Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestags des Überfalls auf Polen

Zum 70. Mal jährt sich heute der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (1939-1945). Am frühen Morgen des 1. September 1939 hatten deutsche Soldaten eine Schießerei in Gleiwitz provoziert, und deutsche Jagdbomber bombardierten die polnische Stadt Wieluń. Fast zeitgleich eröffnete das deutsche Linienschiff „Schleswig-Holstein“ das Feuer auf die Westerplatte, einen von Polen genutzten Teil des Danziger Hafens.

Anlässlich des runden Jahrestags finden heute auf der Danziger Westerplatte Feierlichkeiten statt, zu denen auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Ministerpräsident Wladimir Putin teilnehmen werden. Überraschend ist nicht nur Putins Zusage, an den Feierlichkeiten in Danzig teilzunehmen. Anerkennung verdient auch sein „Brief an die Polen“, in dem er (bis auf zwei bis drei aus meiner Sicht kontroverse Stellen, an denen Putin versucht, eine Symmetrie zwischen dem gegenseitig zugefügten Leid aufzustellen) erstaunlich offen die russisch-polnischen Ressentiments vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse analysiert und in einer gemeinsamen, objektiven Aufarbeitung der Geschichte den Grundstein für die russisch-polnische Verständigung und ein partnerschaftliches Verhältnis beider Länder in Politik und Wirtschaft sieht. In dem Brief, den die polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza veröffentlicht hatte, kritisiert Putin zum Beispiel den Hitler-Stalin-Pakt, in dem sich das nationalsozialistische Deutschland und die damalige Sowjetunion Ostmitteleuropa in Einflussphären aufgeteilt hatten, als „unmoralisch“. (fh)

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