Urlaub Tag 10: Riesengebirge – Erinnerungsfotos und verstopfte Wanderwege

Großer Teich im Riesengebirge
Blick auf den Großen Teich im Riesengebirge. Rechts in der Ferne ist die Schneekoppe zu sehen, der mit 1.602 m höchste Berg im Riesengebirge. Foto: Frank Hilbert

Drei Schritte nach rechts und der Blick über die Felskante (1.400 m) geht hundertfünfzig Meter in die Tiefe. Am  Grund des Felskessels schimmert das Wasser des Großen Teiches blau und smaragdgrün in der Sonne. Schnee bedeckt den Wanderweg und formt sich am Rand des Felsenkessels zu einer überhängenden mächtigen Schneewehe. Ein eiskalter Wind weht mir entgegen und lässt meine Hände vor Kälte erstarren. Ich laufe im Gänsemarsch zwischen einer Gruppe älterer Damen aus Posen, die in ausgelassener Stimmung sind und alle paar Meter stoppen, um Erinnerungsfotos zu schießen. Verdenken kann ich es ihnen nicht. Der Ausblick von hier oben über die Berge bis hinüber zur Schneekoppe ist eindrucksvoll und gehört auf den Chip gebannt.

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Urlaub Tag 9: Bad Warmbrumm (Cieplice) – „Wenn man ins Kuralter kommt“

Bad Warmbrunn (Cieplice)
Fußgängerpromenade in Bad Warmbrunn (Cieplice) am Fuße des Riesengebirges. Foto: Frank Hilbert

Ein kleines Café. Im Kühlfach stehen hinter Glas selbst gemachter Kuchen und Torten. An den winzigen runden Tischen sitzen zwei ältere Ehepaare aus Deutschland. Das eine kommt aus Heilbronn, das andere aus der Nähe von Hamburg. Genaueres erfahren wir nicht. „Es ist schön hier“, sagt der Ehemann aus Heilbronn. „Es gefällt uns auch“, sagt der andere. „Wir zahlen für drei Wochen Kur nur 2.000 Euro“, sagt der eine. „In Swinemünde kann man auch sehr gut kuren“, erwidert der andere. „In den 2.000 Euro ist alles inklusive. Auch die Anwendungen“, sagt der Heilbronner. „Viele fahren jetzt nach Swinemünde“, spricht der andere unbeirrt weiter. „So ist das, wenn man ins Kuralter kommt“, meint der Heilbronner. „Eine Szene wie aus Loriot“, murmelt meine Frau, während sie ihren Espresso schlürft.

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Urlaub Tag 8: Riesengebirge – wo die Elbe entspringt

Elbquelle
An der Elbquelle im Riesengebirge prangen die Wappen der Städte, durch die die Elbe fließt. Foto: Frank Hilbert

Eine baumlose Ebene im Riesengebirge, die nur wenige hundert Meter von der Grenze zu Polen entfernt ist. Schnee so weit das Auge reicht. Hohe Holzstangen zeigen die Wanderwege an. Der obere Teil einer niedrigen Mauer aus Felsstein ragt ein Stück aus der Schneedecke heraus. Auf ihr sind Wappen von Städten angebracht. Der Schnee gibt die Namen Lauenburg, Dresden, Hamburg und Magdeburg preis. „An dieser Stelle muss der Betonkranz sein“, ruft ein junger Mann aus einer Gruppe von Leipzigern. „Hier entspringt die Elbe.“ Nichts ist zu sehen. Nur Schnee. Ich hoffe, dass der Schnee die Elbquelle nicht verstopft hat und in der Elbmündung die riesigen Containerschiffe, die täglich aus China kommend die Hansestadt anlaufen, nicht auf dem Trockenen liegen. Wenn die Elbe jetzt kein Wasser mehr führt, hätten sich Airbus und die Stadt Hamburg den Streit mit Umweltschützern über das Zuschütten des Mühlenberger Lochs sparen können.

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Urlaub Tag 7: Hirschberg – letzter Schultag und magere Ausbeute in den Buchhandlungen

Der Bus hält vor einem Haus aus rotem Backstein, das schon seit vielen Jahren sanierungsbedürftig sein muss. Wind und Wetter haben den Mörtel zwischen den Ziegelsteinen herausgepult und die weiße Farbe blättert von den Fensterrahmen. Es ist der Bahnhof von Kowary (Schmiedeberg). Heute früh sind wir um 9.22 Uhr mit dem Bus aus Karpacz in Richtung Hirschberg (Jelenia Góra) aufgebrochen und haben uns unterwegs entschlossen, in Kowary einen Zwischenstopp einzulegen. Ich gehe auf den einzigen Bahnsteig des Bahnhofs. Zwischen den Gleisen spriest das Unkraut ungehindert in die Höhe. Vom verandaartigen Vorbau aus Holz blättert die Farbe ab. Ich bin überrascht, als ich aus dem ersten Stock des Hauses Stimmen höre. Ich blicke in die Höhe und sehe Gardinen hinter ungeputzten Scheiben. Tatsächlich ist das Bahnhofsgebäude bewohnt.

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Urlaub Tag 5: Riesengebirge – Wanderung zum Grenzpass

Horni Mala Upa im Riesengebirge
In der Vorsaison scheint der kleine tschechische Grenzort Horni Mala Upa im Riesengebirge wie ausgestorben. Foto: Frank Hilbert

Schon vor über einhundert Jahren hat es hier einen Grenzübergang an der damaligen österreichisch-preußischen Grenze gegeben. Heute trennt die Grenze Tschechien und Polen. Auf der tschechischen Seite beginnt gleich hinter dem Grenzübergang der Ort Horni Mala Upa. Auf der polnischen Seite steht ein Gebäude der Grenzwacht und die Baude Na Przeleczy Okraj (früher Schlesische Grenzbaude), in der es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

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Urlaub Tag 4: Zu Besuch im Gerhart-Hauptmann-Haus

Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf
Das Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf am Rande des Riesengebirges. Foto: Frank Hilbert

Heute steht eine kleine Museumstour auf dem Programm. Mit dem Auto geht es los Richtung Schreiberhau (Szklarska Poręba). Auf dem Weg dorthin fahren wir über Agnetendorf (Jagniąków), wo sich der Dramatiker und Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann 1912 ein Haus, die Villa Wiesenstein , gebaut hatte.

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Urlaub Tag 3: Riesengebirge – Panoramablick von der Schneekoppe

Baude auf der Schneekoppe (Schronisko Na Sniezce)
Baude auf der Schneekoppe (Schronisko Na Sniezce). Im Tal liegt Krummhübel (Karpacz). Foto: Frank Hilbert

Eigentlich wollten wir am zweiten Tag unseres Urlaubs nicht auf die Schneekoppe laufen. Sie ist mit 1.602 m Höhe der höchste Gipfel im Riesengebirge. Für Flachtiroler aus Schleswig-Holstein ist  eine so anstrengende Tour gleich am zweiten Tag in den Bergen eine echte Herausforderung. Grundsätzlich hält man sich an die guten Vorsätze. Das Schicksal der guten Vorsätze ist jedoch deren kurze Verfallszeit. 

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Urlaubt Tag 2: Riesengebirge – Wanderung zur Teichbaude

Teichbaude
Teichbaude im Riesengebirge.

Der erste Tag nach unserer Ankunft im Riesengebirge in Polen. Die Meteorologen kündigen schon seit Tagen schönes Wetter für Mitteleuropa an. Sie haben sich mit ihren Wetterprognosen nicht geirrt. Kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen und versperrt den Blick auf die 1.602 m hohe Schneekoppe, den höchsten Gipfel im Riesengebirge. Die Schneekoppe ist jedoch nicht unser Ziel. Heute schonen wir noch unsere Beine und wandern deshalb zur Teichbaude (Schronisko Samotnia), von der gesagt wird, sie gehöre zu den schönsten Bauden im Riesengebirge. Sie liegt idyllisch an einem Bergsee, der von steilen Felswänden umgeben ist.

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