Kommunalwahlen

Bis 16.30 Uhr betrug die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahlen in Polen ca. 34,13 %. In Warschau wird es vermutlich eine Stichwahl wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen dem Stadtpräsidenten Kazimierz Marcinkiewicz (PiS) und der ehemalige Präsidentin der Polnischen Nationalbank, Hanna Gronkiewicz-Waltz (PO) geben. „Kommunalwahlen“ weiterlesen

Deutsch-Polnische Gesellschaft: „Wir stehen in der Verantwortung“

Der Bundesvorstand der Deutsch-Polnischen Gesellschaft hat auf seinem Treffen vom 10. bis 12. November in Berlin eine Erklärung zum deutsch-polnischen Verhältnis veröffentlicht. Die von der Vorsitzenden, Angelica Schwall-Düren, und der Kuratoriumsvorsitzenden, Rita Süssmuth, unterzeichnete Erklärung trägt den Titel „Wir stehen in der Verantwortung“.

Der Wortlaut der Erklärung:

„Wir sind beunruhigt. Wir sorgen uns um die in den vergangenen Jahrzehnten erreichte deutschpolnische Verständigung und wenden uns an die deutsche und polnische Öffentlichkeit. Beunruhigt sind wir über die in den letzten Jahren zunehmenden Versuche, eine zukunftsgerichtete Partnerschaft zwischen Polen und Deutschland in Frage zu stellen. Wir stehen in der Verantwortung: Leidvolle Erfahrungen haben die Geschichte der Nachbarschaft unserer beiden Völker geprägt. Die Teilungen Polens unter Beteiligung Preußens im 18. Jahrhundert, der unter deutschen Eliten im 19. und 20. Jahrhundert weit verbreitete Antipolonismus, der verbrecherische Angriffskrieg von 1939 mit der Ermordung vieler Millionen Polen, darunter die fast vollständige Vernichtung des polnischen Judentums während der deutschen Okkupation und die verheerenden Zerstörungen des Landes haben tiefe Wunden bei der polnischen Bevölkerung hinterlassen. Eine Folge des Weltkriegs waren auch die Flucht, die Vertreibung und die Zwangsumsiedlung von Millionen Menschen aus ihrer angestammten Heimat. Das damit verbundene Leid ist für viele Familien eine bis heute prägende Erfahrung. Angesichts dieser Geschichte blicken wir voller Dankbarkeit auf das, was in den letzten Jahren für die deutsch-polnische Partnerschaft erreicht wurde. Wir waren Zeugen historischer Gesten der Versöhnung: Angefangen von der Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Brief der polnischen Bischöfe, dem Kniefall Willy Brandts in Warschau über die wechselseitige Friedensbezeugung von Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl während der Kreisauer Versöhnungsmesse, die Rede von Außenminister Władysław Bartoszewski vor dem Bundestag bis hin zur Danziger Erklärung der Präsidenten Aleksander Kwasniewski und Johannes Rau.

Der Grenz- und Nachbarschaftsvertrag von 1990 und 1991 besiegelt diese an Versöhnung und Verständigung orientierte Politik. Sie hat Polen und Deutsche einander so nahe gebracht wie nie in den letzten beiden Jahrhunderten. Auf beiden Seiten haben viele Persönlichkeiten, gesellschaftliche Initiativen und Politiker dazu beigetragen: die Kirchen, katholische Laien, die Solidarność-Bewegung, deutsche Gewerkschafter, Vertreter des polnischen Exils, die antikommunistische Opposition in der DDR, Publizisten, Künstler und Übersetzer, Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten, Stiftungen, Städtepartnerschaften sowie Vereine, darunter die Deutsch-Polnischen Gesellschaften. Wir stehen in der Verantwortung: Der Beitritt Polens zur NATO und zur Europäischen Union bietet die große Chance für die endgültige Überwindung des deutsch-polnischen Gegensatzes sowie für eine dauerhaft friedliche Entwicklung unseres Kontinents. Die deutsch-polnische Aussöhnung und die europäische Integration sind daher unsere gemeinsame Zukunft, die nicht durch den Rückgriff auf alte Feindbilder – eines vermeintlichen innenpolitischen Nutzens wegen – geopfert werden darf. Wir appellieren daher an alle, denen das deutsch-polnische Verhältnis am Herzen liegt: Die Politik der Partnerschaft und Freundschaft, die seit 1989 in Europa so viel Gutes erreicht hat, muss im Interesse der Zukunft fortgesetzt werden. Wir, die Unterzeichnenden, werden auch weiterhin im Geiste des Vertrauens und der Verständigung zwischen unseren Staaten handeln und unsere gemeinsame Zukunft im vereinten Europa sehen.“

Aufregung um die Pressefreiheit

Die polnische Tageszeitung „Dziennik“ hat berichtet, dass Fotografen den Regierungschef Jarosław Kaczyński nicht mehr im Profil fotografieren dürften. Ein Bereich des Saales, in dem Jarosław Kaczyński seine Pressekonferenzen gibt, wurde abgesperrt, um zu verhindern, dass Journalisten hinter dem Regierungschef herlaufen und ihn von der Seite ablichten. „Aufregung um die Pressefreiheit“ weiterlesen

Jarosław Kaczyński kommt nach Berlin

Der polnische Premierminister Jarosław Kaczyński kommt morgen nach Berlin. Im Vorfeld des Besuches sind offenbar die deutsche und die polnische Seite bemüht, die Spannungen zwischen beiden Ländern zu überbrücken. Kaczyński sagte in einem Interview mit „Berlin direkt“ (ZDF), Polen und Deutschland müssten die EU gemeinsam stärken. Auch Kanzelerin Angela Merkel fand schlichtende Worte. Sie wolle, teilte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft mit (www.bundeskanzlerin.de), „ein freundschaftliches und partnerschaftliches Verhältnis zum Nachbarn im Osten. Wir haben gemeinsam die Chance, vieles gemeinsam für Europa zu bewegen.“ „Jarosław Kaczyński kommt nach Berlin“ weiterlesen

Interview mit Udo Pastörs, NPD-Fraktionschef in MV

Einige Auszüge aus einen Interview der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza (24. Oktober 2006) mit Udo Pastörs, 54 Jahre alt, „Juwelier, blaue Augen, blau gestreiftes weißes Hemd, manikürte Fingernägel, sauber ausrasierter Nacken, schlank, sportlich“ – und seit September dieses Jahres NPD-Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern: Die Deutschen seien krank und überfüttert, verdummt durch die amerikanischen Filme, die Männer impotent und die Frauen lesbisch. Rudolph Hess sei, so Udo Pastörs weiter, ein absoluter Idealist gewesen, man könnte ihn mit Ghandi vergleichen. Adolf Hitler sei ein Phänomen, er habe ausgezeichnete Leistungen auf fast allen Gebieten bewiesen. Zwischen Deutschland und Polen gebe es nur einen Waffenstillstand, da zwischen den beiden Ländern kein einziger internationaler Vertrag von Bedeutung geschlossen worden sei. Ergo: Der Kriegszustand dauere immer noch an. Pastörs lebe in Deutschland in einer Diktatur, da er nicht frei aussprechen könne, was er möchte – zum Beispiel, dass er nicht mit einem Homosexuellen im selben Block wohnen möchte.

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„Lieben sollt ihr mich, ihr Kanaillen, lieben!“

Gedenktafel für Hans Hermann von Katte
Ein Gedenkstein erinnert daran, dass am 6. November 1730 Hans Hermann von Katte vor den Augen seines Freundes und Kronprinzen Friedrich in der Festung Küstrin enthauptet worden ist. Foto: Frank Hilbert

Heute in Christian Graf von Krockow „Friedrich der Große“ gelesen:

„Daher kümmerte sich der König (Friedrich Wilhelm I.) persönlich um alles und jedes, von den Laternenanzündern bis zum Hebammenwesen. Niemand dürfte müßig sein (…). Wo der fürsorgliche Landesvater auf Müßiggänger traf, schlug er mit seinem Stock auf sie ein. (…) Die Leute versteckten sich, wenn sie ihn erblickten. Als er einmal – mühsam, in seiner gichtgeplagten Korpulenz – einen jüdischen Händler einholte, stellte er ihn zur Rede: Warum er davonlaufe?  ´Weil ich mich fercht`, sagte der Mann der Wahrheit gemäß.  ´Lieben sollt ihr mich, ihr Kanaillen, lieben!`, schrie der König, mit einem Hagel von Hieben.“ ;-)

Kronprinz Friedrich, der spätere preußische König Friedrich II. , hielt es die Gängeleien nicht mehr aus und plante die Flucht vor seinem despotischen Vater. Die Fluchtpläne schlugen fehl und Wilhelm sperrte seinen Sohn in der Festung Küstrin ein. Friedrichs Fluchthelfer und Freund Hermann von Katte ließ Wilhelm vor den Augen seines Sohnes köpfen. (fh)

Evolutionstheorie nach Maciej Giertych

Der Vater des polnischen Erziehungsmnisters und EU-Parlamentarier der LPR-Partei, Maciej Giertych, revolutioniert die Evolutionstheorie: Nessie in Schottland, der legendäre Drache am Fuße des Krakauer Wawel und ein von Marco Polo in dessen Reisebericht aus China erwähnter Drache, der vor eine kaiserliche Kutsche gespannt worden sei – das seien Belege dafür, dass es die Menschen bereits gab, als noch Dinosaurier auf der Erde lebten. „Evolutionstheorie nach Maciej Giertych“ weiterlesen

Grenzzwischenfall auf der Ostsee

Gestern feuerten Grenzer von einem Patroillenboot der polnischen Küstenwache zwei grüne Signalraketen ab. Damit wollten sie nach eigenen Angaben den deutschen Ausflugsdampfer „Adler Dania“ zum Beidrehen auffordern. Der Zwischenfall ereignete sich in polnischen Hoheitsgewässern vor der Hafenstadt Swinemünde.

Hafen Swinemünde
Ein auf der Werft in Stettin gebautes Containerschiff fährt auf dem Weg in die Ostsee durch Swinemünde. Foto: Frank Hilbert
„Grenzzwischenfall auf der Ostsee“ weiterlesen