Urlaub Tag 7 – Glatz (Kłodzko), ein Ausflug in die deutsch-polnische Geschichte

Plakat mit Infos über Vertreibung von Deutschen
Plakat mit Informationen über die Vertreibung von Deutschen aus dem Glatzer Land. Foto: Frank Hilbert

Der siebente Tag unserer Urlaubsreise in das Glatzer Land führte uns nach Glatz (Kłodzko), wo wir die historische Innenstadt und die Festung Glatz besichtigten. Es wurde auch ein Ausflug in die deutsch-polnische Geschichte.

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Urlaub Tag 5 – Wanderung auf den Großen Heuscheuer

Großer Heuscheuer
Blick vom Großen Heuscheuer im Glatzer Land. Foto: Frank Hilbert

Unser Ziel heute ist der Große Heuscheuer im Nordwesten des Glatzer Landes. Die Fahrt dorthin dauert ca. eineinhalb Stunden und führt uns über Glatz (Kłodzko) und Bad Altheide (Polanica-Zdrój). Unser Auto stellen wir auf einem kostenpflichtigen Parkplatz in Karlsberg (Karłów) ab. Es nieselt, und es ist kühl. Wir trinken deshalb erst einmal Kaffee, um uns aufzuwärmen. Die Kellnerin serviert uns aus Pulver zubereiteten Cappuccino mit Sahnehäubchen aus der Dose, der acht Złoty (knapp unter zwei Euro) pro Tasse und damit genauso viel wie ein Cappuccino aus dem Kaffeevollautomaten kostet. Hoffentlich geht der Tag nicht so weiter, denke ich. Meine Regentage habe ich auch in der Pension gelassen, und der graue Himmel sieht aus, als würde es bald Strippenzieher regnen.

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Urlaub Tag 4 – Łambinowice und St. Annaberg

Denkmal des Martyriums der Kriegsgefangenen
Denkmal des Martyriums der Kriegsgefangenen auf dem Friedhof für sowjetische Soldaten. Foto: Frank Hilbert

Die Wojewodschaft Opole, ein Teil des früheren Schlesien, die heute auf der Landkarte eingeklemmt ist zwischen den Wojewodschaften Niederschlesien und Schlesien, kenne ich kaum. Nur die Städte Brieg (Brzeg), Oppeln (Opole) und Gogolin habe ich besucht. Schon immer wollte ich das Museum des Kriegsgefangenenlagers in Lamsdorf (Łambinowice) und den St.-Annaberg besuchen. Zwei Orte mit Geschichte.

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Urlaub Tag 3 – Ausflug in das Bergwerk Słoty Stok

Gertruds Stollen in Reichenbach (Złoty Stok)
Im Gertruds Stollen beginnt die unterirdische Tour durch das stillgelegte Bergwerk in Reichenbach (Złoty Stok). Foto: Frank Hilbert

Dicke graue Wolken hängen tief am Himmel. Macht nichts. Dann besuchen wir eben ein Bergwerk und nehmen an einer Führung unter Tage teil. Unser Ziel: ein ehemaliges Goldbergwerk in der Nähe von Reichenstein (Złoty Stok). Es ist nur 20 km von Bad Landeck (Lądek-Zdrój), wo wir wohnen, entfernt. Eine schmale, streckenweise mit Schlaglöchern übersäte Straße führt dorthin. Wir sind genervt. Nur der Anblick der prächtigen Wälder und der Blick über Täler entschädigt für das Gehuppel, das wir ertragen müssen.

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Urlaub Tag 2 – Besichtigung von Bad Landeck (Lądek-Zdrój)

Trinkhalle im Kurort Bad Landeck
Die Trinkhalle von Bad Landeck stiftete die Prinzessin Marianne von Oranje. Eröffnung war 1842. Foto: Frank Hilbert

Der erste Urlaubstag.  Sonne und Regen im Mix haben die Wetterfrösche für heute angekündigt. Die Temperaturen sollen auf über 20 Grad Celsius ansteigen. Ideales Wetter für eine Besichtigungstour durch den Kurort Bad Landeck (Lądek-Zdrój).

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Urlaub Tag 1 – Autofahrt von Kiel nach Bad Landeck (Lądek-Zdrój)

Blick vom Neuen Schloss in Bad Muskau in den Fürst-Pückler-Park
Blick von der Terrasse des Cafés im Neuen Schloss in Bad Muskau. Fotos: Frank Hilbert

Um kurz nach vier Uhr starten wir mit dem Auto in Kiel in Richtung Niederschlesien in Polen. Unser Ziel ist der Kurort Bad Landeck (Lądek-Zdrój), wo einst der Preußenkönig Friedrich der Große kurte und schwärmte:

„Die Bäder von Landeck haben mir den Gebrauch meiner Füße wieder gegeben und gegenwärtig scheint es mir fast, als habe ich die Gicht nie gehabt.“

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Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa

Mauerfragment von der Danziger Leninwerft
Das Stück Mauer der Lenin-Werft in Danzig ist ein Geschenk des polnischen Sejm. Foto: Frank Hilbert

Auf dem Weg von Kiel nach Bromberg (Bydgoszcz) in Polen hatte ich drei Stunden Aufenthalt am Berliner Hauptbahnhof. Ich habe die Zeit für einen Spaziergang genutzt und einen Teil einer Ziegelmauer entdeckt, die an einer Ecke des Bundestagsgebäudes (früher Reichstag) steht. Nicht schick, die Ziegelsteine sind verwittert und einige mit Farbe beschmiert. Teil des Reichstagsgebäudes ist sie nicht. Ich bin neugierig geworden und lese mir die Informationstafel durch, die in der oberen rechten Ecke des Mauerfragments angebracht ist und bin überrascht. Die Mauer ist ein Geschenk des polnischen Parlaments, des Sejm, an den deutschen Bundestag und erinnert an die Gründung der polnischen Gewerkschaft Solidarität (Solidarność) im August 1980 in Danzig (Gdańsk).   „Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa“ weiterlesen

„Meine Vitaminchen“ abholen

Vitamintabletten
Mehrere Röhrchen mit Vitamintabletten. Foto: Frank Hilbert

Etliche junge Männer in Polen sehen aus wie „harte Kerle“: kurz geschnittene Haare, groß, in Fitnessstudios gestählte Muskeln, mit Tatoos verzierte Körper. Und gesundheitsbewusst, wie ich kürzlich in einem kleinen Lebensmittelgeschäft im polnischen Stolpmünde (Ustka) erfahren konnte, sind sie auch noch. Zwischen dem Kunden, dem „harten Kerl“, und dem Verkäufer entspann sich folgender Dialog:

Kunde: „Hallöchen. Ich wollte nur meine Vitaminchen abholen. Nimmst du eigentlich auch welche ein?“

Verkäufer: „Nö, ich achte auf meine Ernährung und sehe zu, dass ich genügend Obst und Genüse esse.“

400 € Monatslohn – Konfrontation mit der polnischen Lebenswirklichkeit

Arbeitsamt Frankfurt / O.
Fassade des Arbeitsamtes in Frankfurt / O.

Auf dem Heimweg mit dem Auto nach Deutschland  habe ich bis zur polnischen Grenzstadt Słubice einen jungen Polen mitgenommen, der zum Arbeitsamt in Frankfurt / O. wollte. Er wolle sich eine Arbeit in Deutschland oder Großbritannien suchen, erzählte er mir. Arbeit gebe es in der Region um Küstrin (Kostrzyn nad Odrą), wo er wohnt, genug. Allerdings würde er als kaufmännischer Angestellter in einem Büro nur 400 € im Monat verdienen. Viel zu wenig, um in Polen finanziell über die Runden zu kommen. 1.000 € seien das Minimum. Er habe zwar keine technische Ausbildung. Aber: „Ich nehme jeden Job und kann hart arbeiten.“

Der Mindestlohn in Polen liegt bei 2,55 € pro Stunde. (fh)

Lohnkosten in Polen