Alliierte Offiziere – eingefangen und hinterrücks erschossen

Gedenktafel für ermordete Offiziere alliierter Luftstreitkräfte
Gedenktafel bei Flintbek, die an die Erschießung von vier Alliierten Offizieren durch die Gestapo erinnert. Foto: Frank Hilbert

Eine kleine weiße Gedenktafel an der Landstraße 318 bei Flintbek erinnert an ein Kriegsverbrechen, das während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) verübt wurde. Die Gestapo erschoss an dieser Stelle am 29. März 1944 vier Offiziere alliierter Luftstreitkräfte, die wenige Tage zuvor aus dem Kriegsgefangenenlager Stalag Luft III in Sagan ausgebrochen waren. „Alliierte Offiziere – eingefangen und hinterrücks erschossen“ weiterlesen

Weißenhofsiedlung in Stuttgart – Vorbild für Architekturausstellung WuWa in Breslau

Haus von Mies van der Rohe in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung
Das Haus von Mies van der Rohe mit 24 Wohnungen. Zusammen mit 29 weiteren Architekten richtete er die Wohnungen ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus stark beschädigt. Zwischen 1984 und 1986 wurde es saniert. Foto: Frank Hilbert

11 Architekten fanden sich in den 1920-er Jahren in Stuttgart zusammen, um eine Mustersiedlung zu bauen, die neue Wege preiswerten Bauens mit neuen Baumaterialien aufzeigen sollte. Der Öffentlichkeit wurde die „Weißenhofsiedlung“ in Form einer Ausstellung präsentiert. Das Konzept fand Nachahmer. Unter anderem 1929 in Breslau mit der Ausstellung „Wohnung und Werkraum“ (WuWa).

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KZ Leonberg – Häftlinge fertigten Flügel für Düsenjäger Me 262

Alter Engelberttunnel in Leonberg bei Stuttgart
Von den beiden Autobahntunneln der A 81, in denen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die SS im Auftrag der Messerschmidt AG eine Montagehalle für Flugzeugflügel betrieb, ist nur noch eine Tunnelröhre erhalten geblieben. Die zweite wurde nach der Stilllegung der Strecke 1998 zugeschüttet.

Eine flache Talsenke in Leonberg in der Nähe von Stuttgart. Es ist ein kalter, schneeloser Wintertag. An den Hängen leuchten weiße Hausfassaden in der Sonne. Die Bäume sind kahl und die Pfützen gefroren. Kein Straßenlärm ist zu hören. Die Ruhe kehrte hier vor 20 Jahren ein, als die Autobahn 81 über 60 Jahre nach ihrer Einweihung unter die Erde verlegt wurde. Bis 1998 donnerten täglich tausende Pkw und Lastkraftwagen durch die Talsenke. Von der stillgelegten Strecke ist eine zwei Röhren eines Autobahntunnels erhalten geblieben. Sein Name ist Engelbergtunnel.
Schon einmal war der Autoverkehr an dieser Stelle unterbrochen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (1939-1945). Zwischen 1944 und 1945 montierten KZ-Häftlinge aus 24 Nationen im Auftrag des „Presswerks Leonberg“ Flügel für den Düsenjäger Me 262 von Messerschmidt. Sie kamen überwiegend aus der damaligen Sowjetunion, Polen, Frankreich und Ungarn.

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Abgeschossen über Warschau 1944

Mir war bekannt, dass die Briten während des Warschauer Aufstandes 1944 (1. August bis 3. Oktober 1944) von Italien aus Bomber nach Warschau (Warszawa) schickten, die über den von den Aufständischen der Heimatarmee kontrollierten Gebieten Waffen, Munition und Medikamente abwarfen. Aber nicht, dass auch südafrikanische Besatzungen in den Flugzeugen saßen. Ein Freund machte mich darauf aufmerksam, indem er  mir einen Link zu einem Interview mit einem südafrikanischen Navigator schickte, der mit seinem B-24 Liberator Bomber im August 1944 über Warschau abgeschossen wurde.  Der Name des Piloten: Bryan Desmond Jones. „Abgeschossen über Warschau 1944“ weiterlesen

Leonard Tietz oder Wo die Wiege der GALERIA Kaufhof GmbH liegt

Kaufhaus in Stralsund
In den 1920er Jahren errichtete die Leonard-Tietz-AG dieses Kaufhaus in Stralsund. Foto: Frank Hilbert

Leonhard Tietz eröffnete am 14. August 1879 in Stralsund ein kleines Kurzwarengeschäft. Es war das erste von einer ganzen Reihe von Geschäften, aus denen später die Kaufhof AG hervorging. Geboren wurde der Kaufmann in Birnbaum, dem heutigen Międzychód, bei Posen (Poznań).

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Urlaub Tag 7 – Glatz (Kłodzko), ein Ausflug in die deutsch-polnische Geschichte

Plakat mit Infos über Vertreibung von Deutschen
Plakat mit Informationen über die Vertreibung von Deutschen aus dem Glatzer Land. Foto: Frank Hilbert

Der siebente Tag unserer Urlaubsreise in das Glatzer Land führte uns nach Glatz (Kłodzko), wo wir die historische Innenstadt und die Festung Glatz besichtigten. Es wurde auch ein Ausflug in die deutsch-polnische Geschichte.

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Urlaub Tag 4 – Łambinowice und St. Annaberg

Denkmal des Martyriums der Kriegsgefangenen
Denkmal des Martyriums der Kriegsgefangenen auf dem Friedhof für sowjetische Soldaten. Foto: Frank Hilbert

Die Wojewodschaft Opole, ein Teil des früheren Schlesien, die heute auf der Landkarte eingeklemmt ist zwischen den Wojewodschaften Niederschlesien und Schlesien, kenne ich kaum. Nur die Städte Brieg (Brzeg), Oppeln (Opole) und Gogolin habe ich besucht. Schon immer wollte ich das Museum des Kriegsgefangenenlagers in Lamsdorf (Łambinowice) und den St.-Annaberg besuchen. Zwei Orte mit Geschichte.

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Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa

Mauerfragment von der Danziger Leninwerft
Das Stück Mauer der Lenin-Werft in Danzig ist ein Geschenk des polnischen Sejm. Foto: Frank Hilbert

Auf dem Weg von Kiel nach Bromberg (Bydgoszcz) in Polen hatte ich drei Stunden Aufenthalt am Berliner Hauptbahnhof. Ich habe die Zeit für einen Spaziergang genutzt und einen Teil einer Ziegelmauer entdeckt, die an einer Ecke des Bundestagsgebäudes (früher Reichstag) steht. Nicht schick, die Ziegelsteine sind verwittert und einige mit Farbe beschmiert. Teil des Reichstagsgebäudes ist sie nicht. Ich bin neugierig geworden und lese mir die Informationstafel durch, die in der oberen rechten Ecke des Mauerfragments angebracht ist und bin überrascht. Die Mauer ist ein Geschenk des polnischen Parlaments, des Sejm, an den deutschen Bundestag und erinnert an die Gründung der polnischen Gewerkschaft Solidarität (Solidarność) im August 1980 in Danzig (Gdańsk).   „Über diese Mauer sprang Arbeiterführer Lech Wałesa“ weiterlesen

„Meine Vitaminchen“ abholen

Vitamintabletten
Mehrere Röhrchen mit Vitamintabletten. Foto: Frank Hilbert

Etliche junge Männer in Polen sehen aus wie „harte Kerle“: kurz geschnittene Haare, groß, in Fitnessstudios gestählte Muskeln, mit Tatoos verzierte Körper. Und gesundheitsbewusst, wie ich kürzlich in einem kleinen Lebensmittelgeschäft im polnischen Stolpmünde (Ustka) erfahren konnte, sind sie auch noch. Zwischen dem Kunden, dem „harten Kerl“, und dem Verkäufer entspann sich folgender Dialog:

Kunde: „Hallöchen. Ich wollte nur meine Vitaminchen abholen. Nimmst du eigentlich auch welche ein?“

Verkäufer: „Nö, ich achte auf meine Ernährung und sehe zu, dass ich genügend Obst und Genüse esse.“