Handballkrimi geht weiter

Die polnische Handball-Nationalmannschaft hat gestern in Hamburg das Finale der Weltmeisterschaft erreicht. In einem äußerst spannenden Spiel setzten sich die Polen in der zweiten Verlängerung mit 36:33 gegen die Dänen durch. Am Sonntag trifft die polnische Mannschaft in der Köln-Arena zum zweiten Mal auf Deutschland, das gestern einen Sieg (32:31) gegen den Europameister Frankreich errungen hat.

Orkan „Kyrill“ – vier Tote in Polen

Der wohl schwerste Sturm seit 20 Jahren – der Orkan „Kyrill“ – ist in den letzten zwei Tagen über Europa hinweggefegt. In Polen wurden bis heute früh vier Todesopfer gemeldet, tausende Haushalte sind ohne Strom. In den europäischen Ländern, in denen der Orkan bereits gewütet hat, sind bisher mehr als 40 Menschen umgekommen.

„Bobas Gigant“ – Riesenbaby in Stettin

„Bobas Gigant“ titelten einige polnischen Zeitungen: Eine 45-Jährige aus Stettin brachte letzte Woche ein sieben Kilogramm schweres Baby zur Welt. Laut polnischen Medienberichten handele es sich um ein echtes Phänomen, denn schon Neugeborene mit einem Geburtsgewicht von mehr als fünf Kilo seien selten.

Keine Überlebenden des Grubenunglücks in Ruda Slaska

Nun steht es fest: Die 17 noch vermissten Bergleute des Grubenunglücks im schlesischen Ruda Slaska sind tot. Ihre Leichen fanden die Rettungskräfte in der vergangenen Nacht. Damit erhöht sich die Zahl der Toten der Methanexplosion in der Halemba-Grube auf 23. Sechs Tote Bergleute waren bereits am Mittwoch geborgen worden. Die polnische Regierung hat bis morgen Staatstrauer angeordnet.

Oper im Bus

Heute früh in einem Kieler Stadtbus zufällig beobachtet und mitangehört:
Ein junges Pärchen, beide ca. 17 Jahre alt. Sie ordentlich „bepierct“ und blondiert, er mit Baseballmütze und Schlabberhosen mit Schritt zwischen den Knien. Kaugummi kauend starren beide ausdruckslos ins Leere.
Er: – „Ej, Mann, nächste Wochen schleifen sie unsere ganze Klasse in die Oper.“
Sie: – „Ej, voll geil, Alter.“
Er: – „Weißte überhaupt, was ´ne Oper ist, Mann?“
Sie: – Na klar weiß ich es, Alter. Da machen sie so ´ne komische Musik und jaulen wie die Katzen.“
;-)

Dialog-Preis 2006 ging an die Stiftung „Pogranicze“ (Grenzland)

Die Verleihung des Dialog-Preises der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband für die polnische Stiftung „Pograniscze“ (Grenzland) fand im Rahmen der Jahrestagung des Verbandes am 11. November in Berlin statt. Die Auszeichnung überreichte die Vorsitzende des Verbandes, Dr. Angelica Schwall-Düren.Der Dialog-Preis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband will mit dieser Auszeichnung Personen, Institutionen, Initiativen, Medienprojekte oder Redaktionen würdigen, die sich in vorbildlicher Art und Weise für den Dialog der Völker und Kulturen in Europa sowie die Vertiefung der deutsch-polnischen Beziehungen engagieren. Der Dialog-Preis besteht aus einem Kunstobjekt der in Berlin lebenden polnischen Künstlerin Lidia Karbowska. Im vergangenen Jahr wurde die Redaktion der katholischen Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny“ aus Krakau ausgezeichnet.

Deutsch-Polnische Gesellschaft: „Wir stehen in der Verantwortung“

Der Bundesvorstand der Deutsch-Polnischen Gesellschaft hat auf seinem Treffen vom 10. bis 12. November in Berlin eine Erklärung zum deutsch-polnischen Verhältnis veröffentlicht. Die von der Vorsitzenden, Angelica Schwall-Düren, und der Kuratoriumsvorsitzenden, Rita Süssmuth, unterzeichnete Erklärung trägt den Titel „Wir stehen in der Verantwortung“.

Der Wortlaut der Erklärung:

„Wir sind beunruhigt. Wir sorgen uns um die in den vergangenen Jahrzehnten erreichte deutschpolnische Verständigung und wenden uns an die deutsche und polnische Öffentlichkeit. Beunruhigt sind wir über die in den letzten Jahren zunehmenden Versuche, eine zukunftsgerichtete Partnerschaft zwischen Polen und Deutschland in Frage zu stellen. Wir stehen in der Verantwortung: Leidvolle Erfahrungen haben die Geschichte der Nachbarschaft unserer beiden Völker geprägt. Die Teilungen Polens unter Beteiligung Preußens im 18. Jahrhundert, der unter deutschen Eliten im 19. und 20. Jahrhundert weit verbreitete Antipolonismus, der verbrecherische Angriffskrieg von 1939 mit der Ermordung vieler Millionen Polen, darunter die fast vollständige Vernichtung des polnischen Judentums während der deutschen Okkupation und die verheerenden Zerstörungen des Landes haben tiefe Wunden bei der polnischen Bevölkerung hinterlassen. Eine Folge des Weltkriegs waren auch die Flucht, die Vertreibung und die Zwangsumsiedlung von Millionen Menschen aus ihrer angestammten Heimat. Das damit verbundene Leid ist für viele Familien eine bis heute prägende Erfahrung. Angesichts dieser Geschichte blicken wir voller Dankbarkeit auf das, was in den letzten Jahren für die deutsch-polnische Partnerschaft erreicht wurde. Wir waren Zeugen historischer Gesten der Versöhnung: Angefangen von der Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Brief der polnischen Bischöfe, dem Kniefall Willy Brandts in Warschau über die wechselseitige Friedensbezeugung von Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl während der Kreisauer Versöhnungsmesse, die Rede von Außenminister Władysław Bartoszewski vor dem Bundestag bis hin zur Danziger Erklärung der Präsidenten Aleksander Kwasniewski und Johannes Rau.

Der Grenz- und Nachbarschaftsvertrag von 1990 und 1991 besiegelt diese an Versöhnung und Verständigung orientierte Politik. Sie hat Polen und Deutsche einander so nahe gebracht wie nie in den letzten beiden Jahrhunderten. Auf beiden Seiten haben viele Persönlichkeiten, gesellschaftliche Initiativen und Politiker dazu beigetragen: die Kirchen, katholische Laien, die Solidarność-Bewegung, deutsche Gewerkschafter, Vertreter des polnischen Exils, die antikommunistische Opposition in der DDR, Publizisten, Künstler und Übersetzer, Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten, Stiftungen, Städtepartnerschaften sowie Vereine, darunter die Deutsch-Polnischen Gesellschaften. Wir stehen in der Verantwortung: Der Beitritt Polens zur NATO und zur Europäischen Union bietet die große Chance für die endgültige Überwindung des deutsch-polnischen Gegensatzes sowie für eine dauerhaft friedliche Entwicklung unseres Kontinents. Die deutsch-polnische Aussöhnung und die europäische Integration sind daher unsere gemeinsame Zukunft, die nicht durch den Rückgriff auf alte Feindbilder – eines vermeintlichen innenpolitischen Nutzens wegen – geopfert werden darf. Wir appellieren daher an alle, denen das deutsch-polnische Verhältnis am Herzen liegt: Die Politik der Partnerschaft und Freundschaft, die seit 1989 in Europa so viel Gutes erreicht hat, muss im Interesse der Zukunft fortgesetzt werden. Wir, die Unterzeichnenden, werden auch weiterhin im Geiste des Vertrauens und der Verständigung zwischen unseren Staaten handeln und unsere gemeinsame Zukunft im vereinten Europa sehen.“