Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Versöhnungsgeste in Katyn

Mittwoch, 07. April 2010

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und und sein russischer Amtskollege Vladimir Putin kamen heute im russichen Katyn zusammen, um erstmals gemeinsam des Massakers an polnischen Offizieren vor 70 Jahren zu gedenken. Am Mahnmal für die Ermordeten legten die beiden Politiker Kränze nieder. Anschließend reichten sich die beiden Staatsmänner in einer historischen Versöhnungsgeste die Hand.

Der Name Katyn steht für eines der größten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Die sowjetische Geheimpolizei hatte im Frühjahr 1940 in Wäldern von Katyn, Mednoje und Charkow 22.000 polnische Offiziere – die meisten von ihnen durch einen Genickschuss – hingerichtet. Unter den Ermordeten befanden sich zahlreiche Reservisten mit zivilen Berufen: Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte – die Elite der damaligen polnischen Nation. Die Sowjetunion hatte den Massenmord bis zur politischen Wende 1990 geleugnet und die Schuld den Deutschen zugeschoben. Erst 1990 gab der damalige Staatschef Michail Gorbatschow offiziell zu, dass die polnischen Offiziere vom sowjetischen NKWD auf Befehl von Josef Stalin ermordet worden waren. Die von Putin initiierte Gedenkfeier wird in Polen als Ereignis von großer historischer Bedeutung betrachtet.

Steinbach doch nicht im Stiftungsrat

Mittwoch, 04. März 2009

Der Bund der Vertriebenen (BdV) zieht die Nominierung Erika Steinbachs für den Stiftungsrat des geplanten Berliner Dokumentationszentrums „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zurück. Frau Steinbach selbst habe nach Auskunft des Präsidiums des BdV gebeten, sie vorläufig nicht für den Stiftungsrat zu nominieren. Aus Protest jedoch will der BdV keinen anderen Kandidaten benennen. Eine ausführliche Begründung für den vorläufigen Rückzug der Nominierung finden Sie auf der Webseite des BdV unter http://www.bund-der-vertriebenen.de/presse/index.php3?id=829.

Klage Angehörigen der Opfer von Katyń vom russischen Militärgericht abgewiesen der

Dienstag, 03. Februar 2009

Die Klage mehrerer Familien der Opfer von Katyń wurde von Russlands Oberstem Militärgericht abgewiesen. Die Klageabweisung wurde u. a. damit begründet, dass die Morde von Katyń auf der Grundlage des Strafgesetzbuchs von 1921 untersucht werden müssten. Gemäß den Regelungen dieses Gesetzbuchs sei das Verbrechen jedoch verjährt. Die Anwälte der polnischen Kläger plädierten auf Widerruf der Entscheidung über die Einstellung der Untersuchung der Morde von 1940. Die Untersuchung wurde 2004 von der russischen Staatsanwaltschaft eingestellt. Die Begründung dieser Entscheidung unterliegt strengster Geheimhaltung. Die russischen Staatsanwälte behaupteten, dass man nicht eindeutig feststellen könne, dass die polnischen Offiziere 1940 erschossen worden seien. Ihre Leichen seien schließlich nie identifiziert worden. Es sei nicht auszuschließen, dass die polnischen Offiziere geflohen und einfach irgendwo weggeblieben seien.

Die Methoden der rechtlichen Organe Russlands sind erstaunlich konform mit der Rechtspraxis der der “lupenreinen Demokratie” vorangegangenen Staatsform an. Im Dezember 1941 kam der damalige polnische Premierminister Władysław Sikorski zu einem offiziellen Besuch nach Moskau. Die Sowjets hatten sich bereits mit den westlichen Alliierten gegen Deutschland verbündet und die diplomatischen Beziehungen zu Polen wieder aufgenommen. Sikorski nutzte den Besuch in der Sowjetunion, um sich auch mit den 1939 nach dem Überfall der Sowjetunion auf Polen verschleppten nun im Zuge einer Amnestie aus den sowjetischen Arbeits- und Gefangenenlagern freigelassen polnischen Staatsbürger zu treffen. Im Kreml sprach er Stalin nach dem Verbleib der von den Sowjets 1939 gefangen genommenen polnischen Offiziere an, die sich eigentlich unter den Amnestierten befinden müssten. Über 20.000 vermisste Menschen hätten sich nicht einfacin Luft auflösen können. Ungehalten über das beharrliche Nachhaken Sikorskis antwortete Stalin schließlich, dass die polnischen Offiziere – sofern sie sich nicht unter den freigelassenen Polen befänden – vermutlich geflohen seien. Auf die Frage, wohin sie denn hätte fliehen können, soll Stalin ohne Zögern erwidert haben: „Nun, vielleicht in die Mandschurei.“ (bw)

Klage der Angehörigen der Opfer von Katyń vom russischen Militärgericht abgewiesen

Dienstag, 03. Februar 2009

Die Klage mehrerer Familien der Opfer von Katyń wurde von Russlands Oberstem Militärgericht abgewiesen. Die Klageabweisung wurde u. a. damit begründet, dass die Morde von Katyń auf der Grundlage des Strafgesetzbuchs von 1921 untersucht werden müssten. Gemäß den Regelungen dieses Gesetzbuchs sei das Verbrechen jedoch verjährt. Die Anwälte der polnischen Kläger plädierten auf Widerruf der Entscheidung über die Einstellung der Untersuchung der Morde von 1940. Die Untersuchung wurde 2004 von der russischen Staatsanwaltschaft eingestellt. Die Begründung dieser Entscheidung unterliegt strengster Geheimhaltung. Die russischen Staatsanwälte behaupteten, dass man nicht beweisen könne, dass die polnischen Offiziere in Katyń erschossen worden seien. Schließlich seien ihre Leichen nicht identifiziert worden. Es sei nicht auszuschließen, dass die polnischen Offiziere geflohen und einfach irgendwo weggeblieben seien.

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Die Rechtsprechung des russischen Gerichts ist erstaunlich konform mit dem Rechtsverständnis der der “lupenreinen Demokratie” vorangegangenen Staatsform. Im Dezember 1941 kam der damalige polnische Premierminister Władysław Sikorski zu einem offiziellen Besuch nach Moskau. Die Sowjets hatten sich bereits mit den westlichen Alliierten gegen Deutschland verbündet und die diplomatischen Beziehungen zu Polen wieder aufgenommen. Sikorski nutzte den Besuch in der Sowjetunion, um sich auch mit den 1939 nach dem Überfall der Sowjetunion auf Polen verschleppten nun im Zuge einer Amnestie aus den sowjetischen Arbeits- und Gefangenenlagern freigelassen polnischen Staatsbürger zu treffen. Im Kreml sprach er Stalin nach dem Verbleib der von den Sowjets 1939 gefangen genommenen polnischen Offiziere an, die sich eigentlich hätten unter den Amnestierten befinden müssen. Über 20.000 vermisste Menschen hätten sich ja nicht in Luft auflösen können. Ungehalten über das beharrliche Nachhaken Sikorskis antwortete Stalin schließlich, dass die polnischen Offiziere – sofern sie sich nicht unter den freigelassenen Polen befänden – vermutlich geflohen seien. Auf die Frage, wohin sie denn hätten fliehen können, erwiderte Stalin: „Nun, vielleicht in die Mandschurei.“ (bw)

Stolpersteine der Geschichte

Freitag, 22. August 2008

Bei einem Spaziergang über den Kieler Parkfriedhof Eichhof entdeckte ich ein großes Feld, auf dem die Opfer der Bombenangriffe auf Kiel im Zweiten Weltkrieg beigesetzt worden sind. Stutzig machten mich die ein wenig abseits gelegenen zahlreichen Grabsteine mit ausländischen, darunter auch polnischen, Namen, sowie ein Gedenkstein, dessen Inschrift in russischer Sprache der Menschen gedachte, die in deutscher Kriegsgefangenschaft gestorben waren.

Grabstein des Polen Michał Ignaczak. Die kleine schwarze Gedenktafel haben die Kinder von Ignaczak im Jahr 2003 auf das Grab gelegt. Die Inschrift lautet: Die Erinnerung stirbt nie. Zum 60. Todestag unseres geliebten Vaters, Tochter Irena, Söhne Józef, Stanisław Ignaczak, 15. September 2003

Grabstein des Polen Michał Ignaczak. Die kleine schwarze Gedenktafel haben die Kinder von Ignaczak im Jahr 2003 auf das Grab gelegt. Die Inschrift lautet: Die Erinnerung stirbt nie. Zum 60. Todestag unseres geliebten Vaters, Tochter Irena, Söhne Józef, Stanisław Ignaczak, 15. September 2003 Foto: Hilbert

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2. August – Orthodoxe Kirchen am Bug und Wasserwerfer in Lublin

Samstag, 02. August 2008
Orthodoxe Kirche

Orthodoxe Kirche in Włodawa

Es ist eine typische Neubauwohnung aus sozialistischen Zeiten. Ein Wohnzimmer voller Bücher, ein Mini-Schlafzimmer, ein Mini-Kinderzimmer, Küche und ein fensterloses Bad. Wir sind zu Gast bei einer älteren Dame in Włodawa, das 80 km von Lublin direkt an der weißrussischen Grenze liegt. Der türkische Kaffee auf dem Tisch durchflutet das Wohnzimmer mit einem angenehmen Duft. Noch schwimmt in meiner Tasse der Kaffeesatz an der Oberfläche. Vorsichtig rühre ich ihn mit einem Teelöffel unter. Den ganzen Tag waren wir auf Einladung unser Gastgeberin mit dem Auto unterwegs und haben die Gegend nördlich von Włodawa erkundet. (weiterlesen…)

Duda-Gracz & Olejniczak

Sonntag, 11. November 2007

„Ach ja, ich muss noch mein Handy ausschalten.“, fiept Barbara und kramt verzweifelt in ihrem Täschchen im Foyer der Hamburger Laieszhalle. Ein letzter Blick in den Spiegel, die Frisur sitzt und der Lippenstift ist auch nicht verrutscht. In einer halben Stunde beginnt das Klavierkonzert, zu dem das Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg anlässlich des polnischen Nationalfeiertags (des Tages der Unabhängigkeit, der in Polen am 11. November begangen wird) geladen hat. Der bekannte polnische Pianist Janusz Olejniczak (1970 war er der jüngste Laureat des 8. Internationalen Frederic-Chopin-Klavierwettbewerbs.) wird einige Werke Chopins aufführen. (weiterlesen…)

Erholungsurlaub im KZ Auschwitz

Montag, 24. September 2007

Im Dezember 2006 erhielt Rebecca Erbelding, Archivarin im Holocaust-Museum in Washington, einen ungewöhnlichen Brief von einem pensionierten Geheimdienstoffizier der US-Armee. Er bot ihr ein Album mit Fotos aus dem Konzentrationslager Auschwitz an, das er vor über 60 Jahren während seines Aufenthalts in Deutschland gefunden hatte. (weiterlesen…)

Gedenken an den Warschauer Aufstand

Mittwoch, 01. August 2007

Wir sind gerade in der Hauptgeschaeftsstrasse von Sopot (dts. Zoppot), als die Sirenen anfangen zu heulen. Autos halten an und Menschen bleiben regungslos stehen. Am 1. August 1944 um 17 Uhr begann in Warschau der Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Seitdem gedenken die Polen jedes Jahr am 1. August um 17 Uhr mit fuenf Gedenkminuten dieses Ereignisses.

Kriegszustand in Polen – 25. Jahrestag

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Heute vor 25. Jahren (am 13. Dezember 1981) wurde in Polen der Kriegszustand verhängt.