Alliierte Offiziere – eingefangen und hinterrücks erschossen

Gedenktafel für ermordete Offiziere alliierter Luftstreitkräfte
Gedenktafel bei Flintbek, die an die Erschießung von vier Alliierten Offizieren durch die Gestapo erinnert. Foto: Frank Hilbert

Eine kleine weiße Gedenktafel an der Landstraße 318 bei Flintbek erinnert an ein Kriegsverbrechen, das während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) verübt wurde. Die Gestapo erschoss an dieser Stelle am 29. März 1944 vier Offiziere alliierter Luftstreitkräfte, die wenige Tage zuvor aus dem Kriegsgefangenenlager Stalag Luft III in Sagan ausgebrochen waren.

Ein schwarzer Wagen fuhr auf der historischen Chaussee Altona-Kiel in Richtung Hamburg. Die Insassen waren der australische Pilot James Catanach und SS-Sturmbannführer Johannes Post. Bei Flintbeck hielt der Wagen an einem Feld. Post wolle eine Pause vor der langen Fahrt einlegen, begründete er den Zwischenstopp. Beide stiegen aus. Post befahl dem Piloten, ins Feld zu gehen, wo er ihn erschoss. Kurze Zeit später traf ein zweiter Wagen mit drei Offizieren allierter Luftstreitkräfte ein. Sie hießen Arnold Christensen, Nils Jørgen Fuglesang und Halldor Espelid und kamen aus Neuseeland und Norwegen. Auch sie mussten aussteigen und ins Feld laufen. Als einer von Ihnen über den Leichnam von Catanach stolperte, wurden auch sie erschossen. Die Erschießung fand am 29. März 1944 statt, nur fünf Tage nach ihrer Flucht aus dem Kriegsgefangenenlager Stalag Luft III bei Sagan in Niederschlesien. Bis nach Flensburg waren die alliierten Offiziere gekommen, wo die Deutschen sie verhafteten. Ihre Leichname brachte die Gestapo nach Kiel und ließ sie in einem Krematorium verbrennen. Zum Kommando der Gestapo gehörten neben Johannes Post fünf weitere Gestapo-Beamte an. Den Mordbefehl hatte Fritz Schmidt, Chef der Kieler Gestapo, erteilt.

Ein kleines Schild am Straßenrand der Landstraße 318 in Höhe von Flintbek erinnert an die Ereignisse von damals. Zufällig ist es mir aufgefallen, als ich auf dem Weg zur Arbeit war. „Gestapo-Mord an alliierten Soldaten am 29. März 1944“ lautet die Überschrift über dem Text.

Nachbau des Fluchttunnels "Harry"
Nachbau des Fluchttunnels im Museum Stalag Luft III. Foto: Frank Hilbert

Insgesamt 76 Offizieren alliierter Luftstreitkräfte gelang im März 1944 die Fluch aus dem Stalag Luft III durch einen 111 m langen Tunnel. Das Lager befand sich in Sagan bei Breslau im heutigen Polen. 1962 verfilmte Hollywood die Flucht mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough und Charles Bronson in den Hauptrollen. In Deutschland lief der Film mit dem Titel „Gesprengte Ketten“ in den Kinos. Grundlage der Verfilmung war das Buch „The Great Escape“ von Paul Brickhill. (Frank Hilbert)

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