Afrikanisches Fieber
Mittwoch, 09. Juli 2008Im Spiegel von letzter Woche las ich einen spannenden Artikel über den Deutschen Paul Graetz, der vor rund 100 Jahren eine tollkühne Autofahrt von Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) nach Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) unternommen hatte. Dabei musste ich an den Polen Kazimierz Nowak denken, der in den Jahren 1931 bis 1936 allein den gesamten Schwarzen Kontinent mit dem Fahrrad bereiste. Eine überaus fesselnde Lektüre sind seine 2006 wieder aufgelegten Briefe, in denen er die gesamte Reise dokumentiert hatte. Sie gewähren nicht nur einen sicherlich subjektiven aber dennoch eindrucksvollen Einblick in das politische und kulturelle Leben in den verschiedenen afrikanischen Ländern in den 1930-ern. Die in den Briefen festgehaltenen Reiseerlebnisse erlauben auch in das Seelenleben eines Mannes zu schauen, der - von seinen Mitmenschen teilweise als besessener Spinner belächelt - allen Konventionen, Hindernissen und Gefahren zum Trotz über mehrere Jahre unbeirrt ein ungewöhnliches Ziel verfolgte und dieses schließlich auch erreichte. (more…)
In seinem Buch »Viva Polonia« erzählt der aus Wuppertal stammende Kabarettist von seinen Erfahrungen als Deutscher in Polen. Er beschreibt skurrile Alltagssituationen, entlarvt Vorurteile auf beiden Seiten und geht Klischées auf den Grund. Mit diesem anderen Ansatz der »Völkerverständigung« zeigt Möller, dass unser östlicher Nachbar ziemlich liebenswert ist. Dieses Buch oft komisch, gelegentlich verblüffend, aber immer erhellend, klug und unterhaltsam.
Angesichts der Diskussion zwischen Polen und Deutschen um den Bau eines “Zentrums gegen Vertreibung” in Berlin kam vor zwei Jahren das Buch von Thomas Urban „Der Verlust – Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert“ gerade zur richtigen Zeit in die Buchläden.