Wisława Szymborska ist tot
01. Februar 2012Nach langer schwerer Krankheit ist heute Abend in Krakau die polnische Lyrikerin und Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska (1923-2012) gestorben.
Nach langer schwerer Krankheit ist heute Abend in Krakau die polnische Lyrikerin und Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska (1923-2012) gestorben.
In der letzten Folge der SOKO Stuttgart “In-Vino-Veritas” am vergangenen Donnerstag, dem 26. Januar 2012, hat das ZDF wieder einmal eine bunte Palette an Vorurteilen über Polen aufgefahren: Das Erscheinungsbild der vermeintlich polnischen Erntehelferinnen mit ihren Zöpfen und Kopftüchern entsprach dem der Ostarbeiterinnen von anno domini 1943, vermeintlich polnische Männer, die allesamt wie kasachische Schwerverbrecher aussehen, sprachen radebrechend Deutsch mit russischem Akzent. Der Regisseur hat vermutlich zu tief in ein Wodkaglas geschaut. Eine echt peinliche Nummer.
Link zur Mediathek des ZDF:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1532788/”In-Vino-Veritas”
Heute vor genau 30 Jahren, in der Nacht zum 13. Dezember 1981, rief der polnische “Militärrat der nationalen Rettung” unter der Führung von Staatschef Wojciech Jaruzelski in Polen das Kriegsrecht aus und beendete damit 16 Monate gesellschaftlichen Aufbruchs. Mehrere tausend Regimekritiker kamen in Haft, die oppositionelle Gewerkschaftsbewegung Solidarność wurde verboten. Weitere Folgen waren u. a. die Kappung von Telefonverbindungen, die Zensur privater Post und die Verhängung eine Ausgangssperre zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens.
Der Ausnahmezustand dauerte bis 1983.
“Ich habe weniger Angst vor deutscher Macht, als ich anfange, mich vor deutscher Inaktivität zu fürchten”, sagte der polnische Außenminister Radek Sikorski am vergangenen Dienstag (29. November 2011) beim Ersten Berliner Forum Außenpolitik. Zum Forum hatte die Körber-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem deutschen Auswärtigen Amt zahlreiche Politiker, Botschafter, Wissenschaftler sowie Wirtschafts- und Medienvertreter anlässlich der Wiedergründung des Auswärtigen Amtes vor 60 Jahren eingeladen. In seiner Rede forderte Polens Außenminister eine Reform der Europäischen Union, die eine Straffung und Stärkung der EU-Institutionen beinhalten sollte. Die Eurokrise habe gezeigt, dass Europa sich zurzeit auf dem Scheideweg befinde und entscheiden müsse, ob es eine tiefere Intergration oder einen Zusammenbruch der Föderation wolle. Dabei unterstrich Sikorski die wichtige Rolle Deutschlands in diesem Entscheidungsprozess, das mit seiner leistungsstarken Volkswirtschaft nicht nur das größten europäischen Geberland, sondern auch der größte Profiteur eines gemeinsamen EU-Binnenmarkts sei.
Der Pfarrer bittet die Oma in den Beichtstuhl …
“Nun, also, meine erste Sünde ist, dass ich im Krieg einem jungen, attraktiven Polen in meinem Keller Unterschlupf geboten habe …”
“Mmh, das ist ja nicht soooo schlimm … und sogar lobenswert … und die nächste? ”
” Meine zweite Sünde … ich habe den jungen Polen … ich war ja auch noch jung und hübsch … jeden Abend in mein Bett geholt und wir hatten tollen Sex …”
“… nun ja, auch das wird Gott verzeihen … und die nächste? ”
” Meine dritte Sünde … ich habe ihm bis heute nicht gesagt, dass der Krieg vorbei ist…”
Nach fünf Jahren Vorbereitungszeit präsentiert die Nation Gallery in London die bedeutendsten Bilder und Skizzen von Leonardo da Vinci. Zum ersten Mal ist es einem Ausstellungshaus gelungen, so viele Werke des Universalgenies von Privatsammlern und Museen aus Europas und den USA zusammenzutragen. Die “Mona Lisa” aus dem Pariser Louvre ist leider nicht dabei, dafür aber hat das Krakauer Czartoryski-Museum, das zurzeit renoviert wird, die “Dame mit dem Hermelin” auf Reisen geschickt. Nachdem sie schon an das Warschauer Schloss und das Bode-Museum in Berlin verliehen worden war, erstrahlt sie nun in der Londoner National Gallery. Ihr Konterfei ziert übrigens sowohl die Ausstellungsplakate wie auch das Cover des Ausstellungskatalogs.
Dem für seine liberalen Ansichten bekannten Pater Adam Boniecki wurde durch die Oberen des Marianerordens bis auf weiteres untersagt, sich in der Öffentlichkeit zu äußern. Der ehemalige Chefredakteur der katholisch-liberalen Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny“ hatte in den vergangenen Wochen mehrmals in verschiedenen Medien kritisch Stellung zu den seiner Ansicht nach „unzeitgemäßen und mit den christlichen Grundsätzen unvereinbaren“ Versuchen der katholischen Kirche, die polnische Gesellschaft zu klerikalisieren, bezogen.
Der 77-jährige Priester und Intellektuelle ist nicht der erste Geistliche, den die katholische Kirche mundtot machen möchte. Was es bedeutet, sich gegen die Kirchenoberen aufzulehnen, musste auch der mittlerweile verstorbene Jesuitenpater Stanisław Musiał am eigenen Leib erfahren. In seiner Forschungsarbeit über die polnisch-jüdischen Beziehungen prangerte er die Gleichgültigkeit und Feindschaft der katholischen Kirche in Polen gegenüber den Juden im Zweiten Weltkrieg an. Er erwartete von der Kirche ein klares Wort zu deren Verfehlungen im Holocaust und eine Stellungnahme zu dem auch heute noch unter den Geistlichen weit verbreiteten Antisemitismus. Dafür wurde er von der Amtskirche mehrfach scharf ermahnt und mit Redeverboten belegt. Musiałs Angst vor seinen Vorgesetzten war so groß, dass er die Autoren eines Buches, das ein ausführliches und bewegendes Interview mit ihm beinhaltet, bat, mit der Veröffentlichung bis zu seinem Tod zu warten.
Wie schwer es sich die katholische Kirche mit Andersdenkenden aus den eigenen Reihen macht, zeigt auch der Fall des Paters Stanisław Opocki, der in einem kleinen Dorf in Südpolen fast 30 Jahren lang eine ärmliche Roma-Gemeinde betreut hat – allen Widerständen zum Trotz. Für seine Arbeit erntete er anonyme Schmähbriefe und Drohungen von den polnischen Nachbarn. Anstatt ihn in seinem Engagement für die Menschen und gegen die rassistische Diskriminierung zu unterstützen, wurde er vor kurzem von der Amtskirche in eine andere Gemeinde versetzt, mit der Begründung, man wolle auf diese Weise “den Konflikt zwischen den Roma und den Polen dämpfen“. (bw)
Seit Jahresanfang wurden im Westen Polens bei Bauarbeiten die Gebeine von 618 im Zweiten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten exhumiert. Die Toten fanden nun in Posen ihre letzte Ruhestätte. Die gefundenen Erkennungsmarken wurden der deutschen Seite übergeben.
Voller Vorfreude bin ich pünktlich zur Premiere am 30. September in den neusten Film von Jerzy Hoffmann „1920. Bitwa Warszawska“ (1920. Die Schlacht von Warschau) gegangen. Es ist der erste Film überhaupt, der in Polen in der 3D-Technik gedreht wurde. Thema der Handlung ist der Sieg der Polen gegen die anrückenden Bolschewiken im Jahr 1920. Lies den Rest des Artikels »
Der seit 2003 ungeschlagene “Dr. Eisenfaust” verteidigte heute Nacht im polnischen Wroclaw zum siebenten Mal erfolgreich seinen Weltmeistertitel. In der 10. Runde besiegte er durch technischen K.o. den Polen Tomasz Adamek. Nach dem Kampf entschuldigte sich der Ukrainer bei dem polnischen Publikum, dass er und nicht dessen Favorit Adamek als Sieger aus dem Kampf hervorgegangen war. Darüber hinaus lobte er die Schnelligkeit und Wendigkeit seines Gegners. Eine wie ich finde überaus nette Geste gegenüber dem Gastland Polen. Nichtsdestotrotz gab selbst Adamek zu, er habe eigentlich keine Chance gegen das Schwergewicht Klitschko gehabt, der von Beginn an das Geschehen im Ring beherrschte.