Archiv für die Kategorie ‘Politik’

Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Polen unter Dach und Fach

Mittwoch, 20. August 2008
Raketenabwehrsystem in einem dänischen Museum.

Ausgemusterte Radaranlage und Boden-Luft-Rakete in einem dänischen Museum. Foto: Hilbert

In Warschau haben heute die US-Außenministerin Condoleezza Rice und der polnische Außenminister Radosław Sikorski ein Abkommen über die Stationierung eines US-Raketenabwehrschilds in Polen unterzeichnet. Obwohl die Regierungen beider Länder betont haben, dass das Schild ein ausschließlich defensives Systems gegen eventuelle Angriffe aus Staaten wie dem Iran sei, wurde die Stationierung des Raketenabwehrschilds in Polen aufs Schärfste von Russland kritisiert, das sich bedroht fühlt und bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht hat.

In einer Fernsehansprache gestern Abend wies der polnische Staatspräsident Kaczyński die Kritik aus Russland zurück. Er unterstrich, dass niemand Polen diktieren könne, was es zu tun habe. Diese Zeiten seien vorbei. (bw)

Kaczyńskis „Nein“ zur russischen Dominanz

Samstag, 16. August 2008

Frosch

Harte Worte fielen am Dienstag aus dem Mund des polnischen Präsidenten, Lech Kaczyńskis, der nebst den Staatsoberhäuptern der Ukraine, Litauens, Lettlands und Estlands nach Tbilisi reiste, um mit ihnen zusammen Solidarität mit Georgien zu bekunden. In einer gefühlsbetonten Ansprache prangerte Lech Kaczyński das Vorgehen der Russen in Ossetien an: „Das erste Mal seit längerer Zeit haben unsere Nachbarn das Gesicht gezeigt, das wir seit Hunderten von Jahren kennen. Diese Nachbarn sind der Meinung, dass die angrenzenden Nationen ihnen untertan sein müssten. Wir jedoch sagen: nein!“ Mit den Nachbarn meinte er die Russen.

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“Solidarität mit Tibet”

Freitag, 08. August 2008
Solidarität mit Tibet

Gazeta Wyborcza mit Solidaritätsbekundung für Tibet. Foto: Hilbert

Unübersehbar solidarisiert sich heute, am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking, die polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza mit dem Unabhängigkeitskampf der Tibeter. In den Außenseiten einer Sonderbeilage zu diesem Thema ist die Fahne von Tibet mit den Lettern “Solidarni z tybetem”, dts. “Solidarität mit Tibet” abgedruckt. (more…)

“ein hurensohnvereins seit ihr”

Samstag, 07. Juni 2008

Nachdem die polnischen Boulevardzeitungen Fakt und Super Express antideutsche Fotomontagen auf ihren Titelseiten veröffentlicht hatten, erreichten mich zahlreiche E-Mails mit Kommentaren. Diese möchte ich den Lesern dieses Blogs nicht vorenthalten und veröffentliche an dieser Stelle einige Kostproben. Ich habe die Originalrechtschreibung beibehalten. (more…)

Aufregung um EM-Fouls polnischer Zeitungen

Donnerstag, 05. Juni 2008

Screenshot e-fakt.plDen Anpfiff zum EM-Spiel Polen-Deutschland gaben bereits einige polnische Boulevardblätter: Die “Fakt” (Die Zeitung gehört dem deutschen Springer-Verlag.) veröffentlichte vorgestern ein Bild, auf dem Leo Beenhakker, der holländische Trainer der polnischen Nationalmannschaft, ein Schwert gegen den mit Pickelhaube und Ritteumhang verkleideten Michael Ballack schwingt. Dabei handelt es sich um eine Anspielung auf die Schlacht von Tannenberg im Jahr 1410, die der Deutsche Orden gegen die vereinten Streitkräfte von Polen und Litauen verloren hatte. Eine Nummer härter ging gestern der “Super Express” vor. Die große Überschrift lautete: “Leo, gib uns ihre Köpfe”. (more…)

25 Jahre Polnisches Theater in Kiel

Dienstag, 22. April 2008
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Tadeusz Galia

Seit 25 Jahren ist das Polnische Theater Kiel ein markanter Farbtupfer der Kieler Kulturszene. Am 21. April 1983 führte eine Gruppe polnischer Schauspieler, die aus politischen Gründen Polen verlassen hatte, auf der Bühne eines Kieler Veranstaltungszentrums ihr erstes Stück auf. Trotz spärlicher Finanzen und geringer staatlicher Zuschüsse zog das Ensemble um den Schauspieler und Regisseur Tadeusz Galia bereits drei Jahre später in ein eigenes Haus in der Düppelstraße um. Im Laufe der Jahre verschob sich aufgrund der veränderten politischen Lage in Osteuropa der Schwerpunkt des Theaters von osteuropäischen Werken zu Stücken über Themen, die unsere Gesellschaft aktuell bewegen.

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Polen boykottiert die Eröffung der Olympischen Spiele in Peking

Donnerstag, 10. April 2008

Der polnische Präsident Lech Kaczynski sagte heute seine Teilnahme an der Eröffungszeremonie der Olympischen Spiele in Peking ab. Bereits einige Tage zuvor hatte der polnische Regierungschef Donald Tusk angekündigt, dass er nicht nach Peking fahren werde. Nach der Erklärung des Präsidenten schlossen sich alle übrigen Mitglieder der polnischen Regierung dem Boykott an.

Polnischer Sejm für den EU-Reformvertrag

Dienstag, 01. April 2008

Nach langen und heftigen Auseinandersetzungen hatten sich der polnische Regierungschef Donald Tusk (Bügerplattform) und der Staatspräsident Kaczyński (Recht und Gerechtigkeit) am Samstag doch noch auf ein Gesetz zur Ratifizierung des Vertrags von Lissabon geeinigt. Heute stimmte das polnische Parlament (Sejm) hat mit großer Mehrheit (384 von 452 Abgeordneten) für das Ratifizierungsgesetz.

Neurotische Teletubbies

Freitag, 28. März 2008

In einer fünfminütigen Fernsehansprache malte Staatspräsident Lech Kaczynski ein Katastrophenszenario an die Wand: Entschädigungsansprüche deutscher Vertriebener und Sittenverfall durch die Legalisierung homosexueller Ehen hingen wie das Damoklesschwert über Polen, falls die polnische Regierung den EU-Reformvertrag unterzeichne. Effektvoll untermalt wurde Kaczynskis TV-Auftritt durch die wohldosierte Einblendung altbewährter Abschreckungsbilder: Fotos der Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach, eines frisch vermählten Schwulenpärchens sowie einer in Trauerflor gehaltenen Deutschlandkarte von 1939.

Die homo- und germanophobe Strategie des polnischen Staatsoberhaupts scheint jedoch nicht aufzugehen. Eine vor einer Woche durchgeführte Umfrage ergab, dass 75 Prozent der Polen die Ratifizierung des Vertrags wünschen. Trotz primitiven Populismus einer Regierung, die die Fernsehserie “Teletubbies” durch psychologische Berater analysieren ließ (da einige Regierungsmitglieder hinter dem Handtäschchen von Tinky Winky homosexuelle Propaganda witterten) und klassische Literatur aus den Lehrplänen entfernen wollte, weil Züchtigungsszenen auf den nackten Hintern oder “des Kaisers neue Kleider” bei Kindern schwule Assoziationen hervorrufen könnten. (bw)

Professor Michał Heller erhält Templeton-Preis

Freitag, 14. März 2008

Der Pole Michał Heller (72) erhielt am Mittwoch den diesjährigen Templeton-Preis. Mit der Auszeichnung soll sein wissenschaftliches Lebenswerk zum Verhältnis von Religion, Theologie und Wissenschaf-
ten gewürdigt werden.

Heller ist Professor für Philosophie, zugleich aber auch Physiker von Weltruhm, Kosmologe und Theologe (katholischer Priester). Er ist u. a. Mitglied des Vatikanischen Astronomischen Observatoriums und der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, der International Society for General Relativity and Gravitation, der European Physical Society und des Center for Theology and the Natural Science und Autor bzw. Mitherausgeber von rund 500 Publikationen.

Der Templeton-Preis, 1972 von dem britischen Finanzinvestor Sir John Templeton gestiftet, ist höher dotiert als der Nobelpreis und beläuft sich auf ca. 800.000 Pfund. Die Auszeichnung soll herausragende Verdienste würdigen, welche den Dialog zwischen Wissenschaft und Theologie fördern.

Die Preisverleihung findet am 7. Mai 2008 in London statt. Heller möchte das Preisgeld für den Bau des Kopernikus-Zentrums in Krakau spenden.