulenten Ölgemälde zeichnen sich durch ihre theatralischen Effekte und durch lebensgroße Darstellungen der Personen, oft Gruppenszenen, und ihren Detailreichtum aus. Zu seinen bekanntesten Werken gehören neben der „Union von Lublin“, seine Ölgemälde „Schlacht bei Racławice“ (1888), „Die Verfassung vom 3. Mai 1791“ (1891) und die „Schlacht bei Grunwald“, das er 1878 angefertigt hat. (fh)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.