Wisława Szymborska ist tot

Nach langer schwerer Krankheit ist am Abend des 1. Februar 2012 in Krakau die polnische Lyrikerin und Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska (1923-2012) gestorben.

Geboren wurde Szymborska 1923 in Bnin bei Posen. Seit 1931 lebte sie in Krakau. Ihr erster Gedichtband wurde 1948 aus politischen Gründen im damals kommunistischen Polen nicht veröffentlicht.  Ihre Gedichte wurden später in 36 Sprachen übersetzt. Für ihr literarisches Werk erhielt die Lyrikerin 2006 den Literaturnobelpreis. (fh)

Vor 30 Jahren: Kriegsrecht in Polen

Heute vor genau 30 Jahren, in der Nacht zum 13. Dezember 1981, rief der polnische „Militärrat der nationalen Rettung“ unter der Führung von Staatschef Wojciech Jaruzelski in Polen das Kriegsrecht aus und beendete damit 16 Monate gesellschaftlichen Aufbruchs. Mehrere tausend Regimekritiker kamen in Haft, die oppositionelle Gewerkschaftsbewegung Solidarność wurde verboten. Weitere Folgen waren u. a. die Kappung von Telefonverbindungen, die Zensur privater Post und die Verhängung eine Ausgangssperre zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens.
Der Ausnahmezustand dauerte bis 1983. (fh)

Erstes Berliner Forum Außenpolitik

„Ich habe weniger Angst vor deutscher Macht, als ich anfange, mich vor deutscher Inaktivität zu fürchten„, sagte der polnische Außenminister Radek Sikorski am vergangenen Dienstag (29. November 2011) beim Ersten Berliner Forum Außenpolitik. Zum Forum hatte die Körber-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem deutschen Auswärtigen Amt zahlreiche Politiker, Botschafter, Wissenschaftler sowie Wirtschafts- und Medienvertreter anlässlich der Wiedergründung des Auswärtigen Amtes vor 60 Jahren eingeladen. „Erstes Berliner Forum Außenpolitik“ weiterlesen

Oma im Beichtstuhl

Der Pfarrer bittet die Oma in den Beichtstuhl …

Oma: „Nun, also, meine erste Sünde ist, dass ich im Krieg einem jungen, attraktiven Polen in meinem Keller Unterschlupf geboten habe …“

Pfarrer: „Mmh, das ist ja nicht soooo schlimm … und sogar lobenswert … und die nächste? “

Oma: “ Meine zweite Sünde … ich habe den jungen Polen … ich war ja auch noch jung und hübsch … jeden Abend in mein Bett geholt und wir hatten tollen Sex …“

Pfarrer: „… nun ja, auch das wird Gott verzeihen … und die nächste? “

Oma: “ Meine dritte Sünde … ich habe ihm bis heute nicht gesagt, dass der Krieg vorbei ist…“

Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ ab heute in London zu sehen

Dame mit dem Hermelin
Dame mit dem Hermelin in Krakau, frei nach Leonardo da Vinci. Foto: Frank Hilbert

Nach fünf Jahren Vorbereitungszeit präsentiert die Nation Gallery in London die bedeutendsten Bilder und Skizzen von Leonardo da Vinci. Zum ersten Mal ist es einem Ausstellungshaus gelungen, so viele Werke des Universalgenies von Privatsammlern und Museen aus Europas und den USA zusammenzutragen. Die „Mona Lisa“ aus dem Pariser Louvre ist leider nicht dabei, dafür aber hat das Krakauer Czartoryski-Museum, das zurzeit renoviert wird, die „Dame mit dem Hermelin“ auf Reisen geschickt. Nachdem sie schon an das Warschauer Schloss und das Bode-Museum in Berlin verliehen worden war, erstrahlt sie nun in der Londoner National Gallery. Ihr Konterfei ziert übrigens sowohl die Ausstellungsplakate wie auch das Cover des Ausstellungskatalogs. (fh)

Maulkorb für Pater Boniecki

Dem für seine liberalen Ansichten bekannten Pater Adam Boniecki wurde durch die Oberen des Marianerordens bis auf weiteres untersagt, sich in der Öffentlichkeit zu äußern. Der ehemalige Chefredakteur der katholisch-liberalen Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny“ hatte in den vergangenen Wochen mehrmals in verschiedenen Medien kritisch Stellung zu den seiner Ansicht nach „unzeitgemäßen und mit den christlichen Grundsätzen unvereinbaren“ Versuchen der katholischen Kirche, die polnische Gesellschaft zu klerikalisieren, bezogen. „Maulkorb für Pater Boniecki“ weiterlesen

1920. Die Schlacht von Warschau — Blutbad im Kino

Voller Vorfreude bin ich pünktlich zur Premiere am 30. September in den neusten Film von Jerzy Hoffmann „1920. Bitwa Warszawska“ (1920. Die Schlacht von Warschau) gegangen. Es ist der erste Film überhaupt, der in Polen in der 3D-Technik gedreht wurde. Thema der Handlung ist der Sieg der Polen gegen die anrückenden Bolschewiken im Jahr 1920. „1920. Die Schlacht von Warschau — Blutbad im Kino“ weiterlesen

Witali Klitschko verteidigt erfolgreich seinen WM-Titel

Der seit 2003 ungeschlagene „Dr. Eisenfaust“ verteidigte heute Nacht im polnischen Breslau (Wrocław) zum siebenten Mal erfolgreich seinen Weltmeistertitel. In der 10. Runde besiegte er durch technischen K.o. den Polen Tomasz Adamek. Nach dem Kampf entschuldigte sich der Ukrainer bei dem polnischen Publikum, dass er und nicht dessen Favorit Adamek als Sieger aus dem Kampf hervorgegangen war. Darüber hinaus lobte er die Schnelligkeit und Wendigkeit seines Gegners. Eine wie ich finde überaus nette Geste gegenüber dem Gastland Polen. Nichtsdestotrotz gab selbst Adamek zu, er habe eigentlich keine Chance gegen das Schwergewicht Klitschko gehabt, der von Beginn an das Geschehen im Ring beherrschte. (fh)

Jazz der Extraklasse unter masurischen Dächern

Ein paar Mal in den Sommermonaten verwandelt sich die Pension “die Alte Schule” in Czerwonki bei Mrągowo (Sensburg, in Masuren), die  von dem ehemaligen Schlagzeuger der bekannten Warschauer Gold Washboard Jazz Company Waldemar Duszyński und seiner Frau Beata betrieben wird, in einem Jazzclub. So auch gestern: Der berühmte Jazzpianist Andrzej Jagodziński gab vor etwa 60 Zuhörern ein Konzert der Extraklasse. Wie es sich für eine echte Jam-Session gehört, gab es jede Menge Blues, aber nicht nur. Meisterhaft interpretierte Jagodziński auch Stücke von Chopin, den Beatles und Krzysztof Komeda (der die Musik zu mehreren Filme von Roman Polanski komponiert hatte). Das begeisterte Publikum entließ den Künstler nicht ohne drei Zugaben.  (Frank Hilbert)