Zu Besuch im jüdischen Gebetshaus in Lublin

Jüdisches Gebetshaus in Lublin
Das einzige von 140 jüdischen Gebetshäusern in Lublin, das den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, steht in der ul. Lubartowska 10. Foto: Frank Hilbert

Ich klingle an der schweren Tür in der Tordurchfahrt der Lubartowska Straße 8 in Lublin. Nach einer Weile bittet meinen Mann und mich eine ältere, quirlige Frau freundlich herein. Wir folgen ihr und steigen die steile, knarrende Holztreppe des jüdischen Gebetshauses hinauf.

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Schlaflose Nacht – Hilfe, die Spanier kommen!

Mitten in der Nacht kam er in Białowieża an. Der Bus voller Spanier. Jeder anständige Tourist aus Deutschland hätte sich nach der Ankunft still und leise auf sein Zimmer zurückgezogen. Nicht die Spanier. Wie die Heuschrecken schwärmten sie in alle Himmelsrichtungen aus, erkundeten den Dorfplatz und plapperten dabei so viel und so laut, dass im Dorf ans Schlafen nicht zu denken war. Eingemümmelt in eine Wolldecke schaute ich dem Spektakel von unserem Balkon aus zu. Lebendiger Spanischunterricht in einem polnischen Dorf direkt an der Grenze zu Weißrussland! Die Welt ist manchmal so erheiternd bunt. Los hombres locos. (fh)

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Abstecher ins Kloster Grabarka

Klosterkirche Grabarka
Klosterkirche in Grabarka. Foto: Frank Hilbert

Die Holzkirche im Kloster Grabarka ist von einem Meer von Holzkreuzen umgeben. Die ältesten von ihnen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Das Kloster ist der bedeutendste orthodoxe Wallfahrtsort in Polen, der auch als das „orthodoxe Tschenstochau“ bezeichnet wird. Jedes Jahr pilgern tausende orthodoxe Gläubige nach Grabarka und lassen in dem Kloster rund 10 km östlich von Siemiatycze Holzkreuze zurück. Im Laufe der Jahrhunderte ist auf diese Weise ein undurchdringlicher Dschungel aus Holzkreuzen entstanden. Große und kleine Kreuze, verwitterte und kunstvoll verzierte Kreuze.

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Führung durch den Białowieźa Nationalpark

Nationalparkverwaltung Białowieźa
Verwaltungsgebäude des Białowieźa Nationalparks, in dem auch ein Museum zum Besuch einlädt. Foto: Frank Hilbert

Das PTTK-Gebäude in Białowieźa ist der Startpunkt für die Führungen durch den Białowieźa Nationalpark. Dorthin sind wir heute früh gegangen und hatten Glück. Wir konnten uns einer holländischen Touristengruppe mit einem deutschsprachigen Führer anschließen. Es ging am Jagdhaus vorbei, über Felder zum Eingang des Nationalparks, den ein hohes Holztor markiert. Es war – wie an den letzten Tagen – drückend heiß. Kaum aber hatten wir den Urwald betreten, wurde es angenehm kühl. Der Wald, eine riesige Klimaanlage.

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In Deutschland liebevoll aufgenommen

Unser Vermieter in Białowieźa erzählt uns heute, dass er Anfang der 80er Jahre zwölf Monate lang in Deutschland als Waldarbeiter gearbeitet habe. Das war kurz nach der Verhängung des Kriegszusandes in Polen am 13. Dezember 1981. Er sei von den Menschen in Westdeutschland sehr freundlich aufgenommen worden und habe eine Welle der Solidarität erfahren, die sich unter anderem durch Geschenke von Textilien und Lebensmitteln ausgedrückt habe. Dafür sei er den Deutschen noch heute dankbar. (fh)

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Angekommen im Białowieźa Nationalpark

Pension in Białieza
Während unseres Aufenthalts in Białieza übernacheten wir in dieser kleinen Pension. Foto: Frank Hilbert

Heute sind wir von Vilnius, der litauischen Hauptstadt, nach Białowieźa in Polen gefahren. Der kleine Ort liegt am Rande des Białowieźa Nationalparks. Zuerst wollten wir in einer Pension übernachten, deren Adresse wir im Internet recherchiert hatten. Die Inhaber erwarten jedoch für die kommende Nacht Gäste aus Spanien. Deshalb habe sie keine Zimmer mehr frei. Schließlich sind wir in der Pension eines sehr netten älteren Mannes untergekommen. Unser Zimmer befindet sich im zweiten Stock des Holzhauses und hat sogar einen Balkon. Die Pension ist sehr gemüttlich eingerichtet. Am Abend haben wir auf der Terrasse einer Kneipe – mit Blick über einen idyllischen See – eine Kleinigkeit gegessen.

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Auf dem Weg nach Wilna (Vilnius), Litauens Hauptstadt

Bild im Haus der Grenzlandstiftung in Sejny
Haus der Grenzlandstiftung in Sejny. Foto: Frank Hilbert

Heute machen wir von Mragowo auf den Weg nach Wilna  (Vilnius). Bevor wir über die Grenze nach Litauen fahren, legen wir einen kurzen Zwischenstopp in Sejny ein. Allein die Autofahrt von Augustów nach Sejny ist ein Erlebnis. Dichte Wälder und kleine Ortschaften mit Holzhäusern fliegen am Fenster vorbei. Den Ort Sejny dominiert das Dominikanerkloster aus dem 17. Jahrhundert mit einer Mariä-Heimsuchungs-Kirche, deren wuchtige Ausmaße im krassen Gegensatz zur kleinen Ortschaft stehen. Die Kirche ist ein Pilgerort. An Feiertagen kommen hunderte Gläubige nach Sejny, um die aus Lindenholz geschnitzte Madonna („Muttergottes von Sejny“) zu besichtigen, die in einer Seitenkapelle steht. 1975 hatte der damalige Krakauer Bischof Karoł Wojtyla die Madonna gekrönt. Hinter der Kirche erstrecken sich die Klostergebäude, die gerade restauriert werden.

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Konzert in der Wallfahrtskirche Heilige Linde in Masuren

Kreuzgänge Heilige Linde (Święta Lipka) in Masuren
Eingangstor und Kreuzgänge der Wallfahrtskirche Heilige Linde (Święta Lipka) in Masuren. Foto: Frank Hilbert

Die Akustik in der Wallfahrtskirche von Święta Lipka (dts.: Heilige Linde) ist fantastisch. Davon konnte ich mich heute Abend überzeugen. [GARD]Vor etwa 100 Gästen spielten Maria Perucka (Geige) und Roman Perucki (Orgel) aus Danzig Stücke von Johann Sebastian Bach, Simon Preston, Kazimierz Wiłkomirski und Frédéric Chopin. Ich habe mit den meisten anderen Zuhörern direkt vor dem Altar gesessen. Von hier aus konnten wir auf die Orgel blicken, die der Königsberger Johann Josua Mosengel im 18. Jahrhundert gebaut hat. (fh)

Weitere Informationen

https://www.polish-online.com/polen/staedte/heilige-linde-swieta-lipka.php

Verfallenes Schloss in Steinort (Sztynort)

Schloss der Junkerfamilie Lehndorff in Steinort
Das Schloss der ostpreußischen Junkerfamilie Lehndorff verfällt immer mehr. Foto: Frank Hilbert

Traurig verfallen sieht es aus: das Schloss des Grafen von Lehndorff in Steinort (Sztynort) in Masuren. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt. Vom Balkon hängen nur noch ein paar Balken in der Luft. Seit 1998 gehören das Schloss und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude der T.I.G.A. Marina GmbH. Die Fassade des rechten Schlossflügels hat die Firma erneuert. Mehr nicht. Das Schloss verfällt weiter. Der Park mit seinen uralten Eichen- und Buchenalleen ist verwahrlost. Während eines kurzen Spaziergangs genießen wir den Schatten unter den Bäumen im Park. (fh)