Archiv für die Kategorie ‘Buchbesprechungen’

Jahrbuch 2010 des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt erschienen

Montag, 19. April 2010

Deutsches Polen-Institut (Hrsg.)

Polen ist ein Land in Bewegung. Außenpolitisch hat es seine wichtigsten Ziele, die EU und die NATO-Mitgliedschaft, erreicht, wirtschaftlich befindet es sich in einer Aufholjagd – selbst die globale Finanzkrise wirkt sich nur moderat auf seine ökonomische Verfassung aus. Die Weichenstellung für diese erfolgreiche Entwicklung – der freie Kapital-, Waren- und Dienstleistungsverkehr mit Ländern der Europäischen Union – erfolgte bereits lange vor dem EU-Beitritt. Eine spürbare Änderung für die Menschen sollte der 1. Mai 2004 aber doch mit sich bringen: Freizügigkeit für Polens Arbeitnehmer, die zum ersten Mal in der Nachkriegszeit die Möglichkeit hatten, legal in »westlichen« Ländern nach Arbeit zu suchen. Allerdings öffneten zunächst nur drei Länder – Großbritannien, Irland und Schweden – die eigenen Arbeitsmärkte für Polen, andere Alt-EU-Staaten folgten. Als letzte werden Deutschland und Österreich die Arbeitsmarktbeschränkungen vollständig abbauen. (weiterlesen…)

Auseinandersetzung mit den wichtigsten Fragen an die katholische Kirche in Polen

Donnerstag, 30. Juli 2009
Cover des "Jahrbuchs Polen 2009 Religion"

Cover des "Jahrbuchs Polen 2009 Religion"

Mehr Licht in die nicht immer leicht zu durchschauenden Prozesse in der Kirche und um die Kirche in Polen möchte das neue Jahrbuch Polen 2009 Religion des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt bringen.

Die Publikation vermittelt ein facettenreiches Bild des religiösen Lebens in Polen. Die Jahrbuch-Autoren fragen in erster Linie nach der Lage des polnischen Katholizismus wenige Jahre nach dem Tod des “polnischen” Papstes. Dabei geht es um eine wissenschaftlich fundierte, gut lesbare Art der Auseinandersetzung mit den wichtigsten Fragen an die katholische Kirche in Polen: Wird sie in einer weitgehend säkularisierten Welt der Postmoderne überleben? Hat sie Instrumente, um Entwicklungen von außen wirksam abzuwehren? Wird sie den gesellschaftlichen Herausforderungen Polens gerecht? Hat sie die richtigen Rezepte, um die Gesellschaft weiterhin “zu führen”, oder wird sie sich in ihrem Wesen doch ändern und die gegen immer neue vermeintliche Feinde errichtete “Festung” verlassen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Dieter Bingen (Kirche und Politik), Zbigniew Nosowski (Lage des polnischen Katholizismus heute) und Adam Szostkiewicz (Religiosität der Polen). (weiterlesen…)

Polen, da fahr`ich hin – 10 gute Gründe

Mittwoch, 18. Februar 2009
Cover "Polen - da fahr ich hin"

Cover "Polen - da fahr ich hin"

Polen, da fahr` ich hin
10 gute Gründe

Von Thekla Lange, Weronika Priesmeyer-Tkocz, Eckart D. Startenschulte
Hrsg. vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, erschienen 2008 beim NDW-Verlag

Zunächst war ich ein wenig skeptisch, als ich den Band “Polen, da fahr` ich hin. 10 gute Gründe” zum ersten Mal in den Händen hielt. Ich hatte mich schon auf die nicht gerade aufregende Lektüre eines dieser traditionellen Reiseführer eingestellt – mit einer eher eintönigen Einleitung über Wetter, Land und Leute, mit alphabetisch aneinander gereihten Sehenswürdigkeiten eingebettet in einen Wust kunsthistorischer Informationsfetzen. Wie üblich in solchen Fällen bereitete mir vorab besonders eine Frage arges Kopfzerbrechen: Wie schreibe ich eine möglichst objektive und den Bemühungen des Autors gerechte Kritik, ohne dass die Buchbesprechung (womöglich noch aufgrund meiner Voreingenommenheit) in einem Verriss mündet? (weiterlesen…)

Afrikanisches Fieber

Mittwoch, 09. Juli 2008

Im Spiegel von letzter Woche las ich einen spannenden Artikel über den Deutschen Paul Graetz, der vor rund 100 Jahren eine tollkühne Autofahrt von Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) nach Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) unternommen hatte. Dabei musste ich an den Polen Kazimierz Nowak denken, der in den Jahren 1931 bis 1936 allein den gesamten Schwarzen Kontinent mit dem Fahrrad bereiste. Eine überaus fesselnde Lektüre sind seine 2006 wieder aufgelegten Briefe, in denen er die gesamte Reise dokumentiert hatte. Sie gewähren nicht nur einen sicherlich subjektiven aber dennoch eindrucksvollen Einblick in das politische und kulturelle Leben in den verschiedenen afrikanischen Ländern in den 1930-ern. Die in den Briefen festgehaltenen Reiseerlebnisse erlauben auch in das Seelenleben eines Mannes zu schauen, der – von seinen Mitmenschen teilweise als besessener Spinner belächelt – allen Konventionen, Hindernissen und Gefahren zum Trotz über mehrere Jahre unbeirrt ein ungewöhnliches Ziel verfolgte und dieses schließlich auch erreichte. (weiterlesen…)

"Viva Polonia – Als deutscher Gastarbeiter in Polen" von Steffen Möller

Sonntag, 20. Januar 2008

Cover des Buches Viva Polonia von Steffen MoellerIn seinem Buch »Viva Polonia« erzählt der aus Wuppertal stammende Kabarettist von seinen Erfahrungen als Deutscher in Polen. Er beschreibt skurrile Alltagssituationen, entlarvt Vorurteile auf beiden Seiten und geht Klischées auf den Grund. Mit diesem anderen Ansatz der »Völkerverständigung« zeigt Möller, dass unser östlicher Nachbar ziemlich liebenswert ist. Dieses Buch oft komisch, gelegentlich verblüffend, aber immer erhellend, klug und unterhaltsam. (weiterlesen…)

Schwanzlastig-maullästernd zu leben gelernt: „Beim Häuten der Zwiebel“ von Günter Grass

Freitag, 06. April 2007
Titelbild "Beim Häuten der Zwiebel"

Titelbild "Beim Häuten der Zwiebel"

Schicht um Schicht – wie die Schalen einer Zwiebel – trägt Grass die Schleier der Erinnerung ab, um zu immer tieferen Lagen seines Gedächtnisses vorzudringen. Wenn die Zwiebel als Gedächtnisstütze versagt, muss der Bernstein weiterhelfen. Tränen die Augen beim retrospektiven Häuten der Zwiebel noch, so verursacht die Betrachtung der im Bernstein verschlossenen Vergangenheit spürbares Unbehagen: Die Erinnerung tut so manches Mal weh. (weiterlesen…)

Thomas Urban: Der Verlust – Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert

Mittwoch, 31. Januar 2007

Cover des Buches Angesichts der Diskussion zwischen Polen und Deutschen um den Bau eines “Zentrums gegen Vertreibung” in Berlin kam vor zwei Jahren das Buch von Thomas Urban „Der Verlust – Die Vertreibung der Deutschen und Polen im 20. Jahrhundert“ gerade zur richtigen Zeit in die Buchläden. (weiterlesen…)

Polens Weg von der Wende bis zum EU-Beitritt

Sonntag, 28. Januar 2007

Einband des Buches

Mit “Polens Weg von der Wende bis zum EU-Beitritt” haben die beiden Autoren Piotr Buras und Henning Tewes ein Buch auf den Markt gebracht, das sich der komplexen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung im Polen der Nachwendezeit widmet. Es gehört zu den wenigen Werken in der deutschen Bücherlandschaft, die die politische Entwicklung in Polen in dieser Zeit beschreibt und untersucht. (weiterlesen…)

Steffen Möller und sein Buch „Polska da się lubić“ (Polen kann man mögen)

Dienstag, 07. November 2006

 

Cover "Polen kann man mögen" von Steffen Möller.

Cover "Polen kann man mögen" von Steffen Möller.

Steffen Möller, ein deutscher Kabarettist und Schauspieler, der seit über zehn Jahren in Polen lebt und dort sehr populär ist (bekannt unter anderem aus verschiedenen Fernsehprogrammen), hat vor kurzem ein Buch mit dem Titel „Polska da się lubić“ (Polen kann man mögen) veröffentlicht. (Ausführlich kommentiert wurde das Buch von Adam Krzemiński in dem Artikel „Niemiec da się lubić“ in der Polityka Nr. 44, S. 66) Es ist eine Art Gedankensammlung über den Zusammenstoß und das gegenseitige Durchdringen der deutschen und polnischen Kulturen. (weiterlesen…)