Deutsch-polnischer Polizeivertrag vom 15. Mai 2014

Das neue deutsch-polnische Polizeiabkommen  ermöglicht Festnahmen im anderen Land. Das Grenzgebiet wird von einem Streifen auf ganze Bundesländer ausgedehnt.
So können Polizeibeamte fortan auch Straftäter auf dem Territorium des jeweiligen Nachbarlandes vorläufig festnehmen. Bisher mussten sie warten, bis ein einheimischer Polizist am Ort des Geschehens eintraf.
Künftig gilt als Grenzgebiet auf deutscher Seite nicht nur ein Streifen von 30 bis 50 Kilometern um die Grenze, sondern das gesamte Gebiet der Bundesländer Brandenburg, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. (fh)

Mindestens 16 Tote bei Zugunglück in Polen

Mindestens 16 Tote und über 60 Verletzte sind das Ergebnis eines Zugunglücks in Schlesien, Polen. Zwei Züge waren am Sonnabend, dem 3. März 2012, gegen 21.00 Uhr auf der Strecke zwischen Warschau und Krakau nahe der Orte Chałupki und Szczekociny frontal und ungebremst aufeinandergeprallt. Auf Fotos aus der Nacht sind Feuerwehrleute zu sehen, wie sie bei Scheinwerferlicht (auch mit Spürhunden) nach Toten und Verletzten suchen. Insgesamt sind 450 Feuerwehrleute und 100 Polizisten im Einsatz. In den Zügen sollen 350 Menschen unterwegs gewesen sein.

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Warschauer Zentralbahnhof – falsches Zeitmanagement als Segen

Das alte Bahnhofsgebäude in Warschau (Warszawa Centralna) sollte komplett durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Da sich das Großprojekt bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012 jedoch nicht rechtzeitig realisieren ließ, setzte die polnische Bahn nun auf Sanierung. Die edlen Granit- und Marmoroberflächen der Bahnsteige und der großen Halle wurden gereinigt, die Beleuchtung durch eine hellere ausgetauscht und das unterirdische Spinnennetz von Passagen von sämtlichen Einbauten befreit. Manchmal kann falsches Zeitmanagement eben ein echter Segen sein. Trotzdem keine Entwarnung:  Die Fachwelt bezeichnet den Warschauer Zentralbahnhof der Architekten Arseniusz Romanowicz und Piotr Szymaniak zwar als eine „Perle der Architektur“.  Aber davon bleibt die Polnische Bahn unberührt. Nach Aussagen der Geschäftsführung sind die Abrisspläne zwar aufgeschoben, aber ganz bestimmt nicht aufgehoben.

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Kauf einer Bahnfahrkarte – Die zwei Musketiere

Kieler Hauptbahnhof
Ein Regionalzug fährt in den Kieler Hauptbahnhof ein.

„Unsereins fährt zu dieser Zeit halt nicht weg“, stellt mit kundenfreundlicher Abwehrhaltung der Mitarbeiter der Deutschen Bahn am Fahrkartenschalter des Kieler Hauptbahnhofs fest. Tja, ich bin echt ein böses Mädchen, dass ich ausgerechnet kurz vor Weihnachten mit der Bahn verreisen möchte und den armen Mann, dessen akkurat gestutztes D`Artagnan-Bärtchen nervös zu zucken beginnt, vor eine schier unlösbare logistische Herausforderung stelle. Mein Reiseziel: Lublin, Polen. Europa – müsste man meinen. Bei der Deutschen Bahn sieht man es aber offenbar anders. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, auf den Fahrplan der Polnischen Bahn (PKP) zuzugreifen, werde ich mit bunten Geschichten über bestechliche russische Bahnbeamte unterhalten. „Wissen Sie, in Polen gab es gerade einen Fahrplanwechsel“. Mir ist zwar der Zusammenhang zwischen dem Fahrplanwechsel der Polnischen Bahn mit der Korruption in Russland nicht ganz klar, der Erstere bereitete mir aber in der Tat Sorgen: Was tun, wenn knapp eine Woche vor dem geplanten Reisetermin keine Zugverbindungen verfügbar sind?

Neuer Fahrplan der polnischen Eisenbahn online

Just heute hat die PKP aber den neuen Fahrplan auf ihrer Webseite veröffentlicht. D`Artagnans Augenbrauen hüpfen hinter der Designerbrille auf: „Ha, ich bin drin!“ Heute ist wohl doch mein Glückstag. „Mit einem Nachtzug möchten Sie fahren? Es gibt einen mit Schlafwagen, der fährt aber nicht bis Lublin durch, Sie müssten in Warschau umsteigen.“ Ich weise den Mann darauf hin, dass ich im polnischen Fahrplan im Internet einen Direktzug gefunden habe. Seltsamerweise hat er aber dieselben Abfahrts- und Ankunftszeiten wie der Nachtzug, den D`Artagnon mir schmackhaft machen möchte. Vielleicht ist es ein und derselbe Zug, nur werden einzelne Waggons in Warschau abgekoppelt.

Fahrkarte
Fahrkarte für eine Bahnfahrt von Kiel nach Lublin in Polen.

Fahrkarte mit Umweg über Lodz

Mir behagt es nicht, mitten im tiefsten polnischen Winter und fast noch mitten in der Nacht umsteigen zu müssen, wo ich doch im warmen Bettchen bis zum endgültigen Reiseziel gemütlich schlummern könnte. „Hm. Da bin ich echt überfragt“, stellt ratlos der Bahnangestellte fest. Gemeinsam hypnotisieren wir den Computerbildschirm. In der Tat zeigt die Datenbank der Deutschen Bahn nur die eine Reiseverbindung mit Umstieg in Warschau an. D`Artagnan kratzt sich ratlos hinterm Ohr. Ich resigniere, lasse mir eine Fahrkarte für die Strecke Kiel – Lublin mit Umstieg in Warschau ausstellen, und bekomme eine über… Lodz. (Ein Umweg, als ob man von Hamburg nach Berlin über Leipzig fahren wollte.) Ich sage nichts, schließlich möchte ich nach der langen Odyssee keine weiteren Geschichten mehr über Mütterchen Russland hören… (fh)

Demnächst in der Fortsetzung: Gleis 9¾ und gestohlene Oberleitung.

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Allerheiligen im Promille-Rausch

Linker Scheinwerfer eines schwarzen Porsche
Linker Scheinwerfer eines schwarzen Porsche. Foto: Frank Hilbert

Allerheiligen, der Tag, an dem der Toten gedacht wird, wird in Polen auf eine besondere Art begangen. Ganze Familien strömen auf die Friedhöfe, um die Gräber ihrer Verstorbenen mit Blumen zu schmücken und Kerzen oder Lämpchen als Zeichen des ewigen Lebens anzuzünden.

Leider wähnen sich Manche schon zu Lebzeiten als unsterblich: Das vergangene Wochenende wird als rekordverdächtig in die polnische Unfallstatistik eingehen. Bei über 300 Verkehrsunfällen wurden 35 Menschen getötet und 420 verletzt. Im Zuge verschärfter Verkehrskontrollen hat die Polizei rund 1000 (!) betrunkene Fahrer gestoppt. (bw)

Weiterführende Informationen:

Baubeginn im Rospuda-Tal

Die Bauarbeiten an der Autobahn bei Augustow haben heute begonnen. Jedoch nicht am umstrittenen Streckenabschnitt im Naturschutzgebiet. Um die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt im Rospuda-Tal zu schuetzen, hatte die Europaeische Union mit gerichtlichen Schritten gegen den Baubeginn gedroht.
In Warschau protestierte heute eine Delegation der Einwohner von Augustow vor dem Greenpeace-Buero für den Bau der Autobahn, die den Verkehr in ihrer Stadt deutlich entlasten soll. (bw)

Tagfahrlicht – Autofahrer aufgepasst!

Nein, diesmal kommt keiner dieser dummen Witze über Polen und Autos, nur eine nicht unwichtige Information für alle motorisierten Polen-Urlauber: Heute tritt in Polen eine neue Verkehrsverordnung in Kraft. Demnach müssen Autofahrer, die auf Polens Straßen unterwegs sind, nun das ganze Jahr über – auch tagsüber – das Abblendlicht einschalten.  Wer beim Fahren ohne Licht erwischt wird, dem droht ein Bußgeld in Höhe von 100 Zloty, umgerechnet etwa 25 Euro.

Eingeschalteter Scheinwerfer eines Autos.

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